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Mmm » grwtM. tn 31. SiMch» (Ml
geben mit einen Ahn
Bon N. y Ben-SaoriQ iZerusalem).
Ich Hab« mit Uhus in meinem Leben eigentlich Verhältnis»
mäßig wenig zu tun gehabt. So ist es nicht verwunderlich. daß
ich jene kletnc Dummheit machen konnte deren Folgen mich
«tnc Zeit lang in Atem hielten. Di« Dummheit war etwa
folgende:
Nach mehrtägigem Hcrumrciten im Gebier der Hule-
beduinen kam ich eines Tages um die Mittagszeit in da» Lager
einer Abteilung der Araber vom Stamme der Hosianiye. Nach¬
dem di« Vegrützungszercmonien vorbei waren, warf ich mich müde
auf die Matte. dir man mir im Zelte de» Scheichs vorbereitet
hatte. Ich ah Läbän. dir Sauermilch, welche die Nomaden unseres
Lande« in unnachahmlicher SPeije ju bereiten verstehen, und
tuf di« ich nicht mit Unrecht stolz geweien war. die er io völliger | >l» aber die Sonne sich über b<m Kar hofoitim
Verkennung ihrer Aufgabe derart zerzaust hatte, daß st« mehr \ ichob. ging ich hin und verrammelt« da» Tor naine« Hnusrr
dem Gerippe eines Sonnenschirm» denn einer valmr glich, sprach < setzte Posten auf die Mauer »nd mar bereit, «ein Leben ge g»»
»on dem ungezügelten Täligkeitndrang de» Tiere» Idn scheiia, | sämtliche Beduinen der Hnlesümpje z» Verteidigen, dt« et ver»
— Sohn de» Teufel» — wie ihn dald «ein« Umgebung nannte. . juchen würden, mit eine» Uhn st« Mir « nähern.
Bi» zu dieser Zeit hatte ich. ich weih nicht warum, geglaubt. . . In diesen Tagen, da ich zn aurm entfchlasten auf der Monar
hah Uhu» o!» ausgesprochene Nachtvogel, sich tagsüber einem ‘ mb. entstand der Entwurf zu dem strohen Bnch: Ben Snoriel:
beschaulichen, in sich gelehrten Leben hrngeben. Da» war oder Umgang mit Uhu», nebst einer Warnung für Neckende im Gebiet
ein« Fehlonficht. denn der Uhn Ibn icheiton machte dnrchau» ^ der Hananiye. «alakll «nd St tlerldedninen. dm ln den Sümpfen
keinen Unterschied zwischen Tag und Nacht. Tr war imstande, > de» Hule ziehen. -
nm I Uhr mittag» eine chinefi^he^vaj« vom Fenster hinunter- j ———
m r t Man kann sich oorstelien, von me,ne L,«de z» vielem L,er unter
trank mit den Männern Äi|i«. ^«te» Gedicht der Wüste, da» j p{4fn Umständen an Intensität tarlor. und ich erwartungsvoll
piwersen. wie er mitunter um halb 2 Uhr morgen» e» für ndt
wendig erachtete, unter nicht weniger ol» angenehmen Stimm-
üdungen ein schön in Leder gebundene« Buch mit durchdringenden
Schnabelhieben für alle Zukunft gebrauchsunsähig au machen
Man kann sich vorstcllen, taß me,ne Liebe z» diesem li
SBa« war vor der Srfchaffun» d»e Me»?
Tin Melamed unterrichtet einen etwa achtjährigen Knnta«».
ier unter > Der übersetzt gerade die SteNe an» dem zweiten Buch Most», dt«
wie ein sehnsüchtige» L:ebe»lied sich in die Seele schmeichelt.
Um mich sahen etwa zwai^ig Männer, die eifrig meine Zigaretten
rauchten und nicht müde wurden, mich um Neuigkeiten au» dem / «kauckcn al» Iffctr «ui
Lande zu fragen. Da ich mich aber müde fühlte, war ich ziemlich ' •*>•* -
einsilbig. Nachdem in mehrfacher Variation über da» Wetter.
