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Im, Im st WWUtzl »Ml
Der hohe Nahhi Löw
von 6. WeiftI».
" In der zweiten Hälfte de» sechzehnte» Jahrhundert» lebte
ln Pra- «in Mona, den bi« Sag« zum Alchimisten and Zauberer
macht, der aber iv WirNichkeit nicht» andere» mar -I» ein Ge-
lehrter non Rana and ein Rabbiner von Weltruf. Dieser Mann
hieß Löwe (Lima) den Bezalel. im Bolksmund wurde er
..der hohe Rabbi Low" genannt.
Rennt man de» Romen de» hohen Rabbi Low. so tut s,ch
gleich eine Gedächrniszelle auf. au» der jjt •ölt« * tö , u *’
springt. Alle Welt weih, daß der hohe RAbi Low einen Golem
geschaffen hat. Die Prometheus sah der Robb, m seiner Stube
in der ^oteMabt ui Prag und formte au» Ton einen Menschen
nach LiL WÄ-7 Änd er nahm ein Täfelchen, mit heiligen
Zeichen deschriebea und legte e» rn den Mund des Golem, und
W da der S^.m staud auf und bewegte sich nach Menschen,
art. zeigt« sich dienfteisria. spottete Holz, holte unb oer-
richtete m Hau, und Hos der «r^.ten man^rle,. Fr ieden
Freitag obend vor Anbruftde» Sabbat», «ahm der Radbi da»
beiliae Täfelchen au» dem Munde de« Gokem«. auf daß er nicht
am Ruhetag sinnlo» umherirre. Al» der Rabbi ledoch eine»
Freitagabend» die» zu tun unterlassen hatte nnd Zusehen muhte,
wie der Golem am Ruhetage ruhelo» umherirrte. gereute e» ihn,
dieses menschliche Gebilde geschaffen zu haben; er ent-og ihm
daher da» Tafelchen für immer, und so blieb der Golem ein
Golem bi» auf den heutigen Tag.
Di« Frage, wer dnrch wen berühmt geworden fei. ich der
Golem durch den Rabbi oder umgekehrt, ist beute gar nicht schwer
zu entscheiden. Der hohe Rabbi Löw der mit der Last eine»
Golem» durch die Zeiten wandert, hat seine» Teil Unfterbltchkeil
diesem ungefügen rongebilde zu verdanken. Da» Andenken de»
hohen Rabbi ift heute nur noch im Schatten seine» *o(«m»
lebendig. Die Literatur über den „Golem" in hebräischer jid¬
discher. insbesondere in deutscher Sprache, ift ziemlich umfang-
reich Es gibt Sagen Legenden. Romane. Dramen. Filmstuck«.
die von ihm handeln, aber der eigentlich- Held ift eben der
Golem und nicht der Radbi. au» dessen Händen er hervorging.
Falsch wäre «» indessen zu glauben, die Volkstümlichkeit
de» hohen Rabbi Löw beruh« ganz auf der Golemfage. E» gibt
noch andere Polk»sa,en. die sich an seine« Ramen knüpfen,
echte Dolkssagen. wunderlich und wunderbar, und find sie auch
nicht so volkstümlich geworden wie di« Golemsoge, so besitzen st«
dafür dieser gegenüber den nicht geringen Vorzug, mehr lebendige
Ueberlieferung al» überlieferte Literatur zu sein Zn dem
Wunderreich dieser Sagen herrscht einzig und allein der Rabbi,
da steht er im Mittelpunkt, da wird er von keiner fremden. Bild»
mass« verdunkelt. Aber auch hier hüllt ihn der Eageaschleier so
völlig ein, dah darunter der wahre, der historisch beglaubigte
Lewe den Bezalel bi» zur Unsichtbarkeit verschwindet. Dean
der hohe Rabbi Löw. wie er wirklich war. war von ganz anderem
Dua» und von ganz anderer Gestalt al» der. den die Sage ver»
herrlicht. Löwe den Bezalel war ein G«ifte»fürst. und e» Hot
Zeiten gegeben. wo neben dem Sagenhelden auch der Geiste»-
stirft im Gedächtnis der Lebenden lebendig war. Heute ift Rabbi
Löwe toi, c» lebt nur noch der hohe Rabbi Löw. der Held
der Sag«.
