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(Tit Gastspielt' der „Christlich Soeialru".) Vom Xiiioiiui» Pienncr
Liechtenstein-Lueger fiel für das Gastspiel im Salzburgiichen ei» blanche» ivcgi |
Liechtenstein glänzte dnrch seine Abwesenheit, und ein Parteiorgan gibt ;»
seiner Entschuldigung an, das, er durch eine Uebcr'chwcmniuitg aus seinen Güter» -
,n Ungarn verhindert war, zu erscheine». I» 2 oofudic» und Salzburg
irate» nur Psenner und Lueger ans. Sic stieße» in beiden Versammlungen
auch anf Widerspruch, »idem zwei Socialdcinokraten sich die Muhe nicht ver-
dricstc» ließe»,. den „christlich-socialen" Theorie» mit Argumenten cntgegen
zntrclc», wosür sie, wie dies in derlei Bersammlungen Brauch ist, ,,'chars ab
gefertigt" wurde» . Psenner zog gegen das Gioßcapnal los und beklagte die
stetige „Bcrjudung der Gesellschaft" Lueger sagte, er kein kein-Jtidcnsrcsser, weil
man, Jim, eine» Jude» zu verdaue», eiit'chiedcn eine» bcso»dcrS gute» Magen
und Appetit habe», müsse", ('-eicht einmal i» Seelirchen erzielte Lueger . mit
diesem sehr abgenüvien „Witz" die beabsichtigte Wirkmig: sogar die zahlreich
erschienene» Geistlichen des Orte» und der Umgebung ipendelcn ihm nicht die
»bliche „Heiterkeit".) ferner sagte der Anwalt eines HeschcleS: Tie meisten
Träger der herrschende» Eorrupno» sowie de-S internationale» Lpcenlanle»-
ibuihs seien Inden. Er bckämpse aber auch alle jene Ehristen, die mit diesen
Genien sich zur Ausbeutung Und Unterdrürliliig deS christlichen BolkeS verbinden
Tie Bienen seien klüger alS die Menschen, den» sic schütze» sich vor Schmarotzern, •
mtnin fic die Drohnen enlscrnc» Auch über die Balutaregulirung sprach er.
Tie Aniisemilenbläner nennen seine AuSsiihtungen trefflich, sind jedoch >'o klug,
dieselben nicht zu rcprotneiren. In -beiden Btr'ammmnge» wurde» Rclolulioiici,
gegen die Gvldwährnng gefaßt. — Auch i» In »Sb ruck gastirten uurPicnuer
„ud Litcger. Ersterer gerieth, wie wir eine,» Tiroler Blatte euliiebnicu, ganz
n„e dem Eonciple, alS seine Auslassungen gegen die böse» Liberale» durch den'
zw,sche»ruf: „TaS ist zu diiinin" unleibroche» ivnlde». Lueger war, derselben
Qi,eile zufolge, in seiirer stiebe sehr lap'er und so selbstlos, daß es ihm nicht ein
mal „ach cinci» „Beuschel" gclüsicte. Tie Jnusbrneker Prodi,elio» schloß eben
falls mit einer .stundgebniig gegen die Goldwährung. — Noch bevor Pienner
und Lueger ihre «Gastspiele i» der Provinz erömir't halte», war Mcchaniter
?>1 >»cidcr in Jirt a»sgetrete», um die dortigen Bauer» gegen die Gold
wähl,ing eiiizuncbmcn. -Schneider sprach bei .diesem Anlässe auch über die
-stunichieiidcpttlalion und erzählte solgende stiänbergeschichle: „In Laezsalu be¬
st,idet sich ein Ptarrer,. der ivegeu seines pslichleii'rigeu BorgebenS gegen 'eine
rn,na,„scheu LandSleute bei jene» .Maguaren' besonders verhaßt ist. ivelche „m-
Gewa» alte andere» st,atio»alitäicu beseiligen wollen, lim nun die>en Psarler
;n veinichle», wurde ein iibclbklen»ini<dcl,'S, schon mit schwerem sterker be
straslcs Individuum veranlaßt, zu erklären, von einem Einivolmer »am,»»
Georg Babiei zu einem Ttstiainitalleniaie gegen 'den stioiar v. Ternezel ver!
leitet woide» zu sern. Ter arme Babiei wulde io'ort verhaftet und »ach Nag»
bi,»na gebracht, wo er von denGendarmen in der grau'ainkkeu Weise gemaneii
ivntde. Tein Armen umrden die Fuße gebnildeu, er au denselben a»sgehängt,.
dann abscheulich gevriigelz; hieraus ivnrdc ihm die Junge a»S dem Munde
gezogen »ub mit Nägeln durchstochen und er mehrere Miuule»
l» dieser entsetzliche» Lage gelassen. So m,ßha»deli, wurde der Aerniste
von den Gendarmen in die Wohnung deS Notars gebrach,, io daß delsietbe
Gelegenheit Hane, dem arinen Babiei nmer vier Augen zu erlläreu, daß er sich
bereit Halden müsse, unter de» fürchlertichsteit Schmerze,i zu sterben. Als Babiei,.
in 'einer Angst den Notar befragte, ivas er den» lhn» müsse, um sich zu retten,
wurde ibm erklärt, er möge den Pfarrer alS de» Uiheber des Atleulals bezeichne».
