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Es is, schön, wann dar Piüsfifent dar Etakutiv» durch takten
Reichtum wfrtachaftHch unabhängig iat «nd «sl Diäten rar
zichten kann. Dusait soU nickt» men Männer mh« asm,
<Ma akM akht dt» Stete» Karate and! das» Reitet» von
Maaten k stein. mtd Atmnm dach laten r ln in fe fräs
Jteaai oMtarteUan akk dteLräte farm teer dfe Plnkn—aan
dar Mtettsdrr imaarar Lmhutis»., Viel» tote», da» sin dfe
SsteeMUgur «ad teaasr tuorgU »ite. kk teba km
« aamr t s fc Bfilfsr tedakkt Ater a* bda» Protem
kann man nicht roa dar Spwidli ter fsrtfcr wand en . Ue
Heqptsm ha ist. dai ein» Sach« wart igt, aaa ab kettet.,
Wenn awck Mosche so reite war, wanaa iat das Volk
damals nickt ihm, sondern Korah nategafcrafen? Von Mp»rk**
Reichtum hat itote keiner »einer 7skganoaam so ratet fw-
sraftt Di» di aa te i G g iite s Hanada war damals noch nickt fe¬
ien* worden. Und Moactettak sich nach sahen gar nichts
siwasrkm. Er war immer teatestden. SUna %iTranen hat er
vavtwUc wie wen» sie aaa der Plan «kg— f—in möchten.
war Kosak e teo a in mktam Rsfrhtms fwsu «snvergiaite-
kte, an hü* ar gerades» da» Rtetad in kam* ate Dema-
gogie. Via raffiniert iat nickt schon 4a Formatierung: -Die
ranne Gemeinde hsteiht aaa Medina», and in ihrer llitts iat
Gott Waran woüt Ihr Bote steeben teer die Gsaaterda
Gottes." Merket hier auf den frommen Augen» ofstelagf Der
M idessch schil dert sach packend, wie Korah akk noch in den
Mantel eines Thor s g a lsh r ten hüfit In der Nacht vor der Ent¬
scheidung geht er M den Stammsafflntin umher. Er bläst
ihnen asm» Gedanke» ins Ohr and wate sie richtig *» nahmen,
indem er fine» dfe Parole dar Mnterd mit farbigen Bindern
and Blumen gar siariite garniert Wie sagt er es? Ein Ta-
Üth» der gsns aaa hknmdblstaar Wolle iat, brautet er noch die
ptopurblawen Zbith?
Ater hier hat Korah sogar die Halacha verfehlt. Natür¬
lich braucht ar Zirth Mag der Tstith non ganz blaa oder
aeftot blattwate aakwdbaa vom eh man Parten sind noch nicht
eUes. Seine wahre Wfirda bekommt der TaHth erat durch die
S ch a u teden, die nach «Man hingen and nach, oben weisen.
Einige Kapital später im Buche BenddÜar wird natega-
tragen: „Und <Ue Sfikna Korate send nickt gestorben."Na¬
türlich rufen unsere Geg t i ei. Sie leben noch heute, sie sind
sogar potzm unter und sitzen jetzt in der Volkspartei. Jene
wissen gar nicht, welch» Ehre sie uns damit antun. Die Sühne
Karate waren fromme und gelehrt» Minner. Wie wir im
Traktat HigiBah g eler nt haben, ist sagar dar P rop h et Samuel
einer von ihnen gewesen, und qfe s er hat, wie aus den Psalmen
hervoi geht, alle grofien Eigenschaften von Moste» imd Aaron
ia sich verein i g t.
Es kommt eben darauf «n wem man Oppo siti o n getastet
hat Korah tat as an dar verkehrt« Stalle und wurde dafür
gestraft Viale sind dafür gesegnet worden, w»Ü sie es an der
reckten Stelle getan baten, wenn m einer Gemeinde Woyds
und Gütz an der Stalle von Moste» imd Aaron stehen, so
bleibt dam verständigen Juden nichts übrig, ab den Sitzplatz
von Korah einzunskmsn.