E» ziemt sich »otf für einen Helden der Sage, dah auch
Zahr und Ort feiner Geburt in ein gewisse» Dunkel gehüllt
Sletben. Zn den Lebensbeschreibungen bo Hatzen
Radbi Löw gehen die darauf bezüglichen Angabe» stark au»«
einander. Sern ältester Biograph. Maier Verl». gibt'1514 al»
da» Geburt»jahr und Dorm» al» di« Geburtrstadt Löwe» an.
wogegen einer seiner jüngsten Biographen, Dr. Rathaa Grün,
auf Grund eingehender Durchforschung der vorhandenen Quellen
zu dem Ergebnis gelangt, dost er um da» Zahr 1520 in Pchen
J eboren wurde. Auch über seinen Studiengang herrscht Un-
lorheit: man weist nicht, wo er eigentlich erzogen wurde und
wer seine Lehrer waren. Au» dem Umstand, paß Löwe den
Bezalel in seinen Schriften mit keinem Worte seiner Lehrer
gedenkt, folgert Grün, dast er überhaupt keine» Lehrer gehabt,
dost er sich also sein vielumfassend«» Wissen durch Selbststudium
erworben habe. Demnach dürste er in seinem Geburtsland« Polen
erzogen worden sein, denn bei den Juden in Polen war dazumal
die autttridaktifche Studtenweise de« Regel. Zn den meisten
polnisch-südischen Lehrhäusern gab e» ^keinen eigentlichen Lehrer
und keinen eigentlichen Schüler, jeder war Lehrer und Schüler
Mgleich. der Fortgeschrittene unterstützte mit seinem Dillen den
Schwächeren, oalf ihm über die Schwierigkeiten de» Lehrstoffes
hinweg, e» war ein gegenseitige» Ergänzen, ein gemeinschaftliche«
Streben und Forschen, eine Art de» geistigen Kommunismus.'
Diesen Studiengang hat auch Rabbi Löwe durchemacht; da»
Lehrhau« in seiner Heimatgemeinde war sein Lehrer."
Drei Städte hotte» also di« Ehre, den hohen Rabbi Löw
den ihren zu nennen: Posen. Dorm» und Prag. Die
Familie de» hohen Rabbi Löw stammt« au» Dorm» — sein
Onkel Zokob au» Dorm», war Oberratbiner sämtlicher Ge¬
meinden de» deutschen Reicher —. er selbst war iu Posen ge¬
boren. mit Prag aber verbanden ihn durch seine Gattin, «nie
gebürtige Pragerin, verwandtschaftliche Beziehungen. Run zeist
«» sich, wie sehr manchmal der Ort für da» Wachstum eine«
Menschen bestimmend ist. Der hohe Rabbi Löw dürste erst
«ach seiner Verheiratung zum erstenmal nach Prag gekommen
sein. Den gröstten Teil feine» Leben» verbracht« er außerhalb
Prag». Er war zwanzig Zähre lang Landerrabbiner in Mähren,
vier Jahre Rabbiner in Posen, fünf Jahr« lang Landerrabbiner
von Großpolen; fein Aufenthalt in Prag »eist mehrjährig« Unter¬
brechungen auf und erstreckt sich auf die Jahre 1578 bi» 1584, 1568
bi» 1582 und dann von 1597 bi» zu seinem am 22. August 1808
erfolgte« Ableben. Er erreichte also ein Alter von 89 Jahren,
davon hatte er nicht weniger al» 82 Jahre fern von der böh¬
mischen Hauptstadt gelebt. Und doch nannte (und nennt ihn
heut« noch) die jüdische Welt .Illaharal mi.Prog", da» heißt
„Rabbi Löwe au» Prag".
Seine Zugehörigkeit nach Prag mochte der hohe V
Low selbst triebmäßig gefühlt hoben, denn er sehnte sich i,
wieder nach Prag zuruck. So ost er in einer andere» <
mit Philosophie und Mt
nicht ander» al» wie ei»
attk. aber er
irofessor der Mathematik
thematik sich '
«t»a mit
Robbt
seiner Lmtsbürden müde geworden war. flüchtet« er «ach Prag.