Büfselsterblichkeit. Malaria und über die Lage auf dem Frauen,
markt abgehaadelt worden war. fiel mein Blick in eine Ecke des
Zette», wo ich im Halbdunkel ein Buch, da« wie ein Uhu aus-
sab. bemerkte. Ohne etwas zu denken, und da» war mein Un¬
glück fragte ich. was dos für ein Tier wäre. Statt einer Ant¬
wort griff der Scheich in das Halbdunkel und stellte das Tier,
dos an einem Strick hing, vor mich hin. Man kann nicht sagen
vom Manna in der Wüst, erzählt: Und die Kinder Ilrnel»
aufatmete, al» er eine» löge» ein Gla» Arrak b,» zum letzten nannten e» Manna: e» war weih wie Kvrientarsnmen ßinb
Rest ausschlürfte. Gefaßt ging ich-in den Garten und suchte ein , schmeckte wie Zapichih mit Honig. lDie Bedeutung de» Wnete»
Plätzchen al» letzte Nuhestotte de» Uhu» Ibn fchriian. der on [ Zapichih ist heute nicht mehr bekannt.) Der KÜine ütandtzt
Alkoholvergiftung zugrunde gegangen war. Doch al» ich in» Hau» , alle» richria bi» aus dn» Wort ..Zapichih''. da» er nicht «nfo:
.zurückkehrte, mar da» Biest nicht» weniger al» tot: e» schaukelte > er fragt: „Nebbe. wa» heiht Zapichiß?- Der ““ ‘ “
sfch mit einem Fuß aus dem Zylinder der Lampe, wobei er — ' “ ‘ “■ ‘
««uf dem sonst verknissenr» melancholischen Gesicht lag ein Ab-
glanz ungemein fröhlicher Stimmung — ganz unmögliche Täne j
•iu»fticR. LH« ich mich noch gefaßt hatte, sprang er. der Lampe
..n-r-fo Mplawed trntzt U.
den Kopf und sagt: ..verstehst dtl mein Kind? Me die Inden
durch die Wüste gewandert sind, haben sie doch nicht» zn »sten
gehabt Da hat ihnen der Herr der-Wett da» Manna gefandt.
Wa» da« Manna ist. weißt du doch? Und diesen Mann« tat Hw
schmeckt kewpichiß bidwasch wie ein zapichiß in Ydn,n so säst wtz
Honi^ Der Knabe: ..Io. Nebb, aber «a» heilst zapw '
einen Stoß gebend, der sir au» der Neihe -er Lampen strich,
herab, rortctte. wie eben ein besoffener Uhu torkelt, mit idio.
lt'chen Schreien zur Türe hinaus, durch den Garirn auf die
tufc Ms Si.ft MionMrs |*on gtm«ltn trat. Di.i .1 SinMuif | 3 „ aH( Ich not), w>: tr mit einem nniogbur hödnilch.n Suf
tfntort# Hi« nirfit ^1« brr Uhu «m ammeincnb mml rnebe iear I ..i iu. >.t>
änderte sich nicht, als der Uhu. ein anscheinend nicht mehr sehr
jugendliche» Exemplar, durch da» Licht der Sonne nervös ge¬
worden. Zeichen von Unruhe von sich gab uns io eine Art Mittel¬
ding zwischen Schluchzen und Pfauchen ausftirß. Dabei kam ein
unglaublich melancholischer Ausdruck in sein oerknifsene». unsag.
