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Orfteliri In freier Zeige.
Oer Prei« dieser Nummer
deirügi ro Pfennig.
des preußischen
jüdischer
Landesverbandes
Gemeinden
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Ildischor Gemeinden.
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Oronienbnr-eeftrate 39.
Du Mitgliedsg«meiuden erhalten da< »erwaltnngeblatt In einem aremrlor ohne weiteret, «»fern mehrrr» Ofnnpinrt gewtnfcht werden, ist besonder« iSefielung erforderlich. Hie «Nnriehung der tlbon-
nemenwgebü-r erfolgt i n Zgege der Derrechnung. — Ulli Zuschriften find ju richten an da» .Verwaltung»diatr» des »re uM schen Laudesderbande« jtdischer «ewetndeu. iSerlln N. 24, Oraui«nturgeritrage r»
6 Zahraang
Berlin, den 21. Februar 1926
Ar. 2
Amtliche Bekanntmachungen.
Bekanntmachung betr. die Veranstaltung eines
Volkstrauertages am 1. März.
Seit längerer Zeit liegt im Reichstag ein Gesetzentwurf
betr. die Festsetzung von Feiertagen vor. Ln diesem sind, auch
Bestimmungen über die Begehung eines Volkstrauertages zu
Ehren -er im Kriege Gefallenen vorgesehen. In Aussicht ge¬
nommen ist, den sechsten Sonntag vor Osterin zur Begehung
dieses Tages zu wählen. In diesem Jahr würde das der
1. März sein.
Da nicht damit zu rechnen ist, -atz bis dahin die Vorlage
verabschiedet ist, hat -er Volksbun- deutscher Kriegsgräberfür-
sorge »in der Ueberzeugung, daß es offenbar weiten Bolks-
kreisen entspricht, schon jetzt den Tag zu begehen, und -ah es
vor allem darauf ankommen wird, unabhängig von der gesetz¬
lichen Festlegunfl des äußeren Rahmens zunächst dem Ge¬
danken dieses Trauertages allgemeinste Verbreitung zu
sichern", angeregt, bereits am 1. Mära d. I. in ganz Deutsch¬
land würdige Feiern zu veranstalten. Der Herr Reichsminister
-es Innern hat den Landesregierungen gegenüber die Untev-
stützung dieser Bestrebungen empfohlen. Dementsprechend
hat der preußische Herr Minister für Wissenschaft, Kunst und
Bolksbilduna sich an -eit Landesverband mit etneri ent¬
sprechenden Anregung gewandt. Ebenso hat der Ausschuß für
die Festsetzung eines Volkstrauertaaes an uns die Bitte^ ge¬
richtet, es möchten in den den» Verband anaeschlosienen Dyn-
agogengemeinden an dem genannten Tage Trauerottesdiienste
abgehalten und am Schlüsse derselben Kollekten zugunsten
der, deutschen Kriegsgräberfürsorge gesammelt werden.
Wir bringen diesen Wunsch hiermit zur Kenntnis unserer
Gemeinden mit dem Ersuchen, tunlichst im Sinne der gegebe¬
nen Anregung zu verfahren.
Berlin, de,'» 16. Februav 1925.
Preußischer Landesverband Jüdischer Gemeinde«.
Freund.
Bekanntmachung betr. den Erlaß einer Wahl¬
ordnung für die ersten Wahlen zum Rate des
Preußischen Landesverbandes jüd. Gemeinden.
Ans Grund der Artikel 85 und 88 der Verfassung des Preußischen
Landesverbandes jüdischer Gemeinden wird die folgende
Wahlordnung für die ersten Wahlen »um Rat des Preußische»
Landesverbandes
erlaßen.
I. Astgemeines.
8 1 .
Der Ra» besteht aus insgesamt 35 Mitgliedern, die sich zusammen-
setzen aus:
I. Vertretern der dem Verbände angefchloffenen Gemeinden:
2. sechs an Gemeinden oder Rabbinerbildungsanstalten wirken¬
den Rabbinern sowie zwei Lehrern:
8. so vielen von dem Berbandstage zu michlenden Mitgliedern,
als nach Erledigung der Wahlen zu 1. und 2. an der vollen
Mttgiederzahl fehlen.
II. Die Wahlen der von den Berbandsgemeinde» zu entsendende«
Vertreter.
a) Allgemeines.
8 2 .
Auf je 20 000 Seelen entfällt in der Regel ein Vertreter im Rat.
bj Gemeinden mit eigenem Wahlbezirk.
8 3 .
Gemeinden, die mindestens 20 000 Seelen zählen, bilden eine»
eigenen Wahlbezirk.
8-4. -
Soweit in einer Gemeinde die Seitenzahl 20000 oder ein Mehr¬
faches von 20 000 um mehr als 10 000 übersteigt, erhält die Gemeinde
für die überschiebende Zahl einen »»eiteren Vertreter.
Die Zahl der Vertreter der Jüdischen Gemeinde zu Berlin be¬
trägt höchstens zehn.
Die danach auf jede Gemeinde entfallende Anzahl von Vertretern
ergibt sich aus der als Anlage 1 dieser Ordnung beigesügten Wahl¬
kreiseinteilung. -
8 5 .
In den Gemeinden, die einen eigenen Wahlkreis bilden, erfolgt
die Wahl der Vertreter zum Rat durch Gemeindebeschluß.
-8 6.
Den Gemeinden, die einen eigenen Wahlbezirk bilden, bleibt es
überlassen, für jeden iu den Rat gewählten Vertreter einen Ersatz¬
mann zu wählen. der im Fall deS Ausscheidens oder der Behinderung
des gewählten Ratmitgliedes an dessen Stelle tritt.
cf Wahlbezirke mit mehreren Gemeinden.
8 7 .
Diejenigen <Semeinden, die keinen eigenen Wahlbezirk bilden,
werden nach Maßgabe der als Anlage 1 dieser Ordnung beigefügten
Wahlkreiseinteilung zu Wahlkreisen zusammengeschloffcn.
8 8 .
Für jeden Wahlkreis ist ein Ratsmitglied, ein erster und ein
zweiter Ersatzmann zu wählen.
8 9.
Die Wahl l8 8> erfolgt in der Weise, daß jede Gemeinde des
Wahlkreises mindestens eine Stinnne hat und für jedes volle Hundert
ihrer Seelenzahl eine weitere Stimme erhält.
DaS Nähere regelt die als Anlage 2 dieser Ordnung beigefügte
Stimmordnung.
8 10 .
Die Stimmabgabe jeder einzelnen Gemeinde erfolgt in den¬
jenigen Gemeinden, die einen Vorstand und eine Repräsentanlen-
versammlug haben, auf Grund eines übereinstimmenden Beschlusses
beider Körperschaften lGemeindebeschlußj. in den übrigen Gemeinden
auf Grund eines Beschlusses der zur Vertretung der Gemeinde nach
außen berufenen Organe.