Seite
Unter der'^Jcberschrift „Gegen unsachlich« An¬
griffe auf die deutsche Rechtspflege! — Eine
notwendige Feststellung** schreibt Oberregierimn.
rat Dr. D o e r n e r (Deutsche Justiz“, Nr. 25) u. a. folgendes:
ln Nr. 17 vom April 1935 bericht«* der -Stürmer**
unter der Ueberschrift „warum der Jude seinen Namen ändern
will. Jud David Isak verhöhnt den Antisemiten Fritsch. Der
Protest des „Stürmer" über den Antrag eines gewissen David
Isafc, das Amtsgericht möge ihn zur Aenderung seines Vor-
und Familiennamen« in „Rudolf Fritsch" ermächtigen.** Des
Amtsgericht hatte den Antrag vorschriftsmäßig öffentlich b^
kanntgemacht. Nach allgemeinen Bemerkungen über Namens»
Änderungen bei Juden fährt der „Stürmer** fort:
„Hat der rastänidigr Rfc h iar sich kein« Gedanken ge¬
macht, warum der Jude David Isak seinen Namen eb&ndem
will? . . . Der „Stürmer“ hat die Schändung eines Namens,
der ungezählten Tausenden heilig ist. vereitelt. Der -Stür¬
mer" hat gegen die Namensänderung dea Talmudjuden David
Isak telegraphisch Protest erhoben, -- Die Nr. 33 des „Regie-
rungtanzeigers für Württemberg“ wurde dem „Stürmer“ von
einem einfachen Mann« zugeschickt. Dieser schlichte Mann
war über ein Ausschreiben in den gerichtlichen Bekannt¬
machungen des Regierungsanzeigers empört, über das Hun¬
derte von Juristen gedankenlos hmwegfeseiw Ein einfacher
' Mann aus dem Volke hilft eine jüdische Provokation verhin¬
dern. Irgendein Richter aber muß erst öffentlich sich erkun-
digen was richtig oder falsch ist**
Demgegenüber ist folgendes festzusteUen:
1. Der Vertreter David Isak entstammt aus einem seit
Menschenaitern in Südboden ansässigen bodenständigen
„David Isak“
Bauemgeschlecht Aus einem vom Pfarramt auf Gnsd dsa
Familienbuchs gefe r ti g ten hwm geht hervor, daß nicht
ersf «r imd sein« Ehern, sondern such seine weiter rurftck-
n len männlichen V erfahren väterlicherseits mit Narom
und ebenso deren Eliefniuert mindestens seit 1728 der be¬
sehen Kirche angehören. Die Männer sind durchweg
Bauern. Der Name David kommt in mehreren Generationen
vo ft^ Die Frauen stammen gleichfalls ai» bäuerlich« Fa*
i 2. Dieser David Isak hat beim Amtsgericht laa Ermäch¬
tigung zur Aenderung seines Nemerw nadigwucht, wall sein
jetzt jüdisch klingender Name ihm einen sPachaal der Ar -
keijaaMle und apäter einmal auch die Gründung ^ves eigenen
Geschäft» erschwer«. Er hat den Namen „Fritsch" in Anleh-
nurtg an den Mädchennamen seiner Mutter gewählt.
, 3. In dem Artikel wird, ohne der Farbe auf <fen Grund
zu gehen, mit aller Selbstverständlichkeit ein Volksgenosse als
^Tohnudjuda" htageeteUy obwohl «eine arische Abatammi
hmgeatellt. obwohl «eine
Bs wird behaupten, ein
n»diJbJ^|J99S
mete, dazu noch in den eines ___.
zu 1 verhelfen Zcxn Schluß wird Ihnflrhea auch noch dem
ganzen Richterstande zugetraut und voe ge worfen.
Für un« Juden ist neben dem hier gerügten „unssch •
liehen Angriff auf di« deutsche Rechrtpfläge* auch inter¬
essant, wie weit der Druck der Verhältnisse haute geht daß
ein^uTHrischer Mann, so kann man wohl sagen, seinen Na
muß, weil er „jetzt*
schwere persönliche Nachteile
klingt und
chten muß.
konnte Maler Heinrich Gottselig in Frankfurt a. M
einem Herzschlag erlegen.
Chicago (JTA). Der vor kurzem verstorbene Chicagoer
jüdische Rechtsanwalt Henry Wolf hat eine Million Dol¬
lar zur Errichtung eines jüdischen Krankenhauses in Chicago
hinter lassen. Ferner vermachte Wolf dem derzeitigen ameri¬
kanischen Botschafter in Berlin, Prof. Dodd, der vorher an der
Universität Chicago wirkte, den Betrag von 5000 Dollar.
