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Da« Pritsterlhu«.
treuer Nachfolge gelesen, verstanden und angewendet
wird. Doch wir lassen unsere Freundin selber reden.
^ Soll daS Lesetr deS alten Testaments einen entschei¬
denden Nutzen für unser Fortschreiten in der Heiligung
uns gewähren, so müssen wir streben, insonderheit das
Typische in demselben ganz eigentlich auf unser Christenle-
den anzuwenden; und da geht uns das, was die Prie-
ster und Leviten mit ihrem Dienst vor Christi Erscheinen
auf Erden betrifft, zunächst an.
So wie aus allen Völkern das israelitische zum be-
sondern Volke Gottes erkoren war, so ist es jetzt Alles,
was zur Christenheit gehört und den Namen der Christen
führt. So wie ans dem israelitischen Volke der Stamm
Levi, als welcher die erstgebornen Söhne aller Israeli¬
ten repräsentirte, dem Dienst deS HErrn vorder Stifts-
Hütte geweiht war, so sind jetzt diejenigen unter den
Namenchristen, welche die Autorität der heiligen Schrift
als Wort Gottes und Jesum von Nazareth als den ein-
gebornen Sohn Gottes anerkennen (und daher das Ehri-
stenthum eher fördern als dessen Förderung durch Un¬
glauben hindern, wenn sie gleich nicht zu den Geweihten
deS inner» Heiligthums gehörend den Leviten zu verglei¬
chen. Aus ihnen war nur die Familie Aarons gewür¬
digt, das Priesterthum zu verwalten, und der Berus dersel¬
ben bestätigt durch den blühenden, ja sogar reife Früchte
tragenden Mandelstab Aarons, der gleich den übrigen
dürren Stäben eine Nacht vor der Bundeslad« im Aller¬
heiligsten gelegen war. 4 Mos. 17, S.
Diese Priester sind nun ein Vorbild der wahren Ge¬
meine des HErrn, deren Mitglieder durch Wort und
Wandel beweisen, daß sie wirklich in der Gemeinschaft
ihres Haupts und Hohenpriesters stehen, denn dadurch