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Die mc kurzem ia fmla stottgefnndene Idhres-
•crfcmalung de» jüdischen Seh re rv e rein» Wt Prouinz Schlesien
Mt in Anbetracht der schlechten Zeiten verhältnirmätzig recht glvt
besucht. Der Vorsitzenbe. Lehrer Moop» au» Brerlau. degrüffie
die o4fi|ieQra Gäste beleuchtet« die Rotlage unlerer Gemeinden
und di« darau» reiultieread« Rot der indischen Lehrer und
Seamlen. erwähnt« Me Hilf»«innchrunO«n de« Lehrerverba nde»
und berichtete von Verluden und freudigen Anlässen unter den
^KitgAebern. Er lchlotz mirfuna»»oß mit einem optimistischen
Zitat von Goethe. Die Aussprache üder den Jahresbericht. woran
sich die Herren Itzfttzrat Kolischer. Rabbiner Dr. Hoffmann und
Prediger Brock besonder» beteiligten, bracht« nähere Einzelheiten
über ungerechtfertigte Kündigungen. die in zwei schlesischen 8r«
meinden gegenüber ihren Kultusbeamten vorgekommen waren.
Eine sofon ernannt« Kommission ragt« öder dies« Fäll« und wird
versuchen, die Vermittlung in geeigneter Form zu übernehmen,
damit die Kündigungen zurückgezogen Werden. Der Vorschlag des
Kassenwart» Falkenstein. de« neuen Jahresbeitrag auf 16 Mark
ju ermähigen. «urde angenommen. Rach dem Kajienbericht hielt
Prediger Freudenthal-Breslau einen formal wie inhaltlich
meisterhaften Vortrag über „Die Entwicklung des
meffianifchen Gedanken» in der Bibel". Ein.
leitend betonte der Redner die pädagogisch« und religionswissen.
jckaftliche Bedeutung diese» Gedanken». Die fast anderthalb,
stündigeu >Noführungeu ergaben eine Überfülle oon »erwollen
unb interessanten Erklärungen über h/e Frieden,ideen. Über
toktale und ethische Probleme, über apologetisch« Belehrungen
unb Über die Mission Jim«!«. Di« einzelnen Phasen .wie der
Mefsio, in der Bidel gedacht sei. find folgend«: 1. Gon ist der
Erlöser 2. Messt«» ist eine Person, ein Sprotz au» David» Hau».
3. Mefsta» ist «in Kollektivbegriff. und Israel, der leidende Knecht,
bringt alle« Völkern die Erlösung. In dieser Auftastung wurve
da» eigeuartige Kapitel 58 au» IÄaio« übersetzt und inter.
pretiert. — Zum Schlüsse bekannte sich der Referent al, Anhänger
tst K«nzentration»ide« im Unterricht. Der Dortrag wurde mit
aufrichtige« Dank aller Zuhörer gelohnt. — Eine Seine Di»«
InffiMt entspann stch darüber, dag häufigere Zusammenkünfte zur
geistiaeu Fortbildung nötig wären. G» soll nun nach den guten
Erfolgen im I.Pfleglchafttbezirl (Waldenburg) nochmal» der
Versuch gemacht werden, in Brerlau, wo so viele Lehrer find,
einen zweiten Arbeitebezirk zu schaffen. Rabbiner Dr. Gold,
schmidt wurde al» geeignete Persönlichkeit mit der Vorbereitung
dieser Lerngemeinschaft betraut. — Rü» kamen ..St,nde»ftagen-
i ur Besprechung. Auf Wunsch de» Ratsmitalitte» Rabbiner
>; Vogelstein erfolgte eine eingehend« Aussprache über die
..Lehrervarbildnng-. Di« Redner au» de« Lager der Lehrer
wiese» in zmn Teil leidenschaftlichen Aeutzerungen auf die recht,
und schutzlos» Lag« der Milchen Lehrer und auf die aussichl».
lose Zukunft de» ganzen Stande» hin. S» lei fast ein Verbrechen
f egenmärtig j« «ele junge Lehrer auszubilden, wie e» in Würz«
urg geschehe. Rabbiner Dr. Bogalftein unterstrich sie weiteren
Schwierigkeiten dieser Au»bildung»frag«n unb muftre auch zu«
geben, datz der Breutzisch« Landeaverband nur Einsluk auf hie
unterstützten Kleingemeinden Hobe und datz er ein allgemei«.
Steuerrecht swi« Bauern e» hat) nicht besitze.