bar häßliches Gesicht. Ick mußte, ohne .zu wollen, eins interessierte
Miene gemacht haben, denn plötzlich hob der Scheich mit einem
verbindlichen Grinsen das Biest mir knapp vor die Nase. Lugen-
blicklich glaubte ick. mich sofort übergeben zu müssen. Die Lu»,
üönstung de» Tiere» — Wildgeruch plus Hammelfelt. plus me
gelüstetem Bettzeug etwa, um nur «ine annähernde Vorstellung
von dem zu g»en. was ich t» dieser Minute erlebte — traf mich
wie «in Schlag in» Gesicht. Ich riß den Schädel zurück, aber,
und jetzt kam die zweite Dummheit, statt aufzuftehen und Be«
forgm» nach dem Sch'ck'ol meine» Pferde» oorzutäuschrn. blieb
ich'sitzen und tat. was ein vernünftiger wahrscheinlich niemals
octan hätte: ich meine anerkennend, daß dies jo ziemlich der
reizendste Uhu sei. der mir je untergekommcn wäre. Befriedigt
schob ihn der Scheich wieder in sein Halb)unkel zurück, doch in
seinem Gesicht lag etwas, das zehen anderen bedenklich gestimmt
hatte, besonders, on dos Gejoräch sich dann hartnäckig um meinen
Nevolver zu drehen begann, den anzuschauen die um mich sitzenden
Herren nicht müde wuruen.
Doch siehe, al» ich kurz vor Sonnenuntergang wieder mein
Pferd bestieg, batte es den Anschein, al* würde alle» gut ab¬
gehen. Die Männer, an ihrer Spitze der Scheich und sein ältester
(Jota — gejagt von sämtlichen Hunden des Lager» natürlich - -
brachten mich zur Lsanerstelle. wo man einstwellen mein Pferd
aufgezäumt hatte wü»is,hten mir alles 'rdenklich Gute für meinen
Weg. nahmen mir das Wort ab. bald wieder zu kommen - was
ich au» wichtigen Gründen wirklich, oorhalt« — uaa schließlich
teilt« mir der Scheich mit. daß sein Sohn in kurzer Zeit. in
Jerusalem sein werde, mich .zu besuchen. Ich schwang mich auf
mein Pferd, wollte e» schon Hochreißen, um. wie e» Sitte ist. im
(4alopp au» dem Lager berauszureiten. als der Scheich mit un¬
nachahmlicher Gonnermiene seine Abdaoc auseinander,chlug und
mir - ich glaubte augenblicklich vom Pferde zu fallen - den
Uhu als Gastgeschenk überreicNe Tausend Gedanken durch¬
kreuzten meinen Kops, aber keiner kam zur Ausführung: ich war
in meinen Entichlüsien gelähmt: folgsam wie ein hypnotisierter
Affe, nahm ich die stinkende Bestie in Empfang. Ich schwöre,
daß ick in diesem Augenblick keines Gedankens fähig war. Dumpf
nur nahm ich wahr.' daß die Blicke der Männer in Erwartung
des selbstm'rftändlichen Gegengeschenkes, auf meiner Nevolver-
lasche versammelt waren. Mechanisch, mit einem mechanischen
Grinsen aus einem sicherlich grün gewordenen Gesicht, ließ ich
die Waffe herabgleiten. Was ich dabei sagte, verstand ich selbst
nicht, aber es muß etwas ungemein Erfreuliches gewesen sein,
denn ein befriedigtes Murmeln ging im Kreis herum. Mein
Abgang war durchaus kein heldenhafter. Bon einem Galopp
war nicht die Nede, denn kein Mensch kann auf einem aus-
peruhten Pferde galoppirren. wenn er sich mit der einen Hand
dem Scheich einer nahen Moschee auf den Turban spranß. »nd
ein Kamel tödlich erschrsckte — doch «a» dann geschah, weiß' ich
nicht, denn ich schloß schnell da« Tor. mit einem nichtswürdig.'n
Lächeln da» Gastgeschenk de» Scheich Hadj nhmed schemjeddin
ihn hndi den mahmud «Ichschahin vom Stamme der Bann h»ssan
verleugnend. „Nie wieder Uhu!" sang ich drei Tag« lang ein
iilbstgedichtete» Lied, di» mir in der vierten Nacht da» Singen
Wieder verging. Da» Klirren einer Flasche Tinte, die zu Boten
Hel. w«ckte mich jäh auf. Zuerst hielt ich e» für ein Iraumgeficht.
