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- Heiko».
besonders wichtig, weil in den nächsten Jahrhunderten
nach der Zerstörung von Jerusalem dort der Hauptsitz
der Rabbinen war, durch deren Thätigkeit die Grundlage
deS Talmud gelegt und dit Einrichtungen getroffen wur¬
den, welche daS neuere Judenthum begründet und bis
auf den heutigen Tag aufrecht erhalten haben.
Safed kommt in der heiligen Schn'ft nie vor. ES
liegt nordwestlich vom oben» Pnde des SeeS Genezarrth
und ist auf einer Höhe gebaut, weßhalb man auch schon
vermuthet hat, als JesuS in der Bergpredigt von der
Stadt redete die auf einem Berge liegt, und darum nicht
kann verborgen sein (Matth. 5, 14.), so habe er eben
die hochgelegene Stadt Safed vor sich gesehen, und da¬
her Anlaß genommen zu dieser Vergleichung.
Hebron ist seit den Tagen Abrahams bekannt und
wichttg, und ist heute noch «ne artige, kleine Stadt.
Von dieftm Orte, in dessen Nähe Abraham in Hütten
wohntt, wo David sieben Jahr» residirte und wo heute
noch, nicht Nur dl« Juden, sondern auch die Muham¬
medaner daS Andenken an Abraham, »den Freund Got¬
tes», feiern, — wollen wir eiuigeS Nähere berichte».
Vorher fügen wir »och eine Bemerkung bei, über den
eben erwähnten Glaube» der Juden in Betreff der ge¬
nannten »vier heiligen Städte.»
Die Behauptung, daß die Welt unterginge, wenn
in diesen Städten nicht mehr der Gott JSraelS angeru¬
fen, dir heilige Schrift und die andern Schriften der
Jude« grlehrt und gelesen würden, schnitt allerdings, so
wie sie lautet, unglaublich und fast lächerlich. ES wird
aber wahrscheinlich auch hier gegangen sein, wie öfters:
eine ernsthafte Wahrheit, welche auS dieser oder jener
Rücksicht nicht wohl konnte nackt ausgesprochen oder ver¬
breitet werden, erhielt eine Verkleidung, unter der sie