(JTA). Die Zeichnungen für dea Ke ran
Hejessod in Palästina haben in der Zelt von Rösch
Ha sch an ah (Oktober 1934) bis zum 1. Juni 1935 den Betrag
von 35 460 Pfund erreicht Gegenüber den palästinensischen
Einnahmen des Fonds in demselben Zeitraum des vergangenen
Jahres bedeutet dies eine lOOprozentige Steigerung. Jerusalem
ist an dem Gesamtbetrag mit der Summe von 5288, Tel Awiw
mit 14 920 und Haifa 74/1 Pfund beteiligt.
*
Moskau, 25. Juni (JTA). Der ^Apikoires", di« einzige
antireligiöse jüdische Zeitschrift Sowjetmßlands, hat ihr Er¬
scheinen aus Mangel an Lesern emsteilen müssen.
Warschau (JTA). Im Alter von 67 Jahren ist in War¬
schau der berühmte polnisch-jüdische Historiker Simon Al¬
ke n a z y gestorben. Im Januar d. J. war Prof. Aakenazy
schwer erkrankt und zu seiner Behandlung wurde der Leiter
der Abteilung für innere Krankheiten am Berliner Jüdischen
Krankenhaus, Geheimrat Prof. Dr. Hermann Strauß, nach War¬
schau berufen.
Warschau (JTA)- Gegen das Heim des zionistischen
Klubs Kadimah und de« zionistischen Sportklubs Haschachar
wurde ein Sprengstoffattentat verübt. Der 13jährige Emanuel
Werbner und der 14jährige Ephraim Fortmann wurden schwer
verletzt und mußten ins Krankenhaus gebracht werden. Die
Einrichtung ist schwer beschädigt. Die Täter sind unerkannt
entkommen»
Wien (JTA). Auf dem Semmering fand die Grundstein¬
legung für die erste Schutzhütte de« jüdischen Sport¬
klubs „Hakoah" im österreichischen Alpengebiet statt, die
' erste jüdische Schutzhütte in diesem Gebiet überhaupt Das
Protektorat haben die Präsidenten der Kultusgemeinden Wien
und Graz, Staatsrat Dr. Desider Friedmann, und Dr. Robert
Sonnenwald, Übernommen, Zu der Feier hatten sich auf dem
ungefähr eine Viertelstunde sm Hotel Panhaets «dmim
Bauplatz eingefunden: Oberrabbiner Dr. David Peuchtwang,
Vizepräsident der Kuitusgemeifide Dr. Josef Löwenharz, Rat
der Stadt Wien Dr, Jakos Ehrack und kuufete Repiüasn
kanten der jüdischen Sportwelt.
Artsd» Anwälte
Hs Vortroltr voa Judas
Wie die „Jüdische Rimdechau" mitteilt, ist im Anwalt* -
zimmer de, Landgerichts Berlin ein Anschlag des „Bundes
nationalsozialistischer deutscher Juristen,"*, gezeichnet vom
Fachgruppenberater Wolfgang Herdwr, angebracht, worin
dagegen Stellung genomm« wird. daß in Angelegenheiten
der Deutschen JGbettsfront arische Rechtsanwälte als Vertreter
nichtarischer Betriebeführer eraridenen. Z^r sei e, den de«
BISDJ «gehörig«* Anwähwi gestattet. Nkhtarier zu beraten
und zu vertreten, doch sei ee nicht tragb ar, d aß eine solche
Vertretung g ege n über Gliederungen der NSDAP, wie es die
Deutsche Arbeitsfront sei. stattfinde.
Bei dieser Gelegenheit, schreibt die „J. R- , möchten wir
auf eine in mehreren Zuschriften an unsere Redaktion zum
Ausdruck gekommene Mesoimg kinweisen, wonach es sowohl
auf jüdische als auch auf nichtjüdische Kreta« einen schlech¬
ten Eindruck macht, wenn Juden, die sich früher von jüdi¬
schen Rechtsanwälten vertreten ließen, jetzt Arier mit ihrer
Vertretung betrauen in der Erwartung dadurch Vorteile zu
erzielen, eine solche Haltung wird vielfach als ein Mißtrauen
gegen die deutsche Rechtsprechung gedeutet; alle Organ« der
Rechtspflege haben gewiß volles Verständnis dafür, wenn Jo¬
den ihre Angelegenheiten durch jüdische Anwälte vertreten
laschen.
Auch in Breslau scheint ein derart unbegründet ee Mi߬
trauen gegen die Justiz zu b es t ehen, daß zahlreiche Joden
glauben, sich arische, möglichst aoghr der NSDAP an gehörige,
Anwälte zu Vertretern nehmen zu müssen.