Rach zwanzigjähriger Amtstätigkeit in Mähren lieh er fick 1578.
anscheinend al» Prwatgelehrter, in Prag nieder und gründete
hier, wie David Ganr berichtet, ein .Herfammlungskmu» für
die Weisen", da» heißt ein Lehrhau», um sich einen Wirkung,-
krei» zu schaffen. Er folgte einer Berufung nach Pose« und kehrt«
nach vier Jahren wieder nach Prag zurück. Einig« Jahre be-
kleidet« er da» Amt ei«» Londesrabbiner« oo» Großpolen und
kam dann wieder «ach Prag. Zum Oberrabbiner in Prag wurde
der hohe Rabbi Löw erst i« Jahre 1597 «ruonnt, aber in allen
n« onverer ti» vverrogoiner T**8unc. yier r« Prag fühlte er
sich heimisch, hier kam di« Macht seiner Persönlichkeit z»r
Geltung, von hier au» drang sei» Ruf hinau» in die Welt.
Und hier auch, »irgend«»» ander», ««der in Mähren noch in
Großpolen, erblüht« die Sage vom Hatzen Rabbi Löw.
Der Rabbi war kein Medium der Sage; e» fehlt«, bei ihm
all« Voraussetzung«, zu« Sagenhelden. Gr war ei, großer
Gelehrter und ein« starke Persönlichkeit. — ein Wnndermän»
war «r nicht. Er kannte weder Gold mache« »ach ein» tat«
Maße beleben, »och ähnliche Wunderdinae tun. Er war kein
Alchimist, kein Astral og. nicht einmal ein richttger Kabbalist.
Wahl beschäftigt er sich auch mit Astronomie nnd mit Kabbala,
Literatur beschäftigt: teil» »u» Reigung^ teil» zur Erholung. Der
hohe Rabbi Löw war also vor alle« ein rabbiMisiher Ge«
lehrter. eine talmudische AutoritÜr. und sein« S chrift en habe»
den Geletzrtenruf. den er genoß, nicht begründet, sondern nur
bestätigt. Löwe den Bezalel war bereit» achtuadfünstzig Jahr«
alt. al» sein erste» Werk i« Druck erschien. Dieser Erstling»
..Gur Arje" (Der jung« Löwe) betitelt und 1578 iu Prag
gedruckt, ist ein Eupertommentar zu Reschi, Bivellommrntars
Seine weiteren Hauptwerke sind: ..Gewurot Hast»«" (Krakau
1582). ei» zweiundsiebzig Abschnitt« umfallender Kommentar zur
Pellach-Hoggada; ..Derech Ahajim" (Krakau 1599). ein Kom«
! mcntat «t den Sprüchen der Vater; ..Rethibhot Olam (Prag
, 1598); „Be'er Hagolah" (ebenda 1598); ferner „Rezach Israel"
(Prag 1&9). über die jüdische Zerstreuung und di« Melliao«
Hoffnung; und ..Tipheret Israel" ilvenettg 1599). über die Bort
öiglichkeij der Tora. Alle diese Wette handeln von
. rabbinifchest
gelehrten Sachen, von talmudische« Disziplinen, vornehmlich der
j Haggada und bezeuge» den Wissensreichtum de» Verfasser» und
seine innige Bertrautheit mit der gesamten rabbinischen Literatur!
! Hier und da lassen dies« Schriften erkenne». daß der Verfallet
auch auf den Gebieten der Mathematik und Astronomie sowie der
PhUojophic heimisch war. Aber von Kabbala, von Mvftik findei
sich darin kaum die Spur, und von Astrologie »der gar Alchimie
ist nirgend» die Red«. |
Daß der hob« Rabbi Löw ein Held der Sag« wurde, ist
vor allem der Sagenträchtigkeit der Zeit und de» Orte» zu¬
zuschreiben. In dem Prag de» sechzehnten Jahrhundert» waren
die sagentzilvenden Kräfte i« Volke stark lebendig, und ein be¬
sonder, merkwürdige» Ereigni, trug dazu bet. dah diese Kräfte
an der Person de« hohen Rabbi Löw sich auewirktr». Am
23. Februar 1592 hotte nämlich Kaiser RudolfII. den hohen
Rabbi Löw nach dem Hradschtn zur Audienz befohlen. Für die
Leut« im Prager Ghetto bedeutete die» eine Sensation ersten
Range». Kaiser und Rabbi. Rudolf ll. und Low« den Bezalel.