Presseschau
tfimrng das B ü r g e tv erein» in Hambtwg zum Aniafi prinzipieller
AuMMmmgan über das Jfhtiarhr VcrsiaSwwacn (vgl Jüa Ltg
Nr. 22). Wenn in diesem Artikel sock die Berliner Verhält¬
nisse zugrunde gelegt werden, wo es noch immer ca. 500 (T)
jüdische Verain» und Vereintem gibt, s» haben diese Ausfüh-
nm ga u dock aute weitgetend allgemeine Gültigkeit. In dem
Artikel haifit ea o- a.: „Niemand wird verkennen dürfen, dafi
unser gaaamtaa Verebrä—an iwafiloa Ü b ersetzt und Verholt
ist Erna saue Reibe von Vereinen kbt vfittig sirrnlo» nur
noch auf Grtmd einer völlig Überholten Zielaetzimg, für die
heute ekia Berechtigung eitet mehr gegeb e n ist In anderen
men gibt aa wieder sin Neb en ei n and e r van Organ is atio nen ,
ne nn e n und bei denen die eigentliche Tätigkeit in
dem Spiel hinter den Kulissen Hegt, Dieser Zu*
stand ist auf di» Dauer untragbar, und es kann keinem Zwei¬
fel unterliegen, dafi er aute von aufiarjüdischer Seite
auf di» Dauer ob u nW a ghac angeaahan wird. . . . Jeder, der
asten will, mufi erkenne^ wie »dir unsere Jü dische Wirklich¬
keit unter dieser geradezu Ücherikhen Organisations-
Inflation leidet Die Präge iat, ob wir wirklich warten
wollen, bis von aufcc n her Anordnungen ergehen, um das Ziel
der Vereinfachung mit drastischen Mitteln durchzusetxen . . .
Wenn wk nur woAen, körnen wir «s anders und besser machen-
Der früher oft gekürte Bin wand der Aadmflanten, „die Juden
dürfen sich nicht eteondern", g ebürt der Vergangenheit an,
auch wenn heute manch» unserer jüdischen Z e i t g e n o ss en sich
noch nicht ratet von ihm trennen wo Bi»
ZlebZAasT MS-fi t rxt a bssd es
Auf eine Geutagung des NS-Aerztebundes bi Hannover
hieben Referate über Ärztliche Prägen der Beauftragte des
Ratehaftrsteftkrem für db kaaaenirztSche Vereinigung Deutach-
. Dr. Grotte (Berlin), und Dr. Bsitsfa, der Stellvertreter
Unsere Meinung
Was tot Mn
IT — f iitfiii, ftllii Jldbch—
Die Schsksiaktion 1935 nt beendet, and ela bat trotz
m a n ch er Widerstünde von innen und aufien (beides nur kn
jüdischen tew. z io n istis c hen Bereite gemeint) «nen g r ofi en
erfolg g eh ab t Insgesamt wurden mehr ab 1 lwOOü Steehalkn
va rkräfi gegen nur 800 000 heim letzten Kongrefi. ln Deufete-
iräd konnte» 80—100000 gegen rd. 50000 i J. 1933 abgeaetzt
wgtden. Nimmt man kfnzu, dafi die Revmonisten sich an der
Aktion nicht betefibt haben, im Gegenteil m manchen Lin¬
dern aktiv gegen den Schekelverkauf gearbeitet haben, dann
ist das zahlenmifiige Ergebnis noch beachtlicher. Die Revisio¬
nisten sefiwt haben bei ihrer gleichzeitig unter den eigenen An.
hlngern durchgeführten Ateomimay rd. 170000 Stimmen er¬
zielt. 8e kitten also, wenn sie die Sezession nickt vorgezogen
bitten, auf dem Kongrefi eine bedeutende Rolle spielen können.
