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(19. Adar 8666.)
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Deiischrifk für unfcrojiigcin^
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Deutschland 5 Mk. jährlich, 2 50 Mk. halbj. — Rußland 2 Rbl. jährlich.
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N'Tnrhm und sein
Zum weifen reichen Meister sprach
-er Jünger überlegen:
„Vertrau mir eine Summe an
Sie nutzbar anzulegen.
Ich weist für dich ein schönes Gut,
Das Zinsen dir wird tragen
Zum Heile in der Gegenwart
Wie in den Zukunftstagen."
Der Rabbi gab dem Jünger bald
Das Geld mit frohem Mute,
Der nahms und ging und sprach nicht mehr
Vom angekauftcn Gute.
Nach vielen längen Monden stellt
Der Rabbi doch die Frage:
„Wo liegt das Gut, das du gekauft,
Akiba, nun mir's sage."
„So komm und schau," der Jünger sprach,
„And du wirft ringestehen,
Daß du auf keinem Gute je
So schöne Frucht gesrhen7
Jünger R'Akiba?)
Die Ähren gar bedächtig sein
Sich hin und her bewegen,
Die Körner saftig, voll und schön»
Verbreiten Gottes Segen."
And bald in eine Schule dringt
Akiba seinen Lehrer,
Dort saßen Schüler mit Lehrern viel,
Des Ewigen Wort's Verehrer.
And andachtsvoll bewegten fich
Die Schüler um ;u hören.
Was ihre frommen Lehrer fie
In ihrer Weisheit lehren.
„Hier ist das Gut, das ich gekauft
Für^s Geld das du gegeben,
Die Früchte reifen herrlich schön,
Ein Segen für dein Leben."
Der Rabbi saßt des Jüngers Haupt
And küßt es heiß und innig:
„Groß ist, Akiba, deine Lat,
Dein Wort gar tief und finnig."
' „Die Schule ist das beste Gut,
Das wir für uns erwerben, .
.Sie bringt die schönsten Früchte uns
Mm. And Segen unfern Erben?/
*) Sette itiitn vor mehr tl* achtzehn Hundert Jahre».
I.