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Stank ker ving^lm^ Morgeniante.
auf die Pforte wegen Syrien». Bon eine« Herausgeben
der Flotte war auch diesesmal keine Rede. Man bemerkte
ihm, daß diese seine Antwort als eine abschlägige muffe
angesehen werden, und Rifaat Bey reiste noch am gleichen
Tage nach Konstantinopel ab, wo er am 8. Sept. ankam.
Mit den Zwangsmaßregeln, welche gegen Mehemed
Ali eintteten sollen, um dem Vertrage mit Gewalt zur
Ausführung zu helfen, scheint es den Mächten Ernst zu
sein. Schon am 14. August erließ der englische See»
befehlshaber Rapier eine Aufforderung an die ägyptischen
Behörden, diejenigen Theile von Syrien zu räume«, welche
laut Vertrag in allewege nicht in den Händen Mehemed
Alis bleiben sollen. Natürlich gaben die Aegypter hier«
:-uf ttotzige Antwort. Rapier mußte sich einstweilen be¬
gnüge«, etliche ägyptische Fahrzeuge, welche Munition nach
Syn'en bringen sollten, «egzunehmrn. Indessen bereitet
sich Weiteres vor; ein türkisches Heer zieht zu Lande heran;
etliche tausend Mann Türken sind zu Wasser mit einigen
Fahrzeugen unterwegs, um sich mit der verbündeten Flotte
zu vereinigen, die an der syrischen Küste sich aufstellt.
Dieselbe ist gebildet durch englische Kriegsschiffe, zu denen
ganz neuerlich noch Admiral Stopford von Alexandrien
aus gestoßen ist, und durch ein österreichisches Geschwa«
der nebst den genannten türkischen Fahrzeugen. Außerdem
sind achtzehn russische Kriegsschiffe auS der Ostsee aus¬
gelaufen, mit der Bestimmung, der verbündeten Flotte im
Oriente sich anzuschlirßen.
Die Aegyptzr ihrerseits unter Jbradim Pascha haben
sich aus ihren Stellungen an der kleinasiatischen Gränze
zurückgezogen, um die syrische Küste zu decken, wo sie
einen Angriff erwarten, und den Libanon zu bewachen,
wo eine Erneuerung des Aufstandes droht. Ä
Den 30. September 1840.