Die Werbung für den Schekel war in di ese m Jahre — in
De u ts chlan d — ein interessantes Erlebnis. Die Durchführung
der Aktion war nacht ganz leitet, weil jui^re und aktive Kräfte
nicht so zahlreite zur Verfügung standen wie früher. Es scheint
auch in manchen jugendlichen Kreisen die Auffassung ver¬
bietet zu sein, dafi Hateachara des einzige sei, was man von
ihnen verlangen dürfe. Die unbedingte zionistische Pflicht¬
erfüllung, die unsere Bewegung früher ausgezeichnet hat, ist
heute bei Jurerwfiicnen weithin Unbekannt.
Der Verkauf der Steekatim erstreckte sich auf alle Kreise
des detrtschen Judentoms. Sdbutverstlndlich, dafi die Zionisten
ihre Pflicht gern und freudig erfüllten. Aber e» ist auch ge¬
langen, andere Schichten aus aBen Berufen, aus allen sozialen
Grämen, am allen Afteraatufen zu gewinnen, obwohl man den
Kl Wem <te Sache nicht leicht gemacht hat Die Käufer
wufiten, dafi der Schekel das Bekenntnis zum Zionianus und
zum Baseler Programm bedeutet, dafi er das Wahlrecht zum
Kongrefi verleiht, aute wenn damit keine feste Emordnung in
die Zionistische Organisation verbunden ist Manche Debatte
raufite geführt w erd en , mancher Widerstand war zu über¬
winden, aber mancher unerwartete Erfolg wurde erzielt Mag
sein, dafi Bmzekte den Schekel auch gleichsam ab Versiche¬
rung gekauft haben oder ab Eintrittskarte für Palästina, Aber
diese Pille sind. sicher gering.
Man hat aber bei der Werbung auch hin und wieder die
Frage hören können; „Was ist das?" Es gibt in der Tat noch
immer Juden in Deutschland, die auch im Jahre 1935 noch
nicht riiatn, wes ek» Schekel ist. Diese betrübliche und kaum
glaubliche Erfahrung mufi in erster Reihe uns Zionisten zur
Lehre dienen. Sie zeigt, dafi vielleicht in der Art der Propa¬
ganda, mündbch wie schriftlich, manches noch verbessert
werden kann, dafi man z. B. uns bisher fernstehenden Menschen
aute einmal etwas über die Geschichte des Zionismus, die
Einrichtungen der Bewegung usw. sagen mufi und nicht nur
immer Vorträge teer aktuelle Fragen haken voll. Sie zeigt
aber werter auch, dafi die Schekelaktion in jedem Jahre,
nicht nur in den Jahren der Kongresse, mit der gleichen Inten¬
sität und Energie gemacht werden mufi, damit systematisch
alle Kreise der Juden in einer Stadt erfafit werden können.
Was sind das aber für Menschen, die so «n den Dingen
v ote eig teen, de so neben ihrer Zesc leben, dafi ihnen heute
noch primitivjte zionistische Begriffe fremd sind? Ist Ibidge,
Skat, Sport oder Schachspielen alles? Was machen unsere
vielen, alb uv leien Gesellig» eitsver eine, Logen usw- eigentlich?
Diese Mensteen, von denen hier die Rede ist, wissen ja nicht
nur nicht, was ein Schekel ist, ihnen fehlen aute manche
andere Kenntnisse, die heute jeder Jude haben mufi. Man
versuche endlich, diese Menschen zu erfassen, um sie belehren
zu können. Wenn das Wort von der Gemeinschaft keine leere
Redensart sein soll, hat jeder die Pflicht, ach darum zu küm¬
mern. Es gibt auch Juden, deren Unw is s e nheit erstaunlich ist
In der „CV-Zeitung“ (Nr. 25) finden sich zufällig zwei
interessante Nachrichten fast unmittelbar hintereinander. Die
eine besagt, dafi bei der Eröffnung der neuen Gebäude des
Middlesex Hospitals in London, die vorige Woche in Anwesen¬
heit des Duke of York stattfand) wurde bekanntgegeben dafi
der Vizepräsident des Hospitals, Mr. E W. Meyerstein, bO 000
Pfund für de» Ausbau der neuen radio*therapeutischen Abtei¬
lung des Krankenhauses beigesteuert hat Mayerstein hat im
Laufe der letzten eineinhalb Jahre insgesamt 250 000 Pfund
für das Middlesex Hospital gestiftet.
