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SftS Stand der Ving« im Morgenland«.
mrtt sein, indem Mehemed Ali, unterstützt von franzisi-
schen Genie-Officieren, deren mehrere ihm erst neuerlich
gesendet worden, die Stadt und den Hafen auf- beste
vercheidigeu könne. Rach Aussage anderer Zeugen ist
bei Mehemed Alles mehr dem Schein als dem Wesen
nach vorhanden; zwar stehen die Kanonen da, aber die
Batterien sind unzweckmäßig angelegt, es fehlt an tüch¬
tigen .Artilleristen, ja es fehlt sogar an den nöchigen
Pulvervorräthen. Die Bevölkerung ist schwierig, na-
mentlich in Kairo, wo die sogenannte Rattonalgarde sich
geradezu weigerte, außer die Stadt in's Feld zu rücken.
Auch die Flotte soll in gebrechlichem Zustande und die
Kriegsschiffe so unhaltbar gebaut sein, daß sie daS Ka-
noniren nicht verttagen können, sondern durch die bloße
Erschütterung ihres eigenen Geschützes anfangen Waffe»
zu schöpfen. Die türkische Flotte, welche Mehemed im«
mrr noch in Händen hat, und vielleicht nicht anders als
gezwungen herausgibt, soll den Schiffen nach etwas
besser beschaffen sein, aber die Mannschaft derselben ist
sehr ergrimmt über ihren gezwungenen Aufenchalt in
Aegypten. AlS neulich Mehemed die Officiere derselben
verabschiedete und nach Konstantinopel zurücksandte, «eil
er sich auf sie am allerwenigsten verlassen konnte, such¬
te« Biele von der türkischen Mannschaft durch die Flucht
auf englische Schiffe in Sicherheit zu kommen; auf zwei
Linienschiffen kam eS zu blutigen Auftritten, und alle
Türken, die zurück bleiben mußten, sahen unter Zeichen
des tiefste« Schmerzen» den Osficieren nach, welche den
ägyptischen Hafen verlassen dursten und Mehemed Ali's
Joch entgingen.
Den 31. Oktober 1840.