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DER AUFSTIEG
EINE JÜDISCHE ANDNATSSCHfOFT
I.JAHR, V. HEFT TISCHRI MM (OKT. 1930) BERLIN-WIEN
DIE ERKLÄRUNG DER BRITISCHEN REOIERUNQ ÜBER
IHRE KÜNFTIGE PALÄSTINA-POLITIK HAT IM GANZEN Jܬ
DISCHEN VOLKE DIE BITTERSTEN EMPFINDUNGEN AUS¬
GELOST. UNSERE AUFFASSUNG VON DER BEDEUTUNG UND
WIRKUNG DIESES EREIGNISSES IST DURCH DEN STAND¬
PUNKT GEGEBEN. DEN WIR ÜBERHAUPT IN DER PALĬ
STINAFRAGE EINNEHMEN. UND DARUM IST SIE NICHT
BLOSS IM LEITARTIKEL DIESES HEFTES („UNSER EREZ
JISROEL"). SONDERN AUCH IN DEN UNTER DER RUBRIK
„BEMERKUNGEN" GEBRACHTEN FÜNF ERSTEN NOTIZEN
DARGELEGT. WIEWOHL DIESE LETZTEREN NOCH VOR
DER ENGLISCHEN REGIERUNGSERKLÄRUNG GESCHRIEBEN
WAREN.
UNSER EREZ JISROEL
Was eben geschehen ist, kam in Anbetracht der immer düsterer
werdenden Aussichten und der immer mehr sich offenbarenden Zusam¬
menhänge immer weniger Leuten unerwartet. Und wenn doch erst jetzt
das ganze jüdische Volk in Schmerz und Erbitterung sich aufbäumt, so
ist das in der menschlichen Natur begründet, die so lange als möglich
zögert, das Nahen eines Unheils sich einzugestehen.
Es mußte so kommen. Im Grunde müssig. Engbnd Wortbrudi und
Verrat vorzuwerfen. Seine Schuld ist nur, daü es sich in ein Unter¬
nehmen einlief], aus dem mit heiler Ehre herauszugefangen a priori
unmöglich war. Allerdings, wenn ihm dies schon damals klar gewesen
sein sollte ... ein Gedanke, so fürchterlich, daß man ihn lieber nicht zu
Ende denkt.
Wie dem aber auch sei. Eines dürfen wir England zubilligen: Dali
es nicht zögern würde, sein Versprechen so ziemlich voll zu erfüllen,
wenn in Palästina und sonst im Orient keine Araber und keine sonstigen
Muselmänner wären. Ein wenig mag es ja woW auch wegen der bolsdie-
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