ln der zweiten Notiz wird berichtet, dafi bei der Jahres¬
versammlung da» Jewish Matemity Hospitals in London
Viscount Beastead ausführte, dafi die im Hospital geleistete
Arbeit wirkliche produktive Arbeit zum Besten der Mütter sei
Das Hospital, das notwendig neue Mittel zur Er¬
weiterung brauche, »ei eines der besten im Lande; es
hab«> auch die niedrigste Sterblichkeitsziffer van England und
Wales.
Der Einzeifall interessiert nicht, wir kennen aute seine
näheren Umstände nicht Wir brauchen aute gar nicht nach
London zu gehen» um Analoges zu erleben oder zu konsta¬
tieren. Im Deutschland vor 1933 war ea nicht anders. Jü¬
dische Krankenhäuser und andere Institutionen haben Not ge¬
litten, aber reiche Juden haben sch eine Ehre daraus gemacht,
mir für -allgemeine Zwecke“ ihre Grofispetvden zu geben.
Das war das Kennzeichen einer verächtlichen assmilarvtischen
Gesinnung, da« war fast so alltäglich, dafi man sich darüber
kaum noch wunderte. Durch sein Geld glaubte man sch die
Zugehörigkeit zu einem anderen Volkstum erkaufen und An¬
erkennung erlangen zu können. Für einen Teil der Juden hat
es inzwischen ein bitteres Erwachen gegeben. Aber dafi diese
falsche Meinung und wohl auch die Gesinnung noch nicht aus-
gestorben ist, oafür ist die Nachricht aus London ein charak¬
teristisches Beispiel Die Juden scheinen zu klug und zu in¬
telligent zu sein, uro aus Fehlern lernen zu können.
Ilster die Tagung berichtet die „NationalsosiaHttiatee
Pai tei k o rr e^ond in x u. a.:
„Dr. Grothegab zuerst einen zusammenfassenden lieber-
blick über den Weg des deutschen Aerxtestandes und seinen
Kampf um Anerkennung seiner Aufgabe als Pfleger der Volks¬
gesundheit in der verflossenen Zeit. Er wies dann darauf hin,
dafi zwar bis heute die völlige Bereinigung des Aerxtestandes
vor allem von jüdischen Elementen noch nicht restlos
durtegeführt sei, dafi es aber gelingen, müsse, durch Einwir¬
kung auf den deutschen Volksgenossen direkt, den jüdischen
Arzt praktisch aus der deutschen Gesundheitspflege auszu-
achaherk — Dr. Bartels sprach von der Vertrauenskrise des
de u tschen Arzttums, vor allem im alten System, das bewufit
darauf hingearbeitet habe, zwischen Arzt und Volk eine Kluft
tu schaffen. Man habe den Warner im Volke nicht gewünstet-
und alles getan, um den Arzt auf eine Krämerbasis herabzu-
Apotheker missen Arier sein
Auf dem zweiten Apothekertag, der in Breslau stattfand,
hielt Ministerialrat Dr. Stähle (Stuttgart) einen Vortrag über
-Rasacnpflege im Alltag des Apothekers , in dem er aus¬
führte, dafi der Apotheker in Zukunft Arier sein müsse, ein
Andenrassiger werde keine Konzession mehr bekommen» bis
alle Apotheken m deutschen Händen seien.
Bestätigung eines Bürgermeisters
widerrufen
Wegen Geschäften mit Juden
Die „Fränkische Tageszeitung“ meldet aus Neustadt an
der Aisch (Bayern): „Auf Grund einer Verfügung vom 24. 6.
