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«.in Knittern im Oebälke. ein Absplittern wahrzunehmen ist — immer geht der
tneiM verborgene Anstoß von der Frau aus. Und was Im Osten erzielt wurde,
ist hei allem Erlolg an sich, im Verhältnis zur Aufsähe doch noch sehr, sehr
Kenne, die überwiegende Mehrzahl der Prauen ist davon nicht berührt.
Die irllher häufigen fälle. daB eine Krau durch ihren frelgeisligen oder
Ireigcisternden Mann immer mehr votj der rituellen Führung des Haushalte*
abgedrängt wird, werden immer seltener. Dagegen werden die Fälle, daü einem
Mann, der seinem inneren Hang nach Tradition treu bleiben oder zumindest noch
einen Hauch des alten Judentums um sich herum verspüren mochte, diese „Lieb¬
habereien" von seiner Frau in passiv-aktiver Resistenz abgewöhnt werden, immer
häutiger, t rauen sind es. die damit heginnen, der modernen Ungeniertheit Ge-
folgschaft zu leisten und ihre Umgebung zur selben O esinnung erziehen — und
/war diejenigen, die sich sonst durch Frömmigkeit und unanzweifelbare per¬
sönliche Zuchtigkeit auszeichnen, last nicht minder als die andern. Frauen sind
es auch zumeist, die den Mann, der noch ein aufrechter und ach so ..rückstän¬
diger" Freund von Autorität und Ordnung ist. bald mit allerlei verworrenem
Ideenzeug, mit dein sie sich ungeheuer fortgeschritten und wichtig vorkommen,
anstecken.
Damit soll nicht gesagt sein, dali die Frauen überhaupt die Urheber der
großen Abbrockelung sind, sondern nur festgestellt sein, dali. nachdem einmal
der Wille zur Behauptung seines Wesens im Volke geschwächt war, die darauf
folgend« Neigung, sich zu <erschleudern. an den Frauen schneller und unge¬
hemmter heruirtrat, als an den Männern. Man wird auch kaum.von einer be¬
sonderen und damit von einer größeren Schuld sprechen können, da der fest¬
gestellte Vorsprung nur auf die größere weibliche Fmpfänglichkeit und Empfind¬
lichkeit für die auf das ganze Volk mit' Macht eindringenden Eindrücke der
Umgebung zurückzufuhren ist.
Es geht hier auch gar nicht um die Schuldfrage, sondern um die Frage:
Oibi es eine Möglichkeit, die Frau, die jetzt ein vortreibender, beschleunigender
Faktor in der Assimilation ist. einem zurückhaltenden, verlangsamenden oder
it i r itafiiU r hhiai K tu -4»Uwm Fakto r-der IniHative. des Vorstoßes zu machen?
U n d weo n eme^otehe Möglichkeit gibt, welche ist es?_.'. _
Fs ist nun sehr natürlich, daß auf diese Frage zumeist mit der Forderung
einer gediegenen religiösen Erziehung des weihlichen Geschlechtes geantwortet
wird. Oewisse schon erzielte Erfolge sind ja nicht hmwvgzuleugnen. In der
westlichen Orthodoxie hat sich die sorgfältigere religiöse Erziehung der Madchen
als wohltätig erwiesen. Und entsprechende Bemühungen des jüdischen Ostens
in, neuerer Zeit haben eine deutliche lh s.seiang. Jer Lage bewirkt und werden
wohl, namentlich bei weiterem Aushau des Werkes, insbesondere nach der
qualitativen Seite hin. die Besserung noch steigern. Aber man soll sich nicht
einbilden. daU mit der Schulerziehung alles getan ist. Mit ihr allein langt mau
bald a*i iinulH-rschreitbarvn Orenacn an. Denn es gibt eine Schule, die für die
Mehrheit der Menschen stärker ist als die Schule, die man für gewöhnlich so
nennt, ja sogar diese selbst beeinflußt nämlich die Schule der Verhältnisse,
in die der Mensch hineingestellt, die Schule der Umgebung, deren Einflüssen
er oh er will uder nicht — Untertan ist. Und diese weite/v Schule wirkt
umsn kräftiger. ie empfänglicher, empfindlicher, bildsamer das Menschenmaterial
ist. das gerade in Frage steht. Dies heißt aber, auf Unseren Fall angewandt, dal
unsere judischen Knaben und Mädchen, unsere jüdischen Männer und Frauen,
selbst wenn sie schon echt jüdische Schulen besuchen, bzw. besuchten, nicht
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