wo» ich vor mir sah: auf meinem Bett saß. umgeben von zwei
rgten Mäusen, einer ebenso toten Natte und einer halben Brille
der Uhu Ihn scheitan und blickte mir treuherzia-melancholischen
Augen tau mich, bald «inen bunten, seltenen Ziervogel - ich
erkannte ihn als das Besitztum eine» Nachbarn — an. dessen
schäbige Ueberrefte neben mir auf meinem Polster lagen. Man
verzeihe, daß ich meine GemÜtsversasinng in diesem Augenblick .. ..
nicht naher beschreibe: es würde zu weit führen. Auch über dir I fragend an und
verschiedenen Maßnahmen, die bald daraus mein Nachbar, ein ' Zapichiß?"
einflußreicher Effendi. gegen mich ergriff, «eil er drhaupterr. '
taf, ich mit dem besoffenen Uhu unter einer Decke stecke — nicht
aüszudenken. dieser Getankp! - auch darüber sei hier nicht. gr-
sproetzen: e» sei nur bemerkt, daß alle diese Dinge geeignet waren
Melamed räuspert fick «nd sagt: ..$« bist ___
gescheiter Junge? Was verstehst dn ta eigenslich nfchl?
weißt doch - wir haben e« ja gelernt — «ck schlecht en de»
Iützen tn Aegypten gegangen ist: der Pharan hat sie geplagt
und gequält, daß e» nicht mehr zu ertragen war. Da ist Mvß»
gekommen und hat die Inden an» Aegypten h»ou»«fLHU. Dtp
Juden find au» Aegypten fort «it grobem Bermöaen. Atzet
ehe sie nach Ürez-Isroel kamen, mußten sie virrzia Jahre dnrch
die Wüste wandern. Du wettzt doch, »a» eine Wäst« ist? Dns
ist ein Land, wo e» kein Walter gibt, keine Bäume, keine litt»,
nur Sand und Steine Da Hatzen die Inden!nebtzich nicht« M
esien gehabt, denn Sand und Steine kann man doch nicht «Dnt.
Und ne haben angefangen zu weinen »nd zu GO« zu klagen^
da hat ihnen Gott da» Manna »om Himmel tzerataeschtckt —*
diese» Manna ha, einen Geschmack gehabt kerapich,» bitz
wie ein Zapichiß in Honig: »erstehst du? E» war so schm»
wie Honigs Daß Honig süß ist, weißt tz» dock. Nun ätze,.
Der Knabe sieht den Melamed mit seinen Kinderatg»»»
lagt noch einmal: ..Nebtz«. l wa» heißt «war
Der Melamed schlägt ein Bein ützer» «de«, schiebt tzie-
Hand« dazwischen, wackelt verlegen hin und her und beginn:
..Höre zu. ich will e» dir erklären. Du weißt hoch, daß der In*
vater Isaak zwei Söhn« hatte. Tsan und Itztatz. Bon Ofu»
die Erinnerung an Ibn stheitan zu einer leben»Iangkichen zu ! stammen die Völker der Welt ab und van Jakob dt«
machen
Der Gedanke eine» Bekannten, da» Tier, um seinen Auirni-
hplt»ort jederzeit kontrollieren zu können, mit einer tteino« Glocke
zy «riehen, war nicht sehr zweckdienlich, denn die Notwendigkeit,
jeden Augenblick an einer Mäuse». Vogel» oder Krtzenjngd irgend¬
wie engagiert zu »ein. muß «inen Menschen, der gelegentlich auch
anderes zu tun hat. ein wenig nervös machen, selbst wenn er
die innige Hoffnung hegt, daß eine dieser Jagden schließlich doch
mit dem Tode de» Jäger» enden werde. Man kann an ge»
täuschten Hoffnungen sterben:. >ch starb »war nicht daran nur
«tf Katzen un) eine uukosttrMierbar« Zahl von Klcktnoirh aller
Art sowie eine größere Menge von Base», Giäfern «nd Fenster¬
scheiben im viertel Musrarah. in dem ich wohne, ging Fm
Teufel — aber mein Leben»mut schrumpfte bedenklich zusammen.