1935 hat das Staatsministerium des Innern auf Antrag der
Kreisleitung der NSDAP Neustadt a. A. die Bestätigung des
Bürgermeisters Gräbner von ScheUert widerrufen. Der ge¬
nannte Bürgermeister hat im vergangenen Jahre Geschäfte mit
Juden gemacht Er hat sich damit nicht nur das Ansehen in
der Gemeinde, sondern in erster Linie auch das Vertrauen der
politischen Leitung, die ihn im Jahr» 1933 bestätigt hat, ver¬
scherzt Seine durch das Staatsministerium verfügte Absetzung
möge eine Warnung sein für eile, die da glauben, den Zielen
des Dritten Reiches entgegenarbeiten zu können.“
luden unerwünscht
Zm Beachtung für Ferienreisende
Die deutsche und die jüdische Presse registriert fortlau¬
fend Meldungen aus Bädern und Kurorten, die den Aufenthalt
von Juden für unerwünscht erklären. Jüdische Ferienreisende;
die einige Tage Erholung brauchen, werden gut tun, «y-h zu
we g — ri ees rn , ob sie in dem betreffenden Ort, my den ei» i liiw
wollen, erwünscht sind.
Aus den letzten Togen liegen folgende Meldungen vor:
Wie uns mitgeteüt wird, schreibt die J. R., sind in ver¬
schiedenen Orten des Riesengebirges Schilder mit der Auf¬
schrift: „Juden sind hier nicht erwnacht - ' angebracht worden.
Es handelt sich um die Orte: Herischdorf> Giersdorf, Seidorf,
Erdmannsdorf, Arnsdorf, Hartau, Maiwaldau, Seiffersdorf.
Jonnowitz. Unerwünscht sind Juden, auch im Ostseebao
Brunshaupten und in Heringsdorf (Ostsee).
Rassenfrage - Judenfrage
Auf einer Kundgebung der NS-Frauenschaft in Dort¬
mund sprach der Leiter des Rassepolitischen Amtes der
NSDAP, Dr. Grofi, wobei er auch auf die Judenfrage ein-
ffing. Nach dem Bericht der „Westfälischen Landeszeitung —
Rote Erde“ sagte er u. a.
„Begriffen hat es heute jeder, dafi Mensch nicht gleich
Mensch und Rasse nicht gleich Rasse ist. Zwischen mir und
einem Neger ist gottseidank ein grober Unterschied Es
dreht sich nicht blofi darum, dafi wir aus der Erkenntnis auch
in jeder Stunde die Folgerungen ziehen und dafi wir uns nicht
darauf beschränken, nun eine Gesetzgebung gemacht zu haben,
die zu einem Teil das fremdbiütige jüdistee Blut in unserem
Volke ausschahet, sondern, dafi wir aute im Alltag alle die
Besuch bei Dr. Meyfeeum
Ate „Jte«»d b» Atinür“ voa Sasssya Lärm
Die Hotesteule (für Wissenschaft des J u den tu ms) zählte
drettig StudenOen, von denen die meisten Amiänder waren tmd
tun gTÜfiten Tel au» Gellten und Ungarn stammten. Vier
ante uns waren aus Rufiland. Die d i u ta te jü d is chen Studenten
wiese» erstaunlich mangelhafte Kenntnisse auf; Bit Wissen auf
j ldh chuB Gebiet entsprac h etwa dem eines Chederschülers
unserer Heimat im z weiten «Her dritten Lehrjahr. Und doch
w ur de n te im Seminar als die Elite betrachtet und von den
Professors» ntit assgerächter Zuvorkommenheit behandelt Ihr
AiMpradi auf besondere Aufmerksamkeit war fit ihnen Pissen
Deutschs, während wir
imd ihrer Kollegen war
di» deutsche Judenheit mit aufierordentlicher Ges c h w ind igkeit
von der Höhe der j üdischen Gelehrsamkeit herabgemmken. Die
aterä Gelehrten waren auageatorbe» und een Ersatz! blieb aus.
