Page
19) Besuch am »odten See und am Jordan.
gezündet wurden und unter dem Volke sich herum beweg,
ten, beleuchteten die wilde Schaar der Beduinen so schauer,
lich und gespensterhaft, daß noch kein Pinsel des besten
Künstlers einen Auszug dK blassen Todes mit seinem.
luftigen Gefolge oder einen dämonischen Flug von Rei.
tern der Finsterniß treffender dargestellt hat".'
"Allgemach setzten sich die Kameele mit langem Zuge
in Bewegung den Bergen zu, und die Zelte waren fast
alle verschwunden in der Ebene. Meine Reisegesellschaf,
ter hatte keine Anzeige erhalten von dem stattfindenden
Aufbruche, und erwachten erst als die Zelte über ihnen
zusammenfielen, da die Soldaten, um sie aufzupacken,
die Pflöcke ausgezogen hatten, und wir waren die letz¬
ten, die von der Lagerstätte aufbrachen; nur der Reiter,
ttupp blieb hinter uns, um die Nachhut zu bilden. Mit
einem Dragoner voran, der eine papierene Laterne ttug,
suchten wir unfern Weg über die Ebene hinweg und die
Berge hinan. Endlich erreichten wir das Hauptcorps,
und rückten mit demselben, wegen des sachten Ganges
der Kameele, langsam über die Höhen weg, wobei die
Feuerbecken vortreffliche Dienste thaten, indem dieselben an
den benöthigten Stellen aufgesteckt wurden bis der Zug
vorüber war, worauf man sie dann wieder an eine an¬
dere Stelle schnell vorantrug. Ungeacht mehreremale
unterwegs Halt gemacht wurde, erreichten wir doch deS
Morgens um 7 Uhr die Thore von Jerusalem. Unmit¬
telbar vor der Stadt harrten eine Anzahl Weiber der
rückkehrenden Karavane. In ihrer Kleidung, welche ei«
gentlich mehr eine Verhüllung ist, indem sie vom Kopf
bis zimi Fuffe in weiße oder auch schwarze Gewänder
gewickelt sind, sehen sie Leidettagenden ähnlich, und man
möchte glauben, sie trauerten noch »über sich und ihre
Kinder».