Des Uhus Gemütszustand dagegen blieb unwandelbar langmütig:
ja er gab sich sogar einigemal« mit meinem einfachen Mittag»
' essen zufrieden, wenn ich mich nicht rechtzeitig zum Essen setzte.
( Man wird nicht mit Unrecht fragen, warum ich da» Tier
; nicht einfach an eine Kette legte. Ja. lieber Europäer, auch ich
l war io klug, ober ich bedacht« nicht, daß wir in Icrstsalem mit
i cuier überaus großen Anzahl von Missionären gesegnet sind,
j Einer dieser Herren nun gierg an meinem Hau» vorbei, sah ba»
! aygekettete Tier und begann daratlfhin sofort zu funktioniere!'.
Er sprach von Nächstenliebe und so weiter. Die Nedr diese»
schwarzen Seelendeotachtungsbeamten — er stammt« au»
Abessinien, wo man bekannterweise schwarz ist — stimüite mich
so weich, daß ich di« Kette odnahm und ihm da» Tier verehren
wollte. Er legte aber kein Gewicht auf diese Besitzveränderung
di. -,n,. -.uh-,, und di. and.r. mit Mm'^u Wn M, »“«*»*“
nnd iid.tdi.». iom.it »S .in.rn M«n,»-n. d.r nik in .in.rn ,,iiluu t Es Mt unnötig un6 rnütd. Mn «-licht ,» I-Hr in dl. V'ongt
d-ichäktigt mnt möglich ift. iich zutiiitbi.gl. 3o toit.lt. ich nn.n uoMn, moHt. tift dl. n>eil«r«n dr.inndzmonz>g «fförrnt ich
hiigk, finob. bi, m.in Pictb plötzlich au, jüb.m Tticht7«7n flibllt g.nou Buch - mittttl.n. in dl, Mich M« KljtnM IMg.
mich in cin.n Mr b-irn,irisch." Il.in.n Sloch.lftläuch.i mari. n<<Mn! mkin-, d.dumiich.n Sr.unM» o.imickr l. Zch m-ltz nur,
di« in titlet gi-g.nd di- Bkg.totio» »oiit.N.n Fluchen« tonn,. Mg ich nm nochft.n Siubottom au, Mm vi.tl.l «usiot-h w-td-
ich dem T»er nach, doch der sonst so jolgsanre Gaul begann eine
merkwürdig« Abneigung gegen mich zu äußern. Tr spielte
längere Zeit mit mir da» nette Spiel de» Herumlaufen» im
Kreise, bis mir endlich die Geduld riß und ich, um die Hände
freizubekommen, den Uhu an einen Stein band und schnurstracks
quf meinen Schimmel loslies. Und sieh« da. da» Tier blieb
vlöglich stehen, als wäre nichts geschehen. Kopfschüttelnd nahm
ich den Zügel und ging zu dem Uyu zurück, aber nach ein paar
Schritten blieb das'Pferd wieder stehen und fing an zu docken
Die Sache war mir solange rätselhaft, bi» im leis« auskommenden
Abendwind der fatale Geruch des Uhu» mich umftrich. Da» hätte
ich andere» tun können, als ihn in meinen Nock rinzupacken?
