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Jüdische FeitMlS
(Züdifche Dolkszeitung)
Lnzetgen-tannehme: LH. Schatz»- L-S.. Fernruf 24460/ü-, so» Dtatfchoflsh era t er
Dr. tzNfted Htrschfelb, 2rc*tai l, Otztauer Sie. 87, J tn at f 3)002. Oi« iffc 22 mm hechte
Zeile 7 Pf-., die SV mm dicht« Lext-elle 40 pfg. Srarißigter Grundpreis (mm Spfß.), flr
Famtiienaozelgea, Stellev-esuch« «tr. Sch Dtzdechriungen a. Meogrnodfchlüffm Aadatt.
Erscheint
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«metvettauf 13 vfmcha (atMoOrt* 20 ttf tm>0)
J h — f L Se-nMechs: gär Br rilsii Mi Jsrtsg «0 pf„ tz»ch Ms pef 73W.
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Drrfaotfort Breslau * SchrWettung u. DtrMebSstrve: Sattenstrafte 23, S eni l prechre 37277
Rümmer 13 Breslau, den 2 ^ Ipti, iyz<
Vochcheckfvnlo: Breslau 20133
41 . Ladraano
Zum JüdBdi-Arabisdm Problem
Von LLiebcnstein
Dieser Artikel, dessen zweiten Ted wir in der
folgenden Nummer veröffentlichen werden, ist dem
Serrunelbuch de, Hecheluz gleichen Titels entnom¬
men. Er enthält eine ausgezeichnete Darstellung
der wirklichen politischen Mrömimgen, Kräfte und
Ziele der in und um Erez Jisrari ringenden Völker
und lä£t den der Arbeiterpartei angenörenden Ver¬
fasser als einen der fähigsteh politischen Köpfe
de, Jischuw erscheinen. (Ked.)
Der Zionismus ist eine politische Bewegung Sein Zu¬
standekommen ist zwar eine Folge von innerjüdischen Kräften,
aber das Ausmai und des Tempo seiner Verwirklichung ist
nicht nur von unserer inneren Entscheidung abhängig. De
einerseits das jüdische Volk in der Diaspora in einem raschen
Zerstörungsprozei begriffen ist und Palästina andererseits in
zunehmender Weise zu einem Expansionsfeld auch nichtjüdi¬
scher Kräfte wird — so ist die Frage des Tempos und des
Ausmaßes der Verwirklichung des Zionismus ein entscheiden¬
des Problem. Oder mH anderen Worten: Die eufcerpoKtische
Stellung der zionistischen Bewegung, das Mab von Zustimmung
oder Ablehnung der uns kreuzenden Kräfte ist für das Schick¬
sal des Zionismus von ungeheurer Wichtigkeit.
'jEigentlich.^ von einem aktuell—^ |>oÜtiech— Standpunkt,
Standpunkt der nächsten
bis fünfzehn Jahre
, _ __ ... _ .. ... Palästina
. . _____ _ —Igst—■ neutral zu oer Konzentrierung
rrll Ü er jüdischer Massen in Palästina stehen, dann wäre
damit das aktuelle politische Problem des Zionismus ge¬
löst Bei einer Einwanderungspolitik des Mandatars, die die
Einwanderung nur durch die Ökonomischen Aufnahmemög¬
lichkeiten des Landes beschränkt, bei einer Agrarpolitik, die
den Einwanderern den Erwerb der wüsten, versumpften und
unbebauten Strecken erleichtert, bei einer fiskalischen Ver¬
waltung, die die von den Juden gebrachten Lieberschüsse des
Budgets fltu jüdische Aufbauzwecke zur Verfügung stellt,
könnte der Jischuw heute um viele Zehntausende gröber sein
und dementsprechend auch die Wirkung des Zionismus auf
die Juden.
Eine der wesentlichsten Schwierigkeiten unserer Koloni¬
sation ist — wie bekannt sein dürfte —. der Mangel an Koloni¬
st» tkmsfin an z«n. Diese Schwierigkeit könnte durch eine eng¬
lische oder durch eine von England inspirierte Garantie weit¬
gehendst gelöst werden. Es kann leider kein Zweifel bestehen,
dab die „vorsichtige“ Haltung der britischen Regierung gegen¬
über einer internationalen zionistischen Aufbau-Anleihe keine
rein ökonomischen Gründe hat. Die in England aufgenommenen
palästinensischen Regierungsanleihen vwrden durch jüdische
Steuergelder gedeckt, und es würde bei gutem Willen nicht
schwer sein, eine Garantie auch für die Tilgung einer groben
zionistischen Kolonisationsanleihe zu sichern.