Es kam srhlUfilirh zu einem solchen Tiefstand, dal vor, dem
Dutzend Rabbiner. der Verewigten. Berliner Gemeinde drei
Viertel aus Ungern importiert werden muten . Des erkürt,
warum die Hochschule die deutschen Studenten so rücksichts¬
voll behandelte md Buten auf jede Art en tg e g enkam, um te
dam Pdilänms» zu «testen. Dar lhaatan< dafi te deutsch —
und otea fritadllndiarhm Akzent — gw a te ss, wog ihre
Müngel auf. Ite habe jute* deutsche Rabbiner gekannt, die sich
ihrem Wissen nach viel besser ffr die p rateata n ti s rh i Kirche
als für eten jüdischen Tempel geeignet hätten. Die deutschen
Juden fühlten sich aber htesgfiteer, wenn ihnen deutscher
PeWiatiamus von einem ntidrimiarWn, stet von einem impor¬
tierten ungarische» Jaden gepredigt wurde.
Ich mufi geataherv dafi fch auf dem G e bi e t jüdischen
Wissens mehr von den teristttteen Unliwtettgunfessonii. als
von den jfelistesn Dozenten der Hodwteai» tenta. Und das ist
toda» itites varwundsrheh. Dfs Jlfiirkm Gal ehrten der
fass fitest Fpra hn (um die Mitte des Mmtehntm Jahr*
ksMstd db wirkfite G r o fi s a in dar jüdischen Forschung
testet», hatten eite dis Aufgabe gustatL dar Weit die
Gteta». md K ub m ateltz» des Juden dar Vafsfskck zs
»teilen. Zorn selbst erkürte deutete, dafi dar Weg zur Emsn-
begründet: te waren ja atehefilite
anderen Fremdlinge waren.
Note der Aera der Zons. Geige,
R
zipatio» durch die jüdische Wissenschaft führte: sobald die
grofic Welt erfahren haben würde, von welch edlen Vorfahren
der Jude abetammte, würde sie ihn als ihresgleichen aner¬
kennen. Der Unterschied zwischen dem jüdischen Gelehrten und
seinen christlichen Kollegen war nur ein quantitativ zeitlicher;
für beide lagen die jüdischen Werte auf einem grofien Friedhof
begraben. Bei dem christlichen Gelehrten war dieser Friedhof
mit Nazareth, bei dem jüdischen mit den modernen Zeiten ab¬
geschlossen. Ein tiefes Pietätsgefühl trieb die jüdisteen
Forscher an, unserer Vergangenheit dis prächtigsten Denk¬
mäler zu ernteten und sie reich mit Blumen zu schmücken:
„Hier war einmal eine glorreiche Zeit — möge te für immer
in Frieden ruhen!“
Und das Unvermeidliche trat ein. Ist die Vergangenheit
für dm modernen Juden tot, so ist der moderne Jude für seine
Vergan g enheit tot Unter diesen Umständen konnte die Hoch¬
schule dem osteuropäischen Juden nichts bieten, denn di ese r
war in einer anderen Sphäre aufgewachsen. Für ihn war das
Judentum etwas Leben enges und Kämpfendes, etwas, was nach
neuen Entwickhmgaformen strebte- So versuchte ich zum Bei-
tpijif, mit den Hochschullehrern eine Unterhaltung über die
neue hrhrftiirh« Literatur, über unsere bedeutenden modernen
S c hr iftst eller und Dichter anzuknüpfen, aber sie begriffen mite
einfach nicht. Für te war Hebräisch etwas Vergangene» und
alle Bemühungen, es zu neuem Leben zu erwecken, erschienen
ihnen als reinste Kraftvergeudung.