Wir gingen eine Strecke lang zufrieden weiter, bis mir ein-
fiel, ein wenig zu galoppieren. Dies schien aber in dem Uhu
eine Art Seekrankheit hcrvorzuruscn. Venn plötzlich steckre er den
Schädel aus seiner Umhüllung, stieß einen zornipen Schrei au»
und hackt« mit dem Schnabel nach dem Hals des Pserdes. Die
Kaktushecke, in der ich mich im nächsten Augenblick befand, er¬
weckte unfreundliche Gefühle in mir. ich be>chloß. mich augen¬
blicklich des heimtückischen .Federviehs zu entledigen. Doch als
ich mich daran machte, erkannte ich. daß dies für einen Mann,
desien Hände mit Kaktusstach-ln beiät sind, reichlich kompliziert
ist. Während ich versuchte, die Stacheln zu entfernen, fiel mi:
übcrdie» .«in. daß man ein Gastgeichenk mit Ehren behandeln
muß. sonderlich, da des Schenkers Sohn seinen Besuch in Aus¬
sicht gestellt hatte und ich mir nickt die Möglichkeit des Dieder-
kommen» in das lHebiet der Hasiarnyc nehmen duejte. Also
drehte ich dem Liest nicht den Hals um. sondern band ihm nur
den Schnabel zu - ich empsehlr dies nur ganz geübten Zoologen
- und stieg wieder auf Ich will den weiteren, an Zwiichen-
fällen außerordentlich reichen Teil n-eincr Heimrciie nach
Ierusalenl überspringen, will nur ermahnen, daß >>ch kaum mehr
ein Chausfeur iinren wird, der mich wieder mit einem an¬
scheinend unschuldigen Paket unterm Arm in seinen Wagen auf-
nehme, wird, denn solche Sachen, selbst wenn sie aus der Fahrt
von dem entleoenen nordqal'lai'chen Felsennest No>ch pmnoh
Vorkommen, erzählen sich «chnell ber^m. ianderlich. wenn ein Uhn
gerade an den abschüisigi'ten S'.-'llen de» Weges heimtückisch von
hinten auf den Volant springt und auch sonst Unordnung in
einer ziemlich -emischten Reiiegeiellichast hcroorrujt.
Mer»« Hunde legten von oornherein eine merkwürdige Ab-
noigung gvgen den neuen Hausgenossen an den Tag. die nch ins
Ungemesiene steigerte, als der Hta ^inem von ihnen «*>'-
Übung«» macht«, wobei er ihm. um jeine Schnelligkeit zu erhöhe»,
nicht mit ei» vtzr dsrchlöckcn- sond-ru auch den Schwanz in ;
geradezu lächerlicher Weife reduzierte. Auch «ine junge Palme.
wegjiehen müsien
Der letzte Streich, der mir da» Leben mit einem Uhu für
alle Zeit verleidete war der. daß «r eine» Tage» eine randig:
Kgtzc auf dem Rand der Zisterne, die mir da» Trinkwasser liefert,
stallte und nach kurxm Wortwechsel in da» Brunnenloch hinab»
drängte. Der Angstschrei der Katze ries mich in. den Garte.,
hinaus: Ich kam gerade zurecht, um z» sehen, wie beide. Katze
und Uhu, sie mußte ihn noch im letzten Augenblick erwischt hoben,
im Loch verschwanden. Ich gebe zu. daß ich i« diesem Auaenbl.ck
keinen Schmerz empfand, sondern mich soweit al» i«h nur konnte,
in das Loih hinobbeugte und der Bestie ein^freundliwe« Lebewohl
nachrief. Da ober meine Stimme dröhnend wieder heraufkom.
Eigentlich stammen sie nicht von Iakvb selbst sondern non^eiMM
zwols Söhnen. Du weißt doch, daß Jakob zwölf Gähne tzntte.
all« wohlgeraten Einen von ihnen aber, der Josef hieftz hat
Jakob viel mehr geliebt al» alle anderen. Tr »rar ein fchörn»
Junge, ein kluger Junge, genau so wie du. darum hat lhn tat
Pater lieb gehabt. Auf der Galle tat er sich dle Zeit nertriebäU.
mit allem möglichen Spielzeug, mit einem Pfeifchen «der einer
Trompete: zu Hause har er mit dem Vater gelernt, »nd d« hast,
doch gelernt daß ihm der Vater «inen scheue» Mack zemacht btt-,
Und dann hast du gelernt, »a» für Träum« er tzntte »nd wZa--
die Brüder ihn um die Trü»mr beneidet haben, wie sie ihn i
aeschlepot und den Zigeunern »erkauft habe»: nnd dt« Zta
haben ihn wieder noch A»aypt«n verkauft Nnd b* «
dich doch nach, wie er ein groster Herr geworden ist. ei» vtz
und wie eine Hungersnot in der ganzen Welt auozebrw.,,,
und die ganze Welt zu Josef nach Aegypte» gekommen tft. Brat
holen. Und die Bruder sind auch gekommen. Und endlich ist
der Erzvater Jakob auch nach Aegypten übetstedelt. Und bar
Pharo» hot Josef und sein« Brüder nnd seine» Vater lehr lieb
gehabt und auch alle Juden. Und den Jude« Ut ea tu Arfttzpren
,«hr gur gegangen. Ader später ist ein nener Pharao gekomme».,
der Josef nicht konnte, und der hat begonnen, auf die Inden loa-
zugehe« und hat befahlen, olle neuaeborenen Knabe« zu »In».'