Nach fünfzehn Jahren englisch er Politik in Palästina kann
kein Zweifel über deren Grundrichtung bestehen. Keine von
den bisherigen britischen Regierungen zeigte Interesse an einer
jüdischen, das Schicksal des Landes bestimmenden Massen
Siedlung in Palästina. England braucht die Juden, um die
Araber nicht zu stark werden zu lassen, und um eine zusätz¬
liche Sicherung gegen eine arabische Bewegung zu haben,
die auf die Emanzipierung das vereinigten arabischen „mitt¬
leren Orients“ von englischer Herrschaft zieh.
Um diese britische Funktion in Palästina zu erfüllen, ge¬
nügt aber eine jüdische Alija (Einwanderung), die ein be¬
stimmtes Proportionsverhähms zu der arabischen Bevölkerung
des Landes nicht überschreitet. Ein langsam wachsender, nie
aber zu einer ausschlaggebenden Kraft werdender jüdischer
Jischuw ist wohl das Idealbild der englischen Palästina-Politik.
Dieser Zustand hilft ihr. die arabischen Nationalisten weit¬
gehend im Schach zu halten, ohne dabei Gefahr zu laufen, von
jüdischer Seite aus selbstständige, auf staatliche Autonomie
ninerbeitende Kraft entstehen zu lassen. Diese Lage — einer
in absoluten Zahlen wachsenden und trotzdem ständig in der
Minderheit bleibenden jüdischen Gemeinschaft in Palästina —
fördert eine für die Mandatarmacht wohltuende Spannung
zwischen den beiden Nachbarvölkern und ermöglicht ihr eine
fast unbeschränkte Herrschaft im Lande. Manche Engländer
nennen diesen „britischen Zustand“ des Landes nicht ohne ein
gewisses Mai von Ironie: „Die Bildung eines geistigen jüdi¬
schen Zentrums“. Dieser Leitfaden britischer Politik 191/ bis
1933 steht in krassem Widerspruch zu unserer zionistischen
Konzeption — durch die Kolonisation Palästinas die fürchter¬
liche Judennot der Zeit zu lösen und Erez Jiwael als Heimat
für Millionen von Juden zu gewinnen. Die Geschichte
der englisch-zionistischen Beziehungen in den letzten sechzehn
Jahren ist ein ununterbrochener, meistens latenter, oft aber
offener Kampf zwischen den beiden Auffassungen dem Palästina-
Problems.
In allen Fällen, in denen es mit Recht oder Unrecht
schien, dafi das Tempo des jüdischen Aufbaues Ober die ihm
von England zugedachte Ftstktion kmeuewuchs und aus Pa¬
lästina ein Lana der jüdis ch e n Massensiedkmg und höherer
jüdischer Gesellschaftaauttur machen könnte, — gebrauchte
die britische Politik den arabischen Nationalenus, am die
jüdische Entwicklung zu bändigen.
Die Zeiten, in denen naive Zionisten dachten und manche
weniger Naive andere zu überzeugen versuchten, dai England
aus seiner Sympathie „zum Volk der Bibel" oder aus einem
Gerechtigkeitsgefühl heraus, uns das nationale Heim ver-
§ »rochen habe, sind vorüber. Jadaa Jahr palästh>enstech«r
ntwicklung hat diese Unionen zerstört, jedes Jahr hat die
Wichtigkeit Palästinas Dir das br i tische Imperium unter¬
strichen. Die Führung der britischen Luftlinie nach Indien
durch Palästina, der Ausbau des Hatfaer Hafens, die Legung
der Oelleitung nach Haifa, die En tdec k ung von wichtigen
Sprengmittelchemikalien am Toten Meer und die steigeöde
strategische Bedeutung von Akabba hat auch dem Blinden ge¬
zeigt. wozu England Palästina braucht
Die britische Politik benutzt zwar die Juden, um als
Steuerzahler den Bau ihrer handelspolitischen und militärisch
strategischen Stützpunkt« zu fördern. Sie freut rieh der jüdi¬
schen Kolonisation, die dafür bestimmte wirtsc h aftlic h e Vor¬
aussetzungen schafft. Es liegt aber eicht in ihrem Intercese,
dafi dieses für sie so wichtige Land von einer s e l bstbew u ßt—,
europäischen organisierten — and nach britischem Gefühl —
mit englischen WritpoÜtikzJelen innerlich so wenig verbundenen
Bevölkerung, wie die Juden es sind, maßgebend be¬
stimmt wiro.