AUS DEN GEMEINDEN
Am 1/
Ankbacher,^
auszubauen".
iS Jtsrwwl Orfi
Am 17. Juni sprach in der Lesaingloge Rabbiner Dr.
W i esbaden, über das Thema „nuife pp Zeit tat es
Der Redner führte aus, welche Gründe die in der Agudas
Jistoel Weltorganisation vereinigten geaet»«!streuen Kraja« de«
Judentums veranlaßt hätten, eigene Aufbauarbeit in Eres Jt* -
rod zu leisten. Die liberale Judenheit sprach dem jüdischen
Vou den Volkscharakter ab und erklärte das Judentum für
ein« Konfession. Palästina war ihnen eine pietätvolle Erinne¬
rung, hatte aber keine Zukimftsbedeutung- Die hefUge Spracht
wufde ebenso wie die Zion betreffenden Gebete immer mehr
An die Zionistische Jusaad Breslaus
Trotz dea allgemeinen arfraottchen Fortschrittes der
foßskai-Aktio« fe Breaiew tat* die asHUhge Tataaaha so ver¬
zeichnen, daß zahlreich* Zion taten, dl« den nonie» tacken Ver¬
bänden (insbesondere den Bfoden. dem Hechalux and dem
Maßkebi) angehören, ihrer Schakalpflicht noch nicht genügt
halben.
Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf den Aufruf,
deri die ZVfD zusammen mit dem Merkes dies Hecbahzz, den
Präsidium des Deutschen Makkabtkrriaes and desn 'Arbeitskreis
zionistischer Bünde erlassen hat und in dem aa unter ariderem
heißt:
„Es tat selbetvcmlndUche Pflicht jedes Ziontat an,
den SchekeJ so zahlen. Dia siontatische B e wag «g
kann nicht zt^saen, daß Menschen, dta ihr «gehören, ^
di e se riontattache Ehrenpflicht nicht erfüllen tmd wird
sie mit entsprechenden Maßnahmen zw Zahhmg das
Schekels veranlaaaen müaaan."
Wir erw art en, daß in dar kurzen Zeit, die an« für die
Scßskel Akttan mir Verfüg«« .stakt. auch die rinotattaBhs
Jugend Breslaus ftire Pflicht erfüllt
Die Isafen de Woche tat tat Efevemehmen «h den
Bünden, de« «schale» <md dw IUUI wm Sche¬
kel-Woche erkltat wer du«.
Bel den Heimabenden, TwnVeranstaltungen usw. haben
allch JA^Heder dieser Verbände Gelegenheit, den Schekel so
Zahlt den Schekell *— Werbt für ihnl
Die Ort*-Schekel-Kommie«ion <W Breslauer rtantaltarhan
Verainiguag.
au« dem Gottesdienst entfernt. — Der Zio ni smus beton te zwar
den VoUnctaarakter des Jodmwuma, esUlrta dass Wisdiyawftia
Palästina« als wichtigste Zukunftsaufgaba und die Briemvng
des Hebräischen als VoLmprachs tas satisnaln Pmdptm*.
ReBgion wurde aber Privatsache «w ha nationale Mtnont
zurp leitenden Motiv erhoben.
jüdische
Volk und
Volk für sie nur ein« Pilstanihwsthl
r olk und überlieferte Lahre so «taar Ftabefl ..
tat, trenn der Aufbau Palästinas an Einklang and
Vorschriften des Re Ag ton^eaatze, gwchAhn Dta
Sprach« tat «in« jiü»i und rapräranttart nicht s>
ihren Gebraudk als lung eng mpi ai.he Judentum
Jtaroal Wehorgantantian hat daher durch Auen
«huw eben Ford« für den gaas u estre u e o Asdha
g«chafbn. Sie hat ein raViBsaa Schoiwerk
einige K ol o nien Hetzen hereitawter gr üß wn Anzahl
treuer jwtger M«arhan AihahmnUgllchkiitan
nchch dem R aHyi o n sgaaats. Sie hat efce f«etse«tiuui_
beweg ung (Poale Agudas Jtaroel) km Lohen gerufet L v
bereits tan gansan lende In größerer Zahl » «tr e t en tat.
Redner bedauert, daß Gründe der Taktik ein “
arbeiten mk dem .JUseckT, mit deoaan Portier um«
Jtaroel zum fräße»« Teil konform geht, bisher noch -1
«möglichen lasaeav Er hofft aber, daß bald ein R
den wird, um in einer Thorafront die gernta«treuen
gemeinsam tu vertreten. (VgL „Unser« Meinung".)
itoiswaaiMa <
um w *«an
1 lieber di es« Thema sprach am Mittwoch, den
Dr. Hans Print. Br schilderte zunächst die
Situation dar deutschen Auswanderer In Palästina.