Rach Erledigung einiger fernerer Punkte schloss di« anregende
Jahresversammlung und di« «eisten Anwesenden beteiligten sich
hieraus an de« gemütlichen Mittagsmahl «im Restaurant Korn.
Häuser. H.tB.
Ha« kt BttfUxt ftmiik
Dar von der Breslauer Gemeindevertretung a« 10. Dezemder
t»»l teschlosiene Zuschlag zur «armägensstvuer ist. wie wir hören,
tortit« MN ket flccicnutt ^nehmiar worben, nnd die Erhebung
der Stau«! »on denjeuigeu. bi« »ich« »iuen höheren Bettag an
GkchgWWON stauar eutttzchtan. wird bereit» ua» den Jin^nzämrern
vchchgpMWet.
]?
Ausbesferiuuea. Gdlckarinnen. Kraasiknschwestern ulw. Sch reib«
wchchiMnarbtite, werde» >b,ra»»»»v. Mumea Mafchiaef Mr
bitten am getrogen« E uch en für aase» Kletderlemmer. Leben»-
mittel, besonder» Mehl. Tee und Zacke r.
! Hebräische S» roch schul« ^Kiriath^eptzett Beesluu. Der
' Unterricht beginnt wieder Donnerstag, den 7. Januar. L n -
Meldungen für alle Kurst, auch für einen Anfänzek-
kurlu». stet» Montag bi» Donuerrtag. Id-2b Uhr.
Wallstratze 14 pt.. Zimmer 4. Schriftliche Anmeldungen
und Anfragen stnd »u^uchten an den Leiter der Schule. Herrn
I. Reznic»». Grtbichener Srratze 148. t. Etage.
Jüdischer Frnnentlub. Am Dienstag, dem 12. Januar,
abend» H Ufjr, bei Frau Tdaze». Berliner Platz 21. spricht Fräulein
Dr. Juli« Fränkel üder »Erzieherische Wert« de» Gymnastif.
unterricht»*. *
vstfübische Kraueugruppe Frau Dr. Lotte Prager.
Badt wird am 18.Januar einen v»rtrag über „Und doch in
Erez Aruel- halten. Di« Mitglieder »erden gederen zu diesem
rnterestanren Bortraz zahlreich und pünktlich um 2 V Uhr tn *ert
Räumen de» Bre»1auer Fvauenklub». Tauentzienstroye 7 ptr., zu
erscheinen. Gaste find herzlich willkommen.
Arbeitsgemeinschaft ziouistischer Mädchen. Heimabend jeden
Mittwoch, aMnd» H Uhr. bei Gertrud Talaloy. Aaaustajtratze 54.
ReKrent: Brilling. Prestereferat: Steffi Dein. Sonntag den
10 . Januar: Zusammenkunft bei Rojl Spira. Kärnerstrage.
Rachricht«, de» Bar Kochba
U,,»i» !i ««„»ichaft »(««■ Nrich»»»tz» II. «■ Ill.W litt aa • •■«!•«.
*tm f«. 3«»•«* Ztettfnti 1.30 likf, »•U»*'«!«#. »Bfltra«*| Stmmtr<
+»!•. ^lar»». txiaiaa «t«M Na>„ fwaa Dtamaar »«»fl Utlba: Ca»»
»aiMiU. A«<«»'tzal »iiffrr. Sch,Na, «Uihaa «. — SchiMofich»«"
ankfaii: U»l»1kia — MB 10,31 Uir, ltu»a; U«i«»^J*Uft — M 8.40 ukt.
»•<««: BtB — U*t«n>«<4fr. r U8r. Braaa s,ratz«a»ah« — Clatkachr. >»,«Utk.
IlM MMiwirll»,, M IH«
Am Möfwoth, den 13. Januar 1931, abend. S'/i Uhr
sprechen im Kairunermuailuaal
des Breslauer Konierthauses, Garten slrabe 39 41
Bert Locker
ftstgtleck dtr Execolfve der Jevith Aftncy uod der
ZJonittlodttn W«HorgM)<sellon
urd Dr. Max Soloweitschik
der J
Uaftr }Um Berl 9a«K («11(1(44 Sei Jq,r«»(I4en
«rbeiterinrernattonale und de» Ezekutiu« der rMiftifchen Delr.
organisgtion) spricht a» Donnerstag, de» lä.Aanuar. 8^4 Ubr
abends Im aretzen LafKngsaal. Agnesttrah« S. über da» Thema:
^«Hcher &****— ia diefer Zeit"
Säfttherzltw willkgunneu.