t radschin und Joses stabt — da» war ja an sich schon etwas
agenhaste». Phantastische». Unfaßbare«, kurzum, ein Ereigni».
da, nicht arttbörte. ei» Wunder zu fei», obgleich e» da mit ganz
natürlichen Dingen zuging. Ran trifft, glaube ich, da» Richtige,
wenn mar» diese Audienz al» di« Keimzelle bezeichnet, au» der in
der Folgezeit die Sagenblüten um de, hohe« Rabbi LS» ompar-
wuchsen. Der Anlaß au dieser Privataudienz war freilich recht
merkwürdig. Kaiser Rudolf »or. wie bekannt, der Alchimie
Ä ergeben, und der hohe Rabbi La« galt al» einer der
tca der Zeit; nun war der Kaller offenbar der Ansicht,
ei« weiser Rabbi malle auch in der Kunst de» Goldmache»»
Bescheid wissen, und so gab er denn den Auftrag, baß der hohe
Rabbi Löw vor ihm erscheine. E» ist so gut «re sicher — und
alle Löwe-Biographen stimmen darin überein —. daß bu Unter¬
redung sich hauptsächlich um di« Kunst de» Goldmachen» gedroht
hat; ebenso sicher ift e». daß der Kaiser vom weise» Rebbl
nicht» über diese Kunst erfahre« konnte, denn. um e» »och einmal
zu sagen, der hohe Löw war kein Alchimist. Ein schriftlicher
Bericht über die Audienz de» hohen Rabbi Löw bei Kaiser Radolf
wurde vor vielen Jahren aufgefunden und in der hebräische»
Zeitschrift „Hamagid" (Jahrgang 1872. Rr. 14) veröffentlichte
Diesem Bericht kommt um so mehr Bedeutung z». al» er von,
gmym n o wwi <mv 9nvw
mit Kumms
Bon Setzeimrat Pr»f. Dr. H. Strauß. Werkt«
Geheimrat Prof. Dr. ft. Strauß. Berlin, hat v»r
einigen Monaten eine Reis« durch osteuropäisch«
Länder Unternommen, um die Arbeit.-« der -Oft"'
Gesellschaft o» Ort und Stell« kennen zu lernen.
Roch seiner Rückkehr erstattete Gehe,»rat Strauß
eine» atwfübttichea Bericht und legte seine Eindrücke
im Organ der Os.'-Gefeklschaft in eine» läwttren
Aufsatz nieder. Mir Erlaubai» der Oft-Geftllschaft
reproduzieren wi, einen Teil der iuterrßante«
Reisttindrs
»rücke.
Die Heb.
dft Altstadt und
Koben, einem Schwiegersohn«
iung t
hoLtn
Rabbi Löw.
Isaak Koben. . . , .. _ _„
stammt. In seiner auogezeichmten Schrift .Der hohe Rabbb
“ “ et« wortgetreue
»T« lautet wich.
Low von Dr.Grun gibt
deutsch« Uebersetzstckg ve».
ftlgt: , ^ ,
^fteute. am Sonntag, am 10. Adar bgSck »ach. Erl
der Welt/ erging durchs« Füttte, vertier ei» Befehl
Kaiser« Rudolf an Mordechai Meiftl und Isaak Weift, daß
»ein Schwiegeroater Rabbi Löwe in die Burg, und zwar in!
die Wohnung de» genannten Fürsten sich etnzufinde» habe. Diesem
Befehle gemäß begab er sich dcidin, von seine« Btnder Rabbi
Sinai und mir begleitet. Daselbst angelangt führte un» sofort^
ein Diener de» Fürsten in einen Saal, welcher mit vielen «aderen:
Sälen in Verbindung stand, von de» Kaiser» Woh»«g sind auch!
mehrere Zugänge zu der W^nung de» Fürsten. Der Fürst erschien
bald nach unserer Ankunft, er begrüßte un» mit vieler Freund-
lichkeit. reichte jedem von »n, die Hand, geleitet« un» sadanu in.
einen anderen Saal, woselbst er un» zu« Sitze» einlud. ,»d e»
nicht zulteß. daß wir unsere Kopfbedeckung ablegten. Hierauf
führt« «I meinen Schwiegervater in ein andere» Gemach, wo.
er ihm einen Ehrensitz anwie». während er selbst ihm gegenüber
Platz nahm. Der Fünt untenedel« sich mir ihm über geheiumi»-
volle Dinge sprach aber so laut, daß wir alle» höpe» tonuten.
