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Da« Wan»e«r«d> in Palästina.
Smyrna. Dagegen wird der Weinstock von Palästina,
der freilich nur «och einzelne« Landstrichen desselben an-
gehört, nicht nur an der feurigen Kraft seine» Frncht«
faste», sonder« auch, wenigstens i» südlicher« Gebirge
de» Lande», an Größe und Menge der Traube« von kei¬
ne« andern Weivstvck der Erde ü vertrösten. Ich Hab«
a« Libanon Wein getrunken, 'dem nur kein anderer an
Kraft und Wohlgeschmack gleich zu kommen schien, wel«
chen ich jemal» sonst gekostet. Da die Muhammedaner
nur unter der Hand de« Wein trinken (obwohl fie diesem
verbotenen Genuß allmählkg mehr Geschmack abgewinn«»),
benutzen sie die Fülle der Trauben, die ihnen da» Land¬
gibt, außer zur unmittelbare« Nahrung und zu« Ber-
kauf an Christen und Juden, welche ihn keltern, nur zu
Bereitung von Rosinen, und vor alle« zu der, «ine» un¬
vergleichlich gute« Tranben-S-rnp», Dibse genannt,, der
meist nach Aegypten verkauft wird*). Wie groß der Sr«
ttag sei, zeigt die Größe der Ausfuhr jene» Dyrups aus
einzelne« Otten; denn nach Shaw **) soll allein Hebron
jährlich gegen 2000 Sentner davon versenden. Um Tech«
lche« und Jerusalem fällt die Reife der Traube und ihre
Lese in den September; nur am Libanon gibt man sich
die Mühe, den Wein für längere Zeit zu pflege« und
zu echalten; gewöhnlich trinkt man da- Gewächs de»
Jahres von einer Lese zu der andern.
*) wie alt di«« Qttte («i. ergibt sich daraus, daß ich«« Nr 9n*
«ater Jakob, als er von dem Köstlichsten d«t Landes ein Ge¬
schenk nach »egypten sandte, auch von diesem Tr«n>denh»nig
beiftgt«. 1 Mös. «r. il. »och Sttchiel ermäh« »esset»«
als eine« Handelsartikels der Israeliten, «zach. -7. 17. (*n
seid« Gtesien hat Luther blo« .HoMg« üharsetzt).
**) str bereiste Palästina,mischen 1750 und 1740.
(Fortsetzung folgt.)