Araaea,rappe
Am l2. Dezember fand die allgemeine Generalversammlung
der oftjüdischen Frauengrupp« zu Bresla» in den Räumen Frei,
tusan Sr ratze 24 starr. Rach allgemeiner Berichterstattung
wurde der Lorftand entlastet und ein BZahlau»lchuh einzefetzt.
Hierauf erfolgte die Reuwahl de» AursEusfe»; e» wurden aawählt
,uaL 3eck. Frau SchwarMrt. Frau Rosenbera. Frau Deitz. Frau
Saler Frau Stiller. Fra, Sterer. Al» Borsttzende wurde Frau
Beck und al» stellvertretende Frau Zelmanowicz. im Reniffon».
kamltee Frau Holter. Frau Tannenbau« und Frau Bienstock
gewählt.
Geschüfr»stelle der ostjüdisLen Frauengrupp« Reue Schweid-
" ' " age. lelei'
UwtzUdie r tttM ot er .^tltHhed 4e»Adnaln4o4rulireKouitlM»
twuli Agpucy und de» Zlont a H»A«n AkUooakomüee»
„Weltkrise, Juden u. Palästina“
Alle MtWtaäae der 1znaGog»og>mUnde «tad «oadudm. Zur Dockmuß
der UakMUa vtrd «ta vw,t,aws»ld von Hk. OJO fflr maner. Mit«
und Mk. OJO Mir bumomt. fMtse und ktp»«» erhoben. Betritt»'
harten Uu PaüUWnabdro Gartta»truAe V»Ü.uwd m der »b«,dbaM
MdL
n.tzer Strotze 13. 3. Erag«.
rlephon 331 80.
Gol de ue -schreit
Am lü. Januar d. I. dürfen in »oller geistiger uav körper¬
licher Frische per, Loni, H*u mb Fraa Mali« med *»«,
wohnhaft hier. Kaiser-Dilhelm-Stratze 130/141 tfrüher So morsch ln
in Posen) da» seltene Fest ihrer goldenen Hochpit begehen.
Pwl Ssti na,-sApsrbeiten
Au»stellnna und Verkaufsstelle in den früheren ^Niener
Weekpätten*. Reu« Schweidnitzer Strotz« 7/8. Trohe Auswahl
in Damen- und Kinderkleidern. Deckchen. Tafcheutüchern. Käpp¬
chen. Schmucklachen uf«. Für Geschenkzwecke besonder» geeignet.
Zwanglose Besichtigung erbeten.
Hctkra» jüdischer Kraue, für Palästtua-ArbeiL
Breslauer Wöchenkalender.
Paal« Ziou-Httachduth. Sonuabend den ll. Anuar.
Vi Uhr abend». KorMratze 16. bei Scharf^alinger. Zovlabend.
Alle Lhowerim haben zu erscheinen.
Jüdisch« TouadeehaL« der Eowale, »rapp«, Karlft«tze 48.
»dead» 8 Ahr. Sonntag, den 10. Januar. Srammophonkoazert.
liebeuswürdiaer Deise zur Verfügung gestellt vom Musikhau»
Malger. — Montag, den II. Januar: tzoürrog oon Frau Jenny
-<battsch»ir-Gi,ner: Korperpilez« uud Ernährung. Mit Fragen-
beantwsrtung k Herr Steinttz: Kla»ier. Biotin«. Sprechend«
Uhr. — Dienotao. den 12. Januar: Vortrag. Tanz-
porführungen: Fräulein Panoftky. Klamer: Fräulein Peuoiitu.
— Mittwoch de, 18 . Januar: Rezitation uns Gelang. — 93tx
jnchen «ubeit für: Schneider. SÄoHr Tischler. Gettgenheim-
arbeitrr lleppichvopfer. -olzhackrr). ElekttMechniker. Buchbinder.
Nreriau • Nftotetelrufie 78/79 • fenwprmcstar 50202
| 5m Mann ist *«n uu» gegangen, dessen Litten für die
i Leidtragenden «tt seine« tttttuölle» Zuspruch uud seine« «ensch*
I lichen Verstehen al» Vorbild für eine echt jüdisch« Gesinnung
; gelten kann. Stet« war er bereit, den Toten die letzten Liebe»-
dienfte p, erweisen, und stet» war er sich der Verantwortung be-
wubt die e» mit der Berufung zvm 1. Vorsitzenden der Ehewra
kadnchah und al» Repräsentant trug. Seine innige Teilnahme
' an dem Geschick« der Gemeind« und kein sonnige» gütig«, Dosen
sichern dem Bettlärten ein ewige» treue» Gedenken, wie ja auch
die vielen von ihm ausgerichteten Herzen feinen Ramen stet»
treu dewahren werden. Dr. E. H.
