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jjj Nr. 21. Prag, den 20. Dlitobrr 1911. XII. Jahrx. [j D a Q A
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Noahs Taube,
Eh’ floah seine Taube sandte,
Das Glaubensland, das unbekannte,
Zu suchen durch das «eite Meer,
Versucht’ er es mit einem Raben,
Von anerkannten Spähergaben;
Doch dessen Flug sank tief und schwer.
„17un wenn es dem Verstand des alten
Erfahrnen Forschers nicht gelingt,
Sich in der ßöhe zu erhalten,
Wo erst der Blick zum Ziele dringt,
So mag der kühne Falke fliegen!
Sein Auge blicket schaff und hell;
Er weiß, wie Schein und Ahnung trügen;
Sein Kopf ist der Erkenntnis Quell,“—
Hoch schwang sich der in engen Kreisen,
Verglich, bezweifelt, dachte frei —
Und kehrte, bald, um zu beweisen,
Land hoffen wäre Schwärmerei.
Der Kranich ward nun angegangen,
TT?an hoffte auf sein dhnungslicht;
Durch Wölken trieb ihn das Verlangen,
Jedoch Gewissheit bracht' er nicht,
Nun stieg die Uqt .und Tränen-flpssen,.
Der Schwache fing zu zweifeln an;
Da stieg bescheiden, doch entschlossen.
Ein Täubchen auf zur Himmelsbahn.
Es flog zu retten die Genossen
Von ITot und glaubenslosem Wahn,
Es prüft und forscht’ in dürstern Tagen,
Und sah dann Land im Morgenrot,
Und jenen stillen Olbaum ragen,
Der Zweige ew’gen Friedens bot.
Die fromme Zeugin kehrte wieder,
Empfangen nun mit Jubelgruss,
Und legte still ihr Zweiglein nieder,
Mit Demut an des Altars Fuss.
Der Falke, mit verbiss nem Schnabel,
Von kaltem Wisserstolz gebläht,
Verhöhnt die Botschaft dreist, als Fabel,
Der Kranich seufzt, der Rabe schmäht.
Doch Noahs Blick gebeut zu schweigen,
Und heisst das fromme Häubchen nah’n:
„Seht, keine wählt der ßerr zu Zeugen,
UndzeigtderDemütseineBahn!
Wollt ihr das Land des Glaubens schäu’n.
So lernt Gehorsam und Vertrau’n." •
Salis Seewis.