Die englische Politik in Palästina ist auf der jüdisch¬
arabischen Spannurig gafgeb—t^ Diene Potttft hat sirit Ms
die Unruhen aaJt dem Beginn dar 5. Alte dis
vom August 1921. Als die heutige Auja die Jod— —kl h
' - te und ab tat der Mandat»
nisrion in Genf dis Frage der Erschließung Tran»
nlens für die jüdische Kolonisation aufgeworfen wurde,
»riete der britische Vertreter in Genf, das die übermäßige
Palästina um fast 40 000 us eg rüße, t <
kommisrion in Genf dis rrege
Jordaniens
antwortete
Judeneinwanderung die Araber beunruhigen müsse, und wenige
Wochen nachher sekundierte ihre der High Commiarioner in
einer Rede in Nablus mit dem Hinweis, daß auch bei ihm
manche Erscheinungen der jüdischen Einwanderung B esorgnis
mmmmmmmmmmmMmmmmrnmmmmm
Die Palättina-üantall—g is Breslaa
In der Zeit v o m 6. b i s 13. M a 14934 findet im Verein»
haus, Reichspräridentsnplatz 9, die Palästina-Ausstellung
Erez JisraeLdasLaaiier Jade«
statt. In Berlin, in Leipzig, In Hamburg, überall, wo die
Ausstellung gezeigt wurde, erregte sie in allen jüdisches
Kreisen das größte Interesse.
So wird es auch in Breslau sein.
in
erregen. Wie wir wissen, es brachen kurze Zeit darauf Un¬
ruhen vom November 1933 aus. Es ist nicht ohne Reiz, daß
trotz der arabischen Opfer, die in di—. Tagen tat den
Streben Jaffas gefallen sind, arabische Notabrin dem High
Commiarioner Wauchope gegenüber erklärten, daß rie zu ihm
ihr Vertrauen nicht verloren haben . . .
Die fünfzehnjährige Praxis der Engländer in Palästina
ist uns zu gut bekannt, am uns irgendwelchen Qlaskmen in
bezug auf die Triebfeder der jüdisch-arabisc h en Spannung hin¬
zugeben, und auf englische Hilfe für j ü d is ch s isblsche Ver¬
ständigung zu hoffen. Die ^vorriehtkre" Stellung der britischen
Verwritung zu der Annäherung jüdischer und arabischer Ar¬
beiter, das hartnäckige Verschwe i gen der positiven Bedeutung
der jüdischen Einwanderung für de arabische Bevö&enmg ln
offiziellen Kundgebungen, die Htnrinnahme von antijüdiseh—
arabischen Notabrin ln teste und einfinfireiche Beamt—posk»
tionen das alles und manches andere spricht täglich eine zu
klare Sprache zu uns
Arbefefeaetadul Nr Urin mi Juaandafteta
21 Apvä, vorm. 1113 Uhr, Tauentzien-Theater
2 FUmvorführunoen.
1. Läbtn im Kind«rd r f Btn Scham an
2. Dar Wsg dar jfiA Jugend nach Palästina
Vortrag: Dr. Ooceg Berlin — Chöre der
jugeitdbünde.
Eintrrlfcpreise 050 Mit, j u gend li che <120 Mk.
Vorverkauf: Branden, Budterdiete, Potairimsbüro.
Die Bemüh—g— ms dm mibtarb— Mar
ZwrifeUos würde auch tan Falle
den Lege der jüdisch englischen
unserer liahung den Arabern
Bedeutung sein. Gerade das
Bsdürfnis nach Erweiterung der Kotonh
Sorge um Märkte für die Jüdische b»d—
dte historische Notwendigkeit mit dem per w
stftndigkfc erwachenden arabischen Vofk’ ris — Moi
zu finden, müßten — auch bri norm—r
Beziehungen — tan Laufe der Zeit das sr
den Mittelpunkt unserer Aufmerksa—eit . >, .... —— -
maleren enritsch-jüdischen Besieh onfgfc könne— wb ab-dam
jüdisch-arabischen Problem mit lagern Atsan gegmähsr-
atehen und den Aufstieg anderer btt* tan Arakmite ge¬
duldiger erwart en . Was jetzt d« Wtahenfctacbfjwm«
so akut und aktuell macht, ist M MMtaashinla dm
jüdischen und der britisch— Paläs tin a ir-i ep ti— fskstüm-
Ikh gesprochen: jede neue, vee der Regierung «W""*
Arabaraosachrritung ist rin neige Argenem Ita jtliech»
erabieche Verständigung.