ckondoBdnt
2n der jüdisihen Gemeinde Landerbut war in den letzten
Wochen «in erfreulich rege» jüdische» Leben zu verzeichnen. Der
Eentral-Berein veranstaltete einen Vorttaaradeud von Herrn
Dr. Ernst Fstaenkel über da, Thema „Der Weg in» Freie". Ge¬
danken zur gegenwärtigen Kriß» !m deutschen Retcho und rm
deut sch e n Judentum. Einige Zeit spät«, dieU di» Ltzawra
Kadischa ihre Jahresversammlung ab. Der Dettcht de» Schrift¬
führer» Folkenstein ergab, datz der «oL junge Verein schon viel«
Mitglied« har und sogar mit «ine« Ueberschutz in» neu« Jahr
eintreto» kanu.
Die ganz« jüdische Temeinde hat sich mit grotzem Eifer der
Winternothilfe angenommen und arbeitet eifrig dabei. In»«
deionder« hat der jüdische Frauenverein eine Sondergabe von
1«.— Mart gestifttt. I» Laufe de« Januar wird eiu weiterer
Bortrag stunfinden.
Set«
Di« zweit« veranstaltuitg in diesem Winter, die den »rotzren
Teil unserer Gemeindemitglieder ersaht«, war di« Thanuckah«Fei«r
de» Jüdischen Frouen-Berein». die «inen über alle« Erwarten
gelungenen Verlaus nahm. Roch Entzünden der Lichter und gemein,
iamem Gesang de» Ehanukkah-Liede» hielt Herr Betirkreotbiner
Dr. Dahrmann «in« Ansprache, ia der «r di« weitgeschichUiche
Bedeutung der MakkabaettLmpr« schilderte uud daber besonder»
auf den Gegensatz zwischen jüdischer und griechischer Weltanschau¬
ung hinwie». Der Abend erhielt «ine besonder« Rote dadurch, datz
der augenblicklich in Oel» weilend« Schriftsteller Otto Zarek, der
durch seinen Roman ^Begierde" bekannt wurde, au« seiner «it
dem Kleistprei» gekrönten dramatischen Dichtung Zvavid* rwei
Szenen zu« Vortrag brachte. Der von -roher Gestaltungskunst
zeugend« Inhalt der vorgelelenen Abschnitt« wie auch bi« form-
vollendete Diedergab« derselben «achten auf di« Zuhörer starken
Eindruck. Umrahmt wurde di« Rezitatioa von zwei meißerhost
daraeb«teuen KlaoiervortrLgen de» Herrn Moufted Freuud uud
eintzeu von Herrn Dr. Vrieaer gesunaeuen Liedern, di« sämtlich
grasten Beifan fanden. Bei Kaffee und Kuchen und darauffolgen¬
dem Tanz vergLsten alle Teilnehmer di« Sorgen de» Alltag» bi»
in die fpite, Rachtstunden. Der Jüdisch« Frauenverei» erwarb
sich dnrch dies« Feier, der am Rachmittog «in Kinderfest voraus«
ging, de, Da,k der ganzen Gemeind«.
D« VA» Ver VeeshAaer Ztsatjtttchea Vergi«tL>«G, fte»
*ma -atrHs» aast tze, Keraa Rajearnth -esta-gt ßch j«tzt
Garteastratze 75, n. »pcht, (Selffaa 2tl«)
9k Reue S g a»Mge ist in de, lotzb», Sehren, wie wir hier
»iedachdU rogWöereu Mchteu. G e geast and aller möglichen
Er p er i m m re. Ei, wzche» wmrU auch tm letzte, Sebbach atr-
8 twmtn. Die Befu ch er der 6 mm faudeu Mm
I Mpr»e,G,rte»dier^t die Freueugalerie verfchlolle». Irgend ein
Hinwei» au den Eivgangsturen oder «iuen sonstigen ZuMno war
, nicht angebracht. Die männlichen Besucher wurden bmm ErntrÜt
in den Männerraum. som it sie sich auf ihre Plätze im kntken
Mittel- und Seitenschiff degeben wollten, von einigen Schnmossim
an de« Schntter, «eppckt und nach recht, bugsiert. Al, dteEin.