sie im Fluß zu ertrinken. Doma!» ist e» den Jude» sehr schlecht >
gegangen. Da ift Mose», der Sohn de» Amrnm «kämmen nnd
hat die Inden au» Aegypten hinauageführt. Und du wettzt.anch
scksn dag er sie »ierzia Iohre dnrch die Wüst« getührt Hut. ömtztz.
ein Land, wo e» kein Wasier gibt, keine Slawe und keine tim,
Und da di« Jude» nicht» zu essen hatten, sandte ihnen Gatt.'«
sei gepriesen, da» Manna, »nd da» Manna hak geschmeckt — so
heißt der Bidel«r» — kezapichiß bidwasch. wie e,n Zapichch.in
! Honig. Er mar also süß und sthnmckhntt wie'Hantg. D» Wst
I tat «Mb gern Hontg. wa»?" - Nebbe? Aber wa» httht
I Zapichiß?" !
-1 Der Melamed seufzt schwer und lagt: *t>» bist-dach fdain
j dummer Junge- wo» mau zu dir spricht? Gib gut acht! fltx
1 haben gelernt, daß Noah ein Gerechter war: »an ihm sagt dle
' Bibel: hoelohim ii»shalech Noah- — Noah zing nil Gatt
umher. Dn mußt wissen — dn» ist »Dt l» zu »eestehe« daß
Noah mir Gott hernmging. denn kein Mensch aermog auch nur
Gatt zu sehen ausgenommen Mose», der «1» einziger Gott sah
von Angesicht n Angesicht Also, wie ist da» zu »erstehen? Dan
bedeutet hn» Noah umherainq mit Gott im Herze».' er hak geloüt
wie Gatt e» wünschte. Anßer Naah aber waren damal» alle ,
Menschen schlecht. Da hat Gott die ganze Welt ettrünkeu walle«.
> die Menschen samt den Tieren, denn auch die Tier« wäre»
schlecht. Ader Gott hör nicht wollen, daß di« Welt »Ast warste:
—- -- -— .- -- om ni hihi nun, an ■!« a«ni bm ho*,
I >-» " ,r «'"• “fi >* °u, d'.i«m »tunn.n ttinl.n mul(< nnd ,„ t dotz «ootz .rlxtnlt, Mt «t nnch nich, Boten, Mnn n lot
. d«e Worte de» ichwarzen Miifionor« traten wieder in meine Er» ' --*• •<-«• * *• ^ - ** * * • **| * • — -
; m^crung. Wa» hätte ich ander» tun Zönnen.^al» stedeneinhalb
inden bei glühender Hitze nach den beiden Tieren zn angeln'*
gegen Abend zog ich an meinem Haken den Katzentadaver heran»
»ich mit ihm den Uhu. der mich au» melancholischen Augen vor»
wtzrfvwoll analotzte. al» wäre ich an der Sacke schnldig geweien.
I< meiner Wut hätte ich chn unfehlbar wieder zurückgewarfen.
hätte sich nicht in diestm Augenblick :a» Tor geöffnet und Falim
ib« ühmad ichemseddim ibn htdi ibn wohmnd esch s chahin. de»
Scheich» der Hosianiyebevuinen ältester Sohn, in den Garten
eiegrlasien.