Da» laute Sprechen hatte fttaeu guten Grund, e» gelchah des¬
wegen, damit der Kaiser, der hinter eine« vorhaW sta« bi«
ganze Unterredung hören könne. Der vorhaug dmupe sich
plötzlich, und der Kaiser trat hervor, tt,"
vater einige, auf di« Unterredung ft. ... , ... _ _
zog sich bann wieder hinter den Vorhang zurück Der Fürst
geleitete dann meinen Schwiegervater tu da» Zimmer, »o »tr
un» befanden, verabschiedete sich von un» unter den freund¬
lichste« Verbeugungen, reicht« jedem »on un» di« Hand und be-
gleitete un» bi» iu de» vorraum. Den Gtoenstand der Unter¬
redung Müllen wir aber, wie e» bei königlich«, Angelegeuheite»
üblich ist. geheimhalten.^
Ma, kann au» dftftm Bericht förmlich da» Wort Hera»»-
hören, da» im Prager Ghetto Flügel ansetzt« und von Mund zu
Mund« flog: Dftr Fürst unterredete sich mit ihm über gehetmni».
volle Dtuge." Die Leute hörten e». rauuten sich »» einer dam
.. ‘ Brr»W
Schwftg«.
a«b«n»^in» Ohr^ knüpft«, daran allerhand
einer
im Lauf« der Zotzre aü» den ^l fti«n s»«Man'Dttigm>" ^»»«är!
fame Saaen wurden. 1» deren Mittelpuntt Keiler Rudolf und der
botz« Radbi Löw standen, »an erählta sich, daß der Kalftr
nächtlicherweile den Radbi in seiner Stodierstndes» der Jojef-
statt zu ttsuchen pflegte; er habe da Wunder über Wnnder
erlebt. So soll der Radbi einmal seinen Hatzen Gast mit einer
wunderbare« Erscheinung überrascht habe»: mitte« in der »naen
Studierstdb« sah plötzlich der Koiftr dt« kaiserliche Burg in ihre,!
ganzen Herrlichkeit. I» dieser Saue wird der bähe Radbi
Löw. drerhuddett Jahre vor der Entdeckung de» Roftio. al» der
Ettinder de» Ferubilde» geseiert.
Der Saoenkrei». der ftch mn Kaiser uad Radbi gebildet
hat. ist oewiNermahe» ein offene» Geheimni»; sei» Ursprung ist
ersichtlich. Welche vewaudtni, hat e» todeßen mit ttrGolem-
s.ag-T^Sage» ftn^Blumrn; rattoualHsth zerMückt. oer-
lieren Mdn- D»ft > ^Dennoch möchte ich di« Dettung dt» Dr. Grün
wiedergLttn. w«il sie »ft der Wahrheit uaheMkomme, scheint.
Zr v«rttU.tte Ansicht, die Geschichte vom Gala« bade der »atz,
Rabbi N» in einer ft,«r Predigen al» Gleich«?» erzählt
Der Einst der Geschichte ist ttar: Der Golem ist der Mensch, da,
heftige TLfelchen ist der göttliche Ode», der den Menschen beseelt;
da, measchlich« Lebe» ist «übe und Plage und llaruh« ml
Arbeit, und wenn der Tag de» Leben» lüff mitt uUd tt, Rächt
de» Tatt» h-reintttcht. da wird dett Menschen da» heilt«
TäftlcheN genommen, und er sinkt rn.Botz« al» tku Tanmaße
— eia Salem. Da» Gleich«»» vam Golem «eftel de« Leuten ft«
erzählten, »» weiter, sie überlieferten «» thren Ktnderu bftft
wiederum dea ihren, e» wandert« v»n Geschlecht auf Geschlecht,
fit R«t»rto^stt«v. M» schließlich det MSrcheversÜS-r
selber in da» Märchen hiaühergemaubert:»ar; dck» GleWtt«!
war verHefft, «i zurück blieb die Geschichte vom Gelt» und'
de» hohea Robbt Löw.