Die Stuati— der Jühstii pä „ k —■- . -, i
vor jedes - n m ä-k-ä m MfrgPra ta l —. ch.*ir t*äj
auf dieser Gnmdhffi den
in dem arans—
der Mandls, dar alt fit..
ihnen stamm—dn nadt R
nistische Junge Generation
sehe Massenrm Wanderung schränkt von Tag
tischen Aussichten dieser Kreise rin, und
Seiten her: einerseits, weÜ durch dis Ti
Mas— rin Wanderung die von fluten
B e am ten podti onen beschränkt werde_
durch, daß die Jüdische Bnws n j mm g h» da,
völkerung Palästinas eins totale wirtsd—alche _
wälrung bewirkt, als daran Folge ganz mtiäs Sütels
als die heute maßgebenden — A it ri t s r .
Vs»
fsa^s «I
srisgmi
ertum — zu Ökonom rieh*
ftllch em Bewußteste,
tüchtiges
** I 'Keee objektive Wtakun,
Palästina macht beute aus de,
Antisk m lst e n und Judenfeinde.
wir uns erklären»
de jüdische Einwanderung sd dar
'ijBiul
—TpSSher
irkung der JudaMptParidar—g ssl
den Wusnteo rijtedim «MM
»de. Aue dUmr iS^Msjä
kaufenden Grundbesitz sr als poMtisciis
« egen den Verkauf von Boden — Juden u_ _
7ettern fällt den Btendis allerdings —» leichten «raM ris
ganz sensu wissen, daß flwe Proteste rächt sass Vskti 4m
jüdischen Boden keufm Muen, dsfär s ber ss sBmkl ad^
nistrativan und g, ** * “ ‘
m M «rinä»
__ _j swtr d% jflte
—m ——r «rsmii
»t
sehen Bodandmst sicht zu_
prrise and die Bodane—uehsh_ _
eteehungsfddef, Atlve Padtivar ti Üg^
Wir wollen aber nicht bri dieser !
arabischer GcgunaÜtiHchketa täriben.
untersuchen be m ühe n , ob wir nicht__
anderer Inter es— —d Ziele das heutig—
Führer Ihre b—ahanda GegnerschsA zum
schwächen oder s og a r übsrbrüdun kfis—m
Welches rind die trabend— Kräfte das —ablach— Pa¬
lästina. und was statd ihre politisch an Zielet
Wans wta die beoto fahrend— —bisch— Kreise tat Pa¬
lästina näher betracht—, dann köno— wir, et w — schsmstisch
gmehan, drei R ich t u n g— — terschrid—:
1. Dis Schichten, die rig—dich mta dar Tat—che dar eng¬
lisch— Vorherrschaft tan groß— gnne— sirfrl 1 lisi stad —d
der— Kampf auf eine mäßige Autonomie harn—Haft, As hrm
Bedürfnis nach mehr BeemtanstaBan, nach wirtKhaMkhe
Privilegien und ihren rismBch baa^eid—— j
Prmdgmnsprüdi— mehr Rechitnug trägt Diese
wann rie such maarhmal d— grafte Wart dar 1
Föderation tan Munde führ— — hah— «
Föderation, Ls d— Bbtad das taoktach— 1
des Araberttnns in Palästina stärk— 1 ‘
Für diese Kreise ist die Pamflk “
tstiv. Viele Beamte, Eff—dlä laritagm—, H—MäNr g»
hör— dazu . Aus anssrsr poMtadb— Nriutaflt bs— bsp—
wir diese Kreise bri im schisä— 4
spiel bri d— haihfsnitailr
—Mtedt—
> Tkretas^—
aUsch— sad syrisch—Tate
— whA state ria—flehe Angat
NsseVsseblbl tugsäs—-
taH|—tar, H—Mtar g»
—s^b— Ntastaflt bs—tat b——
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tat dm hUdä srib— driofl
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