Der teuflische Gedanke, der mich in diesem Augenblick über¬
fiel. erfordert es. toß ich das trieiende. aber durchaus nicht
weniger als sonst duftende Tier liebevoll aus den Kopf küßte
urch auch sonst wahrend der ganzen Zeit, da Sol»m bei mir
weilte, tat. al» wäre mir der Uhu das Liebste auf der ganzen
mir zugänglichen Welt, Als oder mein Bcsucker daranging.
von mir Abichieb zu nehme», tat ich etwa», was mir zwar nicht
Ehre einbringl. aber beweist, daß ich die Bidrk kenne Dieweil
k>>< Männer des Stammes, die mit ihm gekommen waren. G>
n.ntie in der Stadt einzukäufen. in meinem Haus saßen und
ujnee tranken, schlich ich hinaus und steckt« Idn icheitan. w.e
man es ernrt mit dem Bacher de» Pharao gemacht hatte, in
einen bei Geteeibeiäcke. di« auf den Kamelen vor meinem Ha»'
'"f«n und 'chrie dann alle verwünschnnpen. die sich im Lau',
bet Zeit in meinem Herzen angejammelt hatten, dem Tiere nack
Sa» sich piepsend und schnarrend mit den Getreidekörnern zu
beschäsligen begann.
Nie mol« in meinem Leben habe ich derartig b-wegt.'n
Herzens den Glocken einer in den Ms»een hinensch-vank-nd -
Karawane nachgelauicht wie damals, nnd'niemals, weder früher
»och später empfand ich «ei» Schicksal derart innig mit dem
Schickjtil einiger mir Getreide beladener Kamele verknüpft.
Noah lieb gehabt. Da hot er dem Noah befohlen, ein'« Arche m
tauen, einen großen Kaste»: U den Kasten sollte er lei», Kamilst
milnehmen nnd »on jeder Tiergnttnng • -_ -
von jeder vogelnrt. Und dann hat
gesandt, einen fürchterliche, Negenguß.
ertttnken mutzte, nutzer Nnnh und bet.,... ... .__
in dem grotze» Kasten waren Und »an den Attache», die
in feinem Kasten mftnohm »nd dt« «rettet »«tan ema der
Sintflut, stammte unser Grz»ater Atanham. Und ba« weißt ta»
auch schon, daß Abraham einen Sohn hatte, her Itzckok hchß.
Und Gott befahl tam Abraham, tan IizHk al« Opstr für GeÜ
" ' t. batzIizchta bawal» iiinh
tan sollt- er lei
, ein paar and e,n paar
er e,ta große StaMnt'
Der Mttaafch sagt. Hatz Iizch.
»nch sei. d»
dorzubrtngen.
Jahre alt war. Aber wie dem «ach sei.'dn wtttzt. wie ,
gerettet »ntde. und baß er zwei Söhn» hatte, kfan »aß ^_
Und Iakab hatte Zwölf Söhne, »an denen er «w »eisten Aeckf
licdl.. Wo» mit Iol.1 »01 ja»« ich dir Mb .ijt*t; >niu|
habe dir auch erzählt, daß e» den Jude, in Aeeypten zneM Mt
ging und dann eiend schlecht, bi» Mafe» tam. Er hat die $nta»
au» Aegypten herausgeführt. Ueber dl« Aegypter kamen dt«
großen Plagen nnd die Inden sind herauvaekommen mit grotzma
vermögen. Aber sie mußten vierzig Jahre dnrch die AM st-
wandern, durch ein Land, mg e« loin Wasier gibt, keine VLm«
und keine Tiere. Da hotten ste nicht, z» essen anh st» hchM
geweint und geklagt: da hat ihnen Gott das. Manna
damit sie etwas zn esien haben, um nicht. Gott behüte. Hnngern
,u sterben Da» Manna aber wir »on könttchem Geschrnckt.».
Der Midrasch sagt daß jeder darin den Geschmack seiner SM*
lingkspeisen fand. Zum Beispiel da du. sogen wir. ger» HeO,
kucken ist. so hättest du tm Mauna den Geschmack »an LebtnE—
pei!«>,den. Uni das Manna war nicht. Gott behüte, bitter.'
Gezcnietl es war. wie der Bibeiver» ,ag>. kezapich,»
wie «in Zapichiß in Honig, jo süß wie Hanig. Dn r
wißen, daß der Hani, dart viel süßer ist als