Der ausgesprochenste Gegner des Hebräischen als lebende
Sprache, als Symbol eines bestehenden jüdischen VolkswiDens
und einer in der Entwicklung begriffenen jüdischen Kultur, war
Dr. Mefbaum, eener der bedeutendsten Rabbiner der Vereinigten
jüdisteen Gemeinden Berlins. Er bekämpfte diese Spräche
nicht, weil te — ab bisherige Büchersprache — den Bedürf¬
nissen des modernen Menschen nicht genügen könnte, sondern
well es seht Grundsatz war, gegen jeden Ausdruck jüdisteen
Volkräfllene Krieg zu führen. Mavbeuxn war einer aus der Zahl
de u tsch er Rabbiner, di» es für inre Pflicht hielten, die Juden
Deutschlands vor den vom Osten strömenden gefährlichen
Wfikden des jüdischen Nationalismus zu schützen. Von Geburt
Ungar, pafite er sich einem engen deutschen Chauvinismus an;
und mit dem Scharfsinn eines begabten Redners tat er sein
roöftitestea, sogar das antike Judentum als ha Geiste anti¬
national hinzMiellen- Unter »einer geschickten Regia verwan¬
delten sich die alten Propheten plötzlich- in Kosmopoliten, und
der Judaismus wurde zu einer farblosen, rasse- und leiden¬
schaftslosen Form eines philosophischen Monotheismus. Dies
war der Geist, in dem er seine Hörer in der Hochschule zu
bilden bestrebt war. Doch nicht alle Studenten waren so gefügig
wie die deutschen imd die ungarischen. Besonders schwer hatte
er es mit zwei Studenten — Joseph Lime imd mir; euch gab es
Zusammenstöfie mit einigen Galiziern, Zwi Malter. Josua Thon
und Mordetest Ehrenpreis. Bei de» Homiletik üb ungen pflegte
einer oder der andere di ese r Fünf plötzlich eine Debatte zu er¬
öffnen und den Standpunkt des Lehrers scharf zu kritisier«*.
Ehe wir hinzugekommen waren, hätte — wie uns die älteren
Studenten erzählten — Friede und mntratet m der Hochschule
geherrscht. Wir waren die ersten, dieWn Schlummer des Fried¬
hofes Judeimnu» in dem abgeschiedenen imd friedliteen Winkel
— genannt „Hotesteule für Wissenschaft des Judentums" —
zu stören wogten- Es war unter den Hochschullehrern Sitte;
einige der Studenten zum Vorabend des Osterfestes in ter
Haus «nzuiaden. Ite erhielt eine Anforderung van Dr. May-
bäum. Die Erklärungen^ die ich an jenem Abend über die tradi¬
tionellen Sitten und Gebräuche des rässehfestes aus dem Munde
eines „modernen“ Gelehrten zu hüten bekam, wetteiferten in
Spitzfindigkeit mit den abwegigsten Deutungen der alten Maggi-
dim meiner Heimat. Und alles ziehe auf das eine hin: zu be¬
weisen, dafi der nationale Gedanke! niemals in der jüdischen
Geschichte eine Rolle gespielt hätte. Selbst die dramatische
Episode des Auszugs aus Aegypten sollte nur als Symbol euf-
gefsfit werden. Ich lenkte dos Gesptfch mit Abmcht auf den
neuerwachenden Geist der osteuropäischen Juden hin und
sprtch von der neuen hebräischen Literatur, die in Rufiland
im Aufblühen war. Dr. Meybeum giatete mich mit einem
Keulensteloge niederachmettem zu müssen und sagte feierlich:
„Ich schreibe grundsätzlich nicht hebjääch.“ Als ich ihn dann
fragte: „warum nicht?", antwortete er ruhig: „weil ite
Deutscher bin". Ich reagierte daraufT nicht weiter, aber etwas
später am Abend lenkte ite das Gespräch auf die englische
Sprache und aegte ebenso feierlich: Ite schreibe grundsätzlich
nicht engliste." Dr. Maybaum, der? mite nicht verstand, sah
mich verblüfft an und fragte: „warum nicht?“ Ite antwortete
ebenfalls ater ruhig: „Weil ich die Sprache nicht beherrsche."
Ein zweites Mal wurde ich zu Dr. Maybaum nicht eingeladen.