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„ Nr. 25.
Erscheint alle 14 Lage. VI. Iahrg.
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Wrv Wöget Hang.
Ms ging ein Knabe in den Wald
Der Vögel Lied zu lauschen,
Mr hörte, daß. sie sangen 'schön .
Bei stillem Waldesrauschen. '
Ms soll ihr froher Lustgesang
-Der Menschen Herz erquicken,
Mit- ihrem himmlisch schönen Schlag
Der Kinder./-Seel'. entzücken.
-Nun hörte er im Walde schrei'n
-So manche Vogelkehle,
Es^ überschrie der Lerche Ton
Den Schlag der Philomele.
Es klang ihm alles durcheinand
ÄSie Waldes Windgesause
'Nicht wollte ihm gefallen dies *
And eilt enttäuscht nach Hause.
Der Mutter klagt er's bald daheim:
„Wer kann die Vögel preisen? ; *.
-Hell? wollt' ich singett hören im Wald '
Die Drosseln und die Meisen.
Doch bloß Geschrei war ihr Gesang,
Könnt mir ins Herz nicht dringen,
Auch konnten meine Seele nicht
Die Vöglein all bezwingen." '
Zum Knaben spricht die Mutter ernst:
„Mein Kind, das. ist es eben>
Zum Schönen müssen Herz und See?
Von selbst sich froh erheben. - .
Auch'dein Gebet bleibt leerer Schall
Fehlt, inn'rer Drang den Worten,
Nur warmen Herzeu öffnen sich
Des Himmels gold'ne Pforten.
Und läßt in deinem' Herzen du
Ein göttlich Feu'r erglühn, - '
'Wird- dir im Wald, auf Flur und Feld
Ein Wunderlenz erblühen.
Du. hörst dann, in des Vögleins Ton
. Ein himmlisch Lied ^ertönen
' Und sindst im kleinsten Schöpfungswerk
Ein Bild des Guten und 'Schönen.
7. Inkelä, Baden.