Gturpen gelingt e% sich schnall in das sprachliche 1
Landes einzuordnen, so der Jugend-AHtah, den Mit "
Kwuzoth und endeten Kollektiven. Andere-liegen < ....
VfrhähnisM bei einem großen Teil der Ein w en derer,
darf nicht übersehen w er den, daß es in Palästina sine i
„Emigrantsn"-Atmosphärs pbi, ata» Tall Juden, die Pal
nur vorübergehende Zuflightsetätte betrachten, denen j
Verantwortungsgefühl für jüdtariwnationale Foi ‘
Dieser Tvpue hat eicht einmal dm W i 11 a n st
Aber auch bei den nationafoeiraficsn Jüdin Hagen zum *
sprachlichen Varhähnktae nicht einfach. Andererseits i
dei< Einwanderer, der nickt hstaritach kann, dar Ge
Vereinsamung aus, dann in den VersalrwJungen. kn _
uif. wird hebräisch gesprochen, und auch, war wirtschaftlich
vorwärts kommen «rill muß hebräisch können. — Aber sitz
Ziel das Habräischlarnans tat nicht nur das,Eta»-
drihgvn in den Gchtat dar Sprache, sondern in den G>
Judentum« zu erstreben. denn nur so kann ata» wirklich j
kulturelles Laban in Palästina geschaffen und erhalten < . _
Alsdann verbrahata sich dar Redner Ober dta Math^dil
da« Habrätachtaraena und ragt* zur Unterstützung tat
h s hr ä ta c hm Arbeitsns dta Bnrichtung von Chuftan hrrtaa in
kleinen Zirkeln an, in denen ftas Soradtan das HeMtachan bs-
aoadara jrapOagt wwden soll. An den Vortrag schloß sic^ eins
bn swailan Tall d« Abends führte Dr. Her
Htz nnach interaaaanta Proban ein« hebrAtachen
plwttenkursus vor (Sperling« Phonetik-PUtlsn). Er wies
lÄsnden Wort« zur Methodik das Habrttach-Urnana .
hJrv daß bei eines» Unterricht, der lecUgtich auf Lahr
angewiesen ist, dta Gefahr besteht, daß dar Schüler hlu
hsßriisck lasen, dagegen nicht sprach« lernt, wall sba^
Ohr nicht hinreichend geachdt wird, dan Klang, da» Td
dicj ^atziMlodia" dar Spradw tu artass«. Aber nur chbat
Ohr kann dta Zunfe zum Sprach« gelöst werden.
In s teter Fühlungnahme mta Brhh Hanoar «d Brith X
lurim D a tHm arbeitet dta Misrachl-Prauangrtatapa
für« H ac h a ch a ra und dta Fonds. Sla verfolgt das Lab« W «n
Bönd« mit Atafmerkaamksfc und stallt akh dta Frag
wir dar Jagend itdch etwas zu s ag en, tat Astovhftt 1
und war hat ^ss« AstorMtf* — An zwei I
Fihuleta» StgdtanaasMSor Fürder
Aatortaftt tat von jdes- PanflnHchksit d« Hnlsbsnd«
sie. Bin« gosrhlnhsmi Wihwrfciswsg; dta akh mit
Leb« dec kt , der Mut, setate M eta»eng stets so VartratzS« 9
ksherrackimg «n»d iHtagsbeL iiichn« d« ideal« Bntahar
Mit Takt und Raepakt \3k er de« Jugendlich«
tratery an d« einmal gistillt« F srdsrang m» maß
fsstgiibsta« werden. „Gate Umgangsform«'
we r de n , sie sind «tat* wichtige!®« kt all«
bensbsrisksngen, fc» {hnan drückt tack die i
Ns>«m«schai» ai% ata stad ata« Vorstufe_
Dach su ibermhlslodi Wissen muß tief fimdtart s
vor d« Letatung« großer Geister sott «we ckt
Jugendliche soll sar Anerkennung dar mm übe .
söÄchkata g e l ang « . Jade Brztano^ rukt auf Äi_
dar Ve r t rau« und Liebe trat« mflSssrv Diariplin und
am« cknd dta äußtran HBtanktaL
stortaA n
•4M
InHwiflilMMi m4 (üm r* h«d
« Momnui
i
ie£e§om&cfo t **
Vaa«^r«eta «r Mann
.1 , ■ j ,
Richard&dlert
I lliä i _ _
, TJU, ■■■
■ mumossur-iaoar
uMina