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aaoa Nr. 9. Prag, -en 5. Mai 1911. XII. Jahrg. g a D a §
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Der jüdische Soldat.
Von Morris Rosenfeld.
Ganz nahe ist’s bei Plewna, bloss hundertfönfzig Schritt,
Da liegt ein Grab im Felde,, das nie ein Mensch betritt.
Der Ort ist still und einsam, verlassen und allein,
Kein Kranz ist dort ?u sehen und auch kein Marmorstein.
Es wächst darauf kein Gräschen, kein Blümchen und kein Blatt,
Dort ruht ein Held, ein toter, ein jüdischer Soldat,
Ein jüdischer Soldat, gefallen da im Krieg,
Wo Russland hat gefeiert wohl seinen grössten Sieg.
Und tiefe, tote Stille herrscht dorten rundherum,
All Ding ist eingeschlafen, ist ruhig, still und stumm.
Doch Wenn es von der Turmuhr schlägt fernher Mitternacht,
Ein starker wilder Nordsturm zur gleichen Zeit erwacht.
Und es beginnt zu wettern, es stürmet und es schreckt,
Es lärmet und es poltert gewaltiglich und weckt,
Und von dem Sturme spaltet sich auf die stumme Erd’ —
Der Held steht auf vom Grabe mit seinem blanken Schwert.
Er stellt sich auf die Festung mit einem wilden Mut,
Und von der Stund im Herzen ergiesset sich sein Blut;
Es fliesst sein Blut, das reine, die Herzenswund ist gross,
Er hebt sein Schwert, sein scharfes, und donnert schrecklich los: