Page
Dr.äter Warta* -
nrf Dr. Kart MakMor titartna
An 2fl, Om naher rinrfclAi fa Ifc n hwr y dfe Mteiakabsr
des Bsnkhesses M. M. wirkir«. Dr. Aby War-
k«r« und Dr. Karl NrlebUr. DAWdn«lw«in| der
liliiarfi III Akn «Uma btstorsia, dar nar 62 Jahre all ge-
n uefli lat, n l y aadn Nschruf:
la Carl Mtlcbior variiert daa de ma ch» Juduntsm
eteM* iria» Pfikrar fc'schwerer K ris s m e te . Oka« «eh «n
Parftfamfsn aad Gruppierungen zu kümmern. «teilte er steh
mit MM« Name» "und »einer Persönlichkeit der Gesamtheit
rar Vsrftgung, als die wirtschaftBche Hot dar deutschen Juden
m «Uigeo begann. Der Zm trsls—i:ßni dar deutschen Juden
Ar HÄ« and A<Hbn, der von Dr. Melchi or mHbeprttndrt
war de, war der Ort «einer wichtigsten Mitarbeit Nur der
«frt» Kräh wahre, in wsfah —t Umfange eich Dr. Melchior
ohne Rücksicht auf seine angsgt lffe ns G es un d h eit hier zur
Vwfüg un g steHte. Er be gnügte «ick nicht, wie ee eo häufig
gasduetet, dank, sei nen « der Weh bekennten Hamen sur
Ver f üg u i ^ su stellen, obwohl schon der Haine des berühmten
lat e r n at ionalen PinansaacheersAndiym Ar daa Ansehen der
neuen Zentralst eile sehr viel bedeutete. Mit einer » ehcn di Be¬
reitschaft hat er euch Ar die Behandlany Von Einsetfrapn^
seine große Sachkennerschaft, die «ich mit größter Sch lich theit
daa Aaftrctena verband, einyesetst. Der Zentralauaschuß hatte
daa Glück. kt tttm einen Führer tu besitzen, der größtes An¬
sehen kn In* und Auslände mit sorgfältigste! und wertvollster
Miterkdt vereinigt» Umso y r l ir ist der Vertust, den er
durch seinen Heimgang erleidet
Es lay kt der Linie der Anschauunyen von Dn Melchior,
dm kam er nur das yartae deutsche Judentum interessierte, daß
ar den Bestrebungen eine einheitliche Ver tr et un g des deut¬
schen Judffitum» zu schaffen, seine »Ä rmst e Sympathie ent-
fMwburim Die B sg itn d un g der Reichevertretung der deut-
scfken Juden hat er ans stürfam
... _ _ i unterstützt und hat, ohne nach
saften in Erschein «ry zu tre t en, der neuen Geaamtvertretuny
kt jeder Wetes Me Wege gee b net.
ln Dr. Carl Melduor verliert daa ganze deutsche Juden¬
tum eine seiner stärksten Persönlichkeiten. Was an öxm den,
dar ihn näher in dar Arbeit kenhenlemte, immer überraschte,
war die Wime des Empfindens, die mch hinter nüchterner
Sachlich kalt verbaoy. Völlig gleichgültig gegenüber jedem
Ruberen Schein, wirkte er durch die unbeettduiche Ruhe des
Urteils, die sich mk stärkster innerer Anteilnahme verband
Sein Andenken wird in dar Arbeit, die er begann, stets
wetterieben.
Vnlaidkag« James NatOoaalds
aH dar RakksngleraagT
Ws reck au. Der s o eb ea ln Warechao eingetroffene
wohnt hat Und gegenwärtig nütoen Hochkommissar James
MacDonald suaammsnarbeitet, gib klar Vertretern der Presse
f oly m dk'hfa rm a rtn nen:
Der «rat# Punkt der Beratung Ja Lausanne galt dar
Versorg u ng der Emigranten aus Deutschland mit solchen
Pässen» die fluten Freizügigkeit garantieren. Der Pion, eie mit
Sa verso r gen, wurde daawr
, daß jsna Staaten, kt
lebt g esaug t sh»<
V ii aBpstensim
: Df diejenigen erdeter ! werden.
Dr. Gokfanaan srwfl h >i
des Veneahungeratea bei pi
rtedhmg jüdischer Ernten
Algier,Marokko und Syri
wänreod der Jan war t agun f
mit dem Hochkommissar
Das von der ~ondom
yasetzU Zentralkomitee
Deutschland wird Anfang
tuierende Sitzung abkalten
tionen werden un Komit« ►
Organisationen, wie Jewish
Comitä des DÄägation*
Länder vertreten sein, die
das Hflfswerk aufbringi
arbeiteten AktionspJ
Donald unter breiter'
Hochkomprfuar Mac
eingerichtevdrird, wird
Internatisriekn Komitee
^HSeksnntBch Vertreti.
(Jüdischen Organisationen
[ lg Jets Mücke Hm l» JMtoteMtinj
ite noch die kn Verlauf der Tagung
procheneu Möglichkeiten der An¬
ten in Sddfraakrsieh, Nordamerika,
Konkrete Pläne lusrübsr wfl rfm
des Verwahungsrstes gemeinsam
imgearbeitet weih«.
Jüdischen Wehhflfakoolerenz ,k»-
Ur Hilfe an die Emigranten aus
lanuar 1934 In London »eine konsti-
Außer den geldgebenden Institu-
auch die groben demokratischen
Agency, American Jewish Congreb,
Juive* sowie Re p r äse ntanten jener
"thrlich mindestens 5000 Pfund für
Die von dieser Beratung ausge-
' rürden dem Hochkommissar Mae-
:ponald, dessen Büro in Lausanne
drei Monate Sitzungen mit dem
Emigranten aus Deutschland, in
von neun Jüdischen und neun
sitzen, abhahen.
Z*
hak • Deutschland <
..... sollen Vor
am den Juden «Se
| werden sofl, so dab
Englischer Motgrklub
nimmt keine Jaden mekr auf
Ein englischer Leser unseres Blatte» sc h ickt uns den
Daily Telegraf vom 19. Dezember 1933, der unter dieser lieber«
schrift folgendes berichtet:
Juden werden nicht mehr als Mitglieder des Middle*
borough and diatrict Motqrdub aufgenommen. Eine dahirv-
gebenda Entschließung wurde letzten Abend auf einer außer¬
ordentlichen Generalversammlung angenommen, die einberufen
war, um gegen «he vom Vorstand ausgesprochene Ablehnung
des Aufnahmegesuches ein4s jungen Juden zu protestieren. Die
Versammlung war nicht öffentlich. Nach dem später aus¬
gegebenen offiziellen Bericht wurde das Verhalten des Vor¬
standes gebilligt. Infolge dieser Entscheidung erwartet man,
dab «he sechs Juden, «Le Mitglieder des Klubs sind, austreten
werden. Eine Kundgebung des Klubs erklärt: Wir brauchen
keine Juden mehr, nach unserer Ansicht sind sie im Klub aus¬
reichend vertreten.
Der 10ub hat etwa vierhundert Mitglieder und gehört zu
den größten Provinzialkluba.
Dar Czortkower Rebbe gestorben
Das Jahr 1933 hat der Agudas Jlsroel schwere Verluste
G ebracht. Nachdem im September 1933 in Radin Rabbi Israel
leir Hakohen, der Qtofez Chefin, und im November in Lublin
Rabbi Mefr Schepiro, der Lubliner Raf, gestorben war, ist An¬
fang Dezember in Wien' der Czortkower Großrabbiner Israel
Friedmarin verschieden. Der verstorbene Rabbi war ein Enkel
des 185Q verstorbenen Rabbi Israel von Rizin, ^des Rizmecs",
der seinerseits wieder ein Urenkel des großen Maggids Bär
von Mesritsch, des bedeutendsten Schülers des Basischem,
Der -Riziner" war der Begründeg der berühmten Sada-
gorer Rabbiner-Dynastie. selbst mit dass
wohl die grö ßte Chassi«lischen Ji
«jento ms uE H W^^>^w WM MWDWg.Ueltruf
Sr«a» v «i »i' l' itf a n il ii ‘ wr ^-
_ 1 1 i n. Der deutsche Anwald
in Hamburg in einq^^jM _ _ ... _
gliedern entsprechender Satzungsänderung aufgelöst wor-
rrlirflCitylitglieder sind einzeln in den Nationalsozialistischen
Juristenbund aufgenommen und in die Reichsfachgruppe
Rechtsanwälte eingegliedert worden. Die früheren nicht,
arischen Mhgliede« — nach den letzten Angaben etwa 3000
nichtarische Anwälte — sind nicht übernommen worden.
Berlin. Der Reichsinnenminister hat alle Behörden
geb e ten , zu veranlassen, daß in den deutschen Kalendern, ins¬
besondere den Behöidenkalemlem. die Jüdin dien Pest- und
Petertage rieht mehr aufgeführt werden.
*
Rabbiner Dr. Mai Dienemann, Ofltnbach,
der kürzlich aus Anlaß eines Vortrages, «len er gehalten hat,
verhaftet wurde, ist wieder aus der Haft entlassen worden.
Saloniki. In den letzten Monaten haben sich gegen
hundert jüdische Hafenarbeiterfamilien aus Saloniki in Haifa
niedergelassen, wo sie — auch von arabischen Unternehmern
—■ außerordentlich geschätzt werden. Nunmehr haben die
Histadruth, die Einwanderungsabteilung der Jewish Agency
and die Vereinigung der Saloniker Juden in Palästina eine
Aktion eingeleitet, um weitere zweihundert Hafen» rbeit er-
familien aus Saloniki auf Grund besonderer Einwanderung»«
Zertifikate nach Haifa zu bringen. Für die Neu ein wanderer
sind Erleichterungen bezüglich der Einwanderungstaxen und
der Unterkunftsbeschaffung vorgesehen. Eine aus einem Ver¬
treter der Histadruth und einem Vertreter der Ein Wanderung s-
abteilung der Jewish Agency bestehende Delegation wird dem¬
nächst zur Durchführung des Projektes nach Saloniki kommen.
Bekanntlich sind Saloniki und Odessa die einzigen Städte, in
«lenen Juden den Beruf von Hafenarbeitern ausüben.
Wilna. Da« soeben etediienene statistische Jahrbuch der
Stadt Wilna enthält bemerkenswerte Angaben über die Sprach-
verhäfcnisse der jüdischen Bevölkerung Ihrer Stadt. Nach der
Volkszählung des Jahres 1931 hat Wilna 193000 Einwohner,
davon 55 Oft) Juden (23*/» Prozent der 1
Von den 55 000 Juden haben 88 Prozent
Muttersprache angegeben, 11 Prozent Habet
Prozent eine nichtTikuache Sprache. Von den i
Utäten heben 127 000 Polnisch. 7 000 russisch,
1500 Weißninsch, 500 Deumen und 200 Karaiti
sprach« angegeben.
Jerusalem. Von den in letzter Zeit in Palästina rveu^N
gegründeten Unternehmungen sind die Mediterranes» Shippmg '
and Trading Co., Ltd. (Mittelmeer-Schiff»- und Handelsgesell¬
schaft) und die von amerikanischen Juden gegründete Electric-
Refiigeratiön and Appliance Co. Ltd (Gesellschaft für elek¬
trische Kühlanlagen und Installationen) hervorzuheben. Von
den im letzten Amtsblatt veröffentlichten 17 neuen offenen
Hand eteg e ael lädtaften sind 16 von Juden gegründet. Sie unb-
fassen u. e. eine allgemeine Restaurationsüzenz für die Levonts-
Messe» eine rumänisch-palästinensische Handelsagentur und eine
Keksfabrik.
Jerusalem. Zwischen der Exekutive des Welt-
Misrachi und der Leitung der Weltorganisation Agudas Jisroel
werden gegenwärtig Verhandlungen über Einberufung eines
Weltkongresses des religiösen Judentums nach Jerusalem ge¬
führt. Hauptziel des Kongresses wird die Schaffung einer
jüdisch-religiösen Front für den Aufbau Palästinas sein.
„ .. als .
und nur 0,9
n Nationa-
Litauiach,
l Mutter-
J-
•ember sind nach Pal
hauptsächlich
Leben
JhiKweHes ned
la Palästina“
Anläßlich des Gemeftnduabends in der
slten Synagoge vom 30. Deeemher hieb Herr Rab¬
biner Dr. Simonsohn einen von Psalmen des Chors um.
rahmten Vortrag über «Kohurattoe und religiöses Leben fo
Palästina.“ Das Redner begaste nasnm Vortrag mit einem
g r oß zügig en fwhkktlickcn UeberbUck.
wie Jeavoh und Joaaf darnach verlangten, im gelobten
Land begraben au sdn, so sahn tan sich die Geschlechter nach
dar Verbannung, wenigstens im Lande der Väter sterben zu
Die ganze Diaspora betrachtete zur Zeit «je» zweiten
Tempels Palästina ab da^ Zentrum daa Volke» und den
Tempel als die Stätte der trahrm Gottesvm-ehnmg.
Nach der Zerteömng daa Tempels fließen die Spendwi
dar Di aspora ln «he pal ä st i nensischen Lahrhäuser. Obwohl
nach der Redaktion dar Miackna die Hochschulen Palästinas
den babylonischen gegenüber an Bedeutung verbererL wei¬
gerten sich palästinensische Gelehrte, Erez za verlassen,
rteht es babylonische Gelehrte m» Land der Verheißung.
Jahrhunderte der Dtmkelhezt hüllen den palästinensischen
Jisdhrw ein. Wenig Nachricht haben wir aus der Zeit dar
Völkerwanderung. Später wird das Land zum Kalifat Oman
geschlagen. SahmchuKan und Kreuzfahrer s treit e n akh m der
Folge um den Besitz de, L a nd es. Der Jiechuw leidet schwer
unter den Kämpfen. Doch niemals verlöscht die Flamme der
Se hn s u cht nach dem Land.
Jehude Halevi singt seine Zionide und spricht im
JCasaxT von der Zionshebe. Um 1200 berichtet Benjamin
wo» Todda aus Palästina. Bald darauf erfüllt Nachmanidea
«las Gabot -B»r sollt «las Land in Besitz nehmen“, da» ihm für
einaa der ol3 G abot » gilt. 300 Rabbiner aas Frankreich und
England gehsn in das Land Um 1480 schreibt der Miechna-
komMntator Obadja von Bartiuaro interemante Briefe aus
Eben groß en Aufschwung nimmt der Jischuw nach der
Vertreibung aus Spanien. Saled uad Tiberias geben der
Mystik und Gesetzeetehre sine Stätte. Dort lehren teaak Luri«
und Josef Karte Um 1700 beginnen polnische Aschkenasim
einxuwandem. Wir Anden rhöatiHun sowoU wie auch An¬
hänger de, Wfinaer Gaon. Au, Amen entwickelt mch durch
natürlichen Zuwachs und Einwanderung «Be Bevölkerung des
alten Jischuw, «Be tms noch h e ute In «Be Augen Lite. Die
Jagend wfed mit etearnar Konsequenz in dem Geist dar Tra-
■flon erzogen. Diese Juden wehren sich gegen das Ein¬
dringen euröp&techer Bildung, fürchten steh vor ihren R^oh*
taten. -Wir w o fi u i nicht aas Gaachbdu mm“ mgentee.
wollen kahw Sch^d an dar Praiagube «W JüiBaAkeit tr^en.
der ah« Jischuw ab, ahar ein Kern wird
Nicht ganz so streng sind die seferdischen Juden und
die kleineren Gruppen orientaBacher Juden, etwa aus Bagdad
oder Ninive. In besonderen Quartieren wohnen «Be bucha¬
riechen Joder\ die ursprünglich aus Zentralasien stammen. Die
Vornehmsten worden einst aus der Heimat ins heilige Land
abgteackk. Sie nahmen sich «Be armen persischen Juckn eis
Nachbarn. Noch heute sind ihre Synagogen nach der Sitte ihrer
Heimat eingerichtet. Dir Reichtum ist sehr gesunken, da der
Wohlstand ihrer Heimat durch «Be Sowjets vernichtet Wurde.
Sie sind sehr konservativ und pflegen die talmudische Bildung.
Wir können beobachten, wi» bacharische Sacknäher ihre Kinder
Talmud abhören.
Am interessantesten sind die jemenitischen Juden. Sie
gehen als ^Zaddikim“, sind überaus fromm bei einem völlig
anspruchslosen und bescheidenen Leben.
Dr. Simocteohn gab anschließend einen kurzen Heber-
blick über «Be Geschichte des neuen Jischuw. Infolge der
Bemühungen Moses Montefiores entstehen die ersten Acker-
beitechulen und mo«iemen' Siedlungen. Wir haben die Sied¬
lungen der „Alliance", die Ackerbaukolonien des Barons Roth¬
schild. Mit den Bilu-Koiooisten kommt 1882 ein ganz neues
Element ins Land. Bis dohki kamen alte Juden, die im Land
lernen, beten und sterben wollten. Nun kommen Junge
Menschen mte moderner Bildung, di» jm Kampf gegen die
Unduldsamkeit des Ghetto, durch die „HaskaTa" zu einem
neuen jüdischen Nationalismus gekommen sind.
Sie suchen eine neue Heimat, ein Leben der Freiheit und
der Arbeit
ln Europa entsteht der politmcche Zionismus. In der
Verbindung mit sozialistischem Gedankengut erhält der
jüdische Nationalismus die Un über windlichk eit die mit allen
Schwierigkeiten fertig wird. So wird die Arbeiterschaft zur
Trägerin des Aufbau».
Wenn gesagt wird, die Arbeiterschaft »d nicht religiös.
*° **t *u erwidern, daß daran eme verfehlte Erziehung scftuld
w’ der Ekern und Lehrer kt den jüdischen
Masten Rußlands und Polens, einer neuen Zeit gerecht zu
Diesen Menschen wvutie «Be Religion verleidet, wenn sich
Schacher und Religiosität zu vertragen schienen.
Den Begabtesten versperrte das Gewalltregiment des
Zarismus den Weg und trieb sie in «Be Bahnen der Revolution.
Es ist ein Glück, daß sich zu ihren sozialistischen Ideen
«je Liebe zum jüdtedien Volk und Land geteilte. Ohne diese
Verbindung winden sie heute al» geschworene Feinde des
Judentums in Rußland sitzen.
Di« Arbeiter sind die Träger des kulturellen Leben» im
neuen Jischuw. Sie haben das Land aufgebaut, Sire Ge¬
sinnung gibt die Gewähr, daß der Jischuw aauern wird.