Bei einer Reist, die ich auf veraniallnng der -OSE" im
Februar diese» Jahra» »ach Riga und Kaunas unternommen habe,
brd« ich eine Reihe von Eindrücken gemonnckn. über dft ich e,f
Wunsch der verehrlsttzen Redattion hier kurz berichtäu »achte.
Wenn der Fremde in di« hier genannten Städte mmmt, f»
gewinnt er von beiden «inen recht verschiedenen Eindruck Aftua.
«in, alte Empor« de» Handel» nnd der Industrie, die Jahr¬
hunderte hindurch »on deutscher Kultur beeiuflutt »aeden ist.
eine Stadt ia herrlicher Lage und mit prächtigen Bauten, mach»
einen durch«»» kosmopolitischen Eindruck und «rinuett in »iele«
Richtungen an nnsere großen deutschen Hafenstädte. Kann«»,
ehemal, al» Kown» Hauptstadt eine, Greuggouvernemänt», da»
gerad« i» dieser leweren Eigenschaft in besondere» Grad«
russtfiziett »erde» mußte, ist jetzt Haupttzatt eine» neuen mupae-
biüheuden Laude», «iu« Statt, di« Me ehemal» ruMsche PSguug
immer mehr zugunste» einer mefteuropaischeu Gestoltnng »er-
Sadert. Kauua». da» durch eine» breiten Fluß und schön« Hügel
von der Rutur Ute begünstigt ist. ittflflt in M« Altsti^
die Reustedt. Die fttz° ~
«u» tte fthr gu
fallen hier und i
Platz. - *
d« H,_
iauderen ... .. _
Kauaa» kommt e« zugut«, daß «* sich in rapid aufsteigeudckr
Linie entwickelt, ft daß tt, modernen baulichen und hgaienischen
Erruugenschaften heim Aaobau der Statt woitestgehau» berück-
stchtigt »erden kögnen.
«a» di« sozial-hagienischen Berhältntße der Juden in Riga
und Kaunas detttfjt. ft stad dttft »or. alle« dnrch Zuw a nde rung
von Flüchtlingen au, dem Inner» de» ehemaligen rnfstsche»
Reich«, und dnrch die schlachte wittschwUich« Lege, die zurzeit
auch dort, wie in fast allen Länder», herrscht, ftott bttinfUftt.
I« Straßenbild tritt bem Fremde» ledoch »ickl da» Massenelend
rn solcher JntenstSt nnd iütensttät »or de» A»ge. wie z. B. in
Warschau oder i» WUna. Damit soll aber nicht bostritten werden,
daß in den Quartiere» der Armen und Aermsten nicht äh n l ich e
Berhältniffe herrschen, wie in de» genannte» Stäräistt. Jedoch
dürfte» ste kaum «ine laiche Breite erreichen. Immerhin gtot es
in tatdr« Stätten Platz genug für dft Betätiguno «aziel-
medizinischer Arbeit. Demzuralge ist ruch tn^beiden Stätten ei»
Di« ftWer« zeichnet sich durch schöne, breite Sttatzen
gut stehal»«» sind. Di« alten einstöckigst Häuser
.... -_nd mache» modernea vftr» bi, ftckostäckige» Häusern
itz. Hot sich Riga »on jeher durch eine» besondere» ftachchand
H^iene «»»gezeichnet, ft zeigt auch Kauua» »inen dnttben»
bereu und auch einen «»derne« hhgieutschen Eheralter.
reger Eifer für Äe Betättauaa der -OÄ9"-Jtte z» trefft» un»
e» stnd die Führet der -OSG^-Bewagung — in Riga die jmm
Dr. Eliaabana <»d Dr. Fudiaffi. ttr Kaunas tte Herren
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btt Hctam SttMa am SaitltM aab Stimm aatttbaiMa. ba
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Ma aejamch Wtrchchaftllcha Safe bat Sabm ach, Mitamat W. alt
ta bm acabm ScfMm, 9t iatatathta aach bafttra EctlMai-
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