. tretenden sich von ihrem Staunen ob de» ungewohnten (Änp-
fange» erholt hatten, mutzten sie die Feststellung machen, »»st die
: Männer in dem testen Mittel, und Seitenschiff, die Frauen in
den beider» ander«» wchifze» der UuUu Leit» uutergedracht waren
E» entspannen sich «egen diese» Vorgänge» natürlich allerhand
Dispute während de» Gorte»dienste» und nach seiner Beendigung.
Die erste Frage lautete Natürlich: ^Laru« da»'?" Verschiedene
Gründe kursierten. Rach »er einen Version sollte e» sich um eine
..Svarmatznahme- haudeln. Die H«tzuna»k»sten sollten
dadurch vermindert werden, datz nur die Heizkörper im Männer-
raum. nicht aber auf der Frauengalerie erwärmt werden. Da»
ist schwer glaublich. Denn dann würde di« oben herr,ch--nde
. Kälte auch nach unten dringen und dort den Aufenthalt -«ein-
rrächtiaen.
I Andere erklärten. Beleuchtuuaskoften sollte» gespart
werden. Auch da» schien schwer begreiflich. Denn die Sgnazoge
lag in hellem Tageslicht, der Himmel war blau, die Sonne
strahlte. Di« im Männerraum eingeschaltete »olle Beleuchtung
erschien, weniaftens zum grötzten Teil, völlig überflüssig.
Elnig« Damen erklärten kategorisch: ..5etzt find wir drinnen
! und gehen nickt wieder rau»." Der Sinn dieser ErNärung seilte
' offenbar der sein, datz die bisher in Brerlau noch immer ber-
■ kömmlich« Trennung der Geschlechter im Gottesdienst nunmehr
- in der Reuen Synogogn aufgehoben fei.
^ Ein alter Herr, der nicht auf feinen Platz im linken Mittel-
, schiff gelassen worden war und infolgedessen ohne Gebetbuch beten
mutzt«, äutzerte wehmütig: ..Seit 40 Jahren besitze ich diesen
' Platz,Z«tzt lägt man mich nicht hinauf
Ein anderer diskutrerte eifrig über die Frage, ob er nicht
' den Gemeindevorftand darauf verklagen kann, datz er ihm den für
, da» ganze Jahr oermieteten und im oorau, bezahlten Platz zur
Verfügung stelle.
Kurz, die Situation war wenig erquicklich und kaum
geeignet, zur Andacht und Erbauung anzureäen. Es wäre in-
! ttrtljant, die wirklichen Gründe für die auffallende Neuerung zu
' erfahren. In jedem Falle war di« Regie denkbar schlecht. Denn
da» ist wohl ein« Mindestforderung, datz die Besucher de» Gottes¬
dienste» von einer derartigen einfchneidenden Aenderung in on-
aemessener Weise vorher in Kenntni» gesetzt werden, damit sie
sich darauf einrichten können. Die» schien offenbar ein»m
kleinen Teil der Besucher gegenüber, unb zwar der weiblidjen
in irgend einer Weise geschehen zu sein. Denn beim Totte»dienst
de» Vorabend» konnte man bemerken, wie etwa ein Dutzend
! Damen mit einer gewissen Selbstverständlichkeit und Forschbeil
. in den Männerraum hineingingen und sich durch da» drin^lrch«
! Zureden der Aufsichtsbeamten nicht bewegen liehen, ihn wieder
i zu »erlassen.
1 Sellten di« Instanzen, die für die Würde unsere» Gotte»-
dienfte» verantwortlich sind, derartige Vorkonimnissc nicht
abstellen können?
Aa«tt 1 eaaachrichtea
B«rl«bt: Frl. Käthe Land»b«rg mit Herrn £uni» WHl.
Breslau-Bosel. Frl. Dörre Pick mit Herrn Dr. Heinz Schwarz.
Brerlau-Llegnstz. Frl. Anna Kotn «tt Herrn Martin Llexon-
browttfch. Vrerlau.
Berwähtt: Herr Adolf Bäcker und Frau Lotte geh Gütz.
»revlTtt. Aeu R«cht»»uw»lt Ctlu Gattmaun und Frau Dr. Elkt
GLtoo»»: Gohn : Herrn Hermann Tenneuberg und As«,
Jen», ged. »atzner. Breslau. Herrn Richard Schiften und Frau
Ilse ged. Ehrlich. Bre»lau.
Gesiaetze»: Herr Martin Peiler. Bre»lou. Herr Juli,,
Iaeobäwitz. Breslau. Herr Willy Gutmann. Berlin. Frau
! Rofalie Engel geb. Hecht. Danzig.