Um so größer und verantwortlicher ist die Aufgabe, die
denen erwächst, die davon überzeugt and, daß Land und
Sprache afirtn «in jüdische, Leben noch nicht zu gewähr¬
leisten vermögen» daß eine echte, auf des Tradition rthende
(Eine Spielfolfe von Bewe-
£ungscnören
Sonntag, den 21. Januar« Tauentiien- Theater
Hechaluz
jüdische Kultur hinzukommen muß. Diese Erkenntnis ist im
Jischuw schon heute weithin durchgednmgen, von der
Rechten über Blalik und Useischkin bis in die Kreise der
Arbeiterschaft hinein, wenn man von ein paar „doktri-
närrimhen" Führern abaieht
Wir haben heute schon starke Kräfte, die sich bemühen,
«len alten Jischuw zu wecken und den neuen zur Tradition zu¬
rückzuführen.
Unendliches Verdienst um die Erfüllung des Sabbat hat
sich Nachman Bialik durch seinen Oneg Schabbet in Tel
Awiw erworben. Von den 1500 Menschen, die hier ihre Lieder
ringen. Vortrage hören und auf die Habdalo warten, hat so
mancher erst hier seinen Sabbat wieder gefunden. Schon
heute finden wir m Palästina eine Sabbatruhe wie sonst
nirgend, ohne gesetzlichen Zwang.
Einen hohen Faktor des kulturellen Aufbaus stellt ferner
das Schulwerk der Misrachi dar. Wenn auch die welt¬
anschauliche Erziehung noch unter der Indifferenz der Eltern
leidet, die zum großen Teil aus blkgertteiien Schichte»
stammen, so ist doch der wissensmäßige Erfolg — etwa auf
talmudsschem Gebiet — bereit» »ehr groß.
Diesem Schulwerk fällt die doppelte Aufgabe zu. in «len
Städten des allen Jischuw die notwendige Synthese zwischen
Ueberliefenmg und Leben zu vermitteln, in den Städten d ti»
neuen Jischuw die Verbindung mit den geistigen Gütern der
Tradition herzustellen. Nicht zuletzt bedeutete die eindrucks¬
volle Persönlichkeit des Rabbi Kook eine wesentliche Stütze
des religiösen Aufbau». Er g en ießt die Bewunderung da»
ganzen Volkes, ln einem Brief vertrat er einntel «Be Auf¬
fassung, «Be Seele jedes Juden sei au* zwei Elementen zu*
sammengesetzt, dem „Chelek Hassegula“, dem Ererbten und
Ueberkommenen, und dem „Chelek Habschira“ dem Element
der freien Wi'llententschridung.
Das erste Element ist unzerstörbar, aber manchmal ver¬
staubt und überwuchert, ln unterer Zeh ist weithin an »eine
Stell« «Be Liebe zum Kiel, zum Bodem zur Heimat getreten.
Es ist Sache «les Taimid Chacham, aurch erziehende Liebe
auf diese Menschen zu wirken.
Als vor 25 Jahren Tek-Awiw begründet wurde, erlaubte
Rabbi Kook «Be Ansäedlung, obwohl es kein ^Beth Haknesseth“
in Td-Awiw gab. Er sprach Le Hoffnung- aus, daß, wo
Juden leben, auch ein -Beth Haknesseth“ entstehen «ritede.
Heute haben wir in Te4-Äwrw über 90 Bethäuser.
Das sind Symbole Dr den inneren Aufbau. Der Fort¬
schritt «les inneren Aufbaus wird auch seine Bedeutung für
die Bezieh an gsbÜdung mit den anderen Völkern haben, wie
es der Midrasch von «len Königen Kanaan» «egt, die auf stetem
Krienzug in der Wüste Israel begegnen, da« dis
Josefs mit akh führt. Sie sehen die Krane Joaef% nehmen
ergriffen ihre Kronen ab und legen de auf den Sarg.
Wenn aber der Leichenzug Josef» einen aoidten Ein¬
druck machte, wie sollte der Zug seiner lebendig» Nach¬
kommen die Wirkung atrf di» Völker verleiden? K. R.