! vrdaaag de» Gottesdieafte» ia b«a GemeindesquagoGen
\ Alte Eyaagog«:
| 8 . Januar: abend» Itz^y Uhr.
, S. Januar: Sidra Waera morgen» 8.45. 8.45, Ansprache 10,15,
Schlug 16,58 Ubr.
10.15. Januar: morgen» 7, abend» 16,15 Uhr.
Varmizwab: Josef Redlich. Sohn de» Herrn Bruno
Redlich und delseu Ehefrau Henriette, geh. Jacob. Ring 57.
Reu« GHRagoge:
8 . Januar: abend» 16,30 Uhr (Predigt).
9. Januar: Sidra Waera (morgen» 8,15. Sabboidaurgang
18.55 Uhr.
1Ü..15. Januar: morgen» 7.15. abend» 16,30 Uhr.
Barmizwah: Han» Freund. Sohn de» Herrn Ludwig
Freund und dessen Ehefrau Ilse, geb. Billiaheimer. Gobitz-
ftratze 188. — Ernst Hauser. Sohn de, Herrn Fritz Hauser und
dessen Eheirau Betty, geb. Haftel, Gabitzstratze 1^0. — Ernst
Meyer, Gähn de» Herr» Bettbold Meyer nnd defsen Ehefrau
Elfriede, geb. Rosenberg. Augusiastratze 183.
Da» S^lafertRaaraat i» atata Seasaab
Die von jeher bekannte vornehm« gediegen« Aufmachung ist
auch der Eharakter de» neuen Kleide», welche» da» Schlotz-
reftaurant jetzt «ngeleat hat. Unter Velassuno der räumlichen Ein¬
teilung. jedoch nach Anlage einer «euzeitlichen Frischluft goran-
tiereuoen Be» und Entlüstuna»«inrich1una war da» Hauptaugen¬
merk de» Besitzer» Hermann Vorwerk aus ein« stilvoll« Reuauv»
stattung gerichtet. Wertvoll« Porzellane, echte Bronzen, alt« Ge¬
mälde und selten« Kunstgäter find al» Zierden der Kamine.
Säulen und Gesimse gewonnen worden, il. a. befinden sich da¬
runter ein anftrer Biettrug au» dem Tabakkollegium Friedrich»
de» Groben, sowie eiu dem Zaren Paul I. gewidmeter Aquattnto-
Kupftrsttch au» dem Jahre >800. Da» Iagdttmmer schmücken neue
Temperagemäld« de» schlesischen Maler» Gotthard Hirsch. Die
Polsterbezäge nnd Läufer hier find einzig existierende Gildemuster,
wie sie nur noch nuf den llebetteeriesen „Europa- nnd ..Bremen"
Verwendung fanden. Diese Koftborketten stammen von Leip'iger
t Koetzler nnd wurden vom Dekorateur Paul Kolosse knnstpall
oerarbetttt. Eine besondere Sehen»würdigkeit ist da» Eüdummer.
vollständig in echt Biedermeierstil gehalten. Die wundervollen Be¬
leuchtungskörper der Räume sind nach Entwürfen de» Spezialisten
Lapen-Growald von diese« selbst geschaffen worden. Wände und
Decken enthalten nicht schlechthin einen Anstrich, sondern sind
Schöpfnngen de» Meister» Oswald Klein. Maler B.D.D. Da»
neue Mobiliar stellt« die Firma Julius Bantz. Inhaber Fritz
Borri». die neue Bierdruckanlage baute Carl Seeliger. Sämtliche
Arbeiten stammen von Schlesiern bi» auf bi« moderne, elektrisch,
anlomatisck« Kühlanlage, welche die Haubold A -G. Lhemnitz
liefert«. Für die Hatz« Qualttät der Speisen nnd Gettänk« bürgt
“ Breslau h»ck geschätzte
neuen Preise auf «in
fetzt hat. datz auch har
bescheidenste cheldbauiel sein« hest«'Freude daran hat. «t Au»,
schank «lange, die berühmten Ktpbe-Bie«. Soaienbttdi. sowie
Pilsner Urgaell nnd Seiue erster HLrfer von Rhein and Mosel.
Di« Wiedereröffnung findet Sonnabend, den 8 . Januar. 18 Utzr.
statt.
liefen«. #üi we ytwe uuoRiai »er wpermn i
der im ganze, Reich bekannt« unb in Bree
Gastronom Loawett pettönttch, welcher die ve
der ktit entsprechende» Mindostaach herabg^es