In seiner entsetzliche» Lage gab Babir'i tue verlangte Eltlärnug ab, woran' er -
serigelastcu und der Borladu'ngSbesehl für den Pfarrer ausgestellt sivmPe. AlS
es zum Berhör deS Psarrers kam, erschien jedoch mit- diese,» auch die ganze
Bevölkerung deS TrleS vor dem Gerichlshanse, und der N ich,er ivagie eS nicht,
de» Pfarrer zu verhafte». Ter Pfarrer gab aut die Frage, wen er für de»
Urheber deS Attentates Halle, z» Protokoll, daß das Ganze nur a,»gezettelt
ivillde, um ihn, den Pfarrer, zu verhindern, an der Deputation der sttnmäuen
stä, z» betheiligen. So geschehen i» der Mitte :V,ai Id-!«-' i» Ungarn'!! Bei
einer andere» «Gelegenheit tvurden die .Häfllinge von den «^cntarme» mit
c unten so fest geschnürl und gcbnnde», daß diese in das Fteiich eilidraugen
Jur Bergrößerung der Sch,»erzen der Häfllinge streuten die tüendalinen Schnee
sind Salz in die ossencn Wniiden der Arinen. Es ist begreistich, daß die stin
nianen iirler solchen entsetzlichen Umslänte» -Hilfe beim staiier suchen." Tiefe
Tt'.ählung Schneiders, welche an seine Schilderungen liidiicher „stiiltlalmorde"
ermnert, veralilaßte unS, Erkitildigunge». cittznziehe», uüd ivir erhallen nun
-.»>» wohluntezrichteler Seile de» Ausschluß, daß an der ganzen Räuber
.-.e-chichlc auch nicht Ein Wort wahr ist.
, 2lus antiseniitischen blättern.
Jur Glltrcvitk l» M icl. i Tic „N cu e Tculichc .Jciiniig" lieierle
neuliä, ciucn Beweis, ivic sehr sie die Urlheilskrafl ihre» Leservubkienuis
germgschätzi,' und meldete, daß in -stiel Ezar Alerander III lind stai'er
Willielm II sich mit dein AnlisemiliSinus beschäftigt hällen. Ter Ezar Halls
die Judenverfolgungen in Rußland mit de» Worte» gerechtfertigt:. „Tas ist
eine Sache der Selbsterhalliing ui»d der landeSvälerlichen Fnrsürge, die wir
unsere,n Lande schulden." Ter deutsche .staiier aber wäre seinem Gaste
i,tf
dieses Gebiet bereitwillig gefolgt und Hütte die Ueberzeugung, daß eS noihwcr dig
sei, der „Jndensrage" nährrzutrelc», nicht unansgesproche» gelassen. «rin
Artikelschrciber deS hiesige» täglich erscheinenden AnliscinilcubtalleS ist alem
Aiucheinc »ach selbst so urlheilSschwach, um sich über dieses Ergebniß der-stiller-
Entrevue zu freuen. Er trillinphirt, - daß die „Jiciie Deutsche Zcilnng" r echt
dciiieutirl wurde, alS ob jede Lüge eines AnIijeinktenblalleS in ofsieiellen -strc sei,
beachtet wüike. Al:ch die freche Behauptung, daß Gras Eaprivi sich die Wer
liiste, die er angeblich bei Semmerfelk-crlitien, von Juden hätte ersetze» la sen,
wurde nicht deo.Ehre eines Tcincntis gewürdigt DaS hiesige Antiscinile» statt
besingt übrigens im Artikel den Ezar ungefähr ü> >vie letzthin eine» lra ilcn
Mann in kincm Feililleton. Tic „Unverfälschte» Teulschen Worte" . iprc chen
dainälS voll einem „AnpiimpungSklinststült". Am-Enke .ist auch Se. Ma fftäl
der Ezar davon bedroht, „angepninpt" zu werde».
«Rälictz und dir Judkllprcssk.) Daß de» iittciiialioiialcu Antisemitei der
gcgen Tentichland und Testerrcich in Nauru jüngst crlkvbcnc .storubanten äriz»
wie Sphärenmusik »» die Thren klang, ist nicht überraschend, fremde unseres
BaiellandeS i» seinem jetzigen Bestände als. Garantie des Friedens »n - der
Eullnr müssen ih,e »atürlichen-J-reunde sein. Außerdem gaben-sich die von der
Scelenpef, Befallenen der Tänichung hin, Franlreich werde aüö trennt schalt
zu' dem heuigen Rußland demnächst gleichfalls alle Jndr» über die Grmze»
veilichen. Dem Schreiber de-S „Teulichen Bollsblan" er-cheint. tabe der
ükadau von Naue» i» der harnilosesten Tarb- che „ein mehr oder wlnigcr
Jhanniuislischrs Fest, - drin ma» so» maßgebender dculsiber Seile niemals auch
nur Pie geringste Bcdeuinug beige,»essen bat, io wenig, daß man über da> von
der Prager Polizei erlassene- Perboi der eorporaliven Bclheiligstng l!>«»->- ns-l'er
B,reine daran zecht erstaunt nar. Daß ein rulststtier «üroßfütst ;,lr selbe, Je,,
''aus einige Stunden -,'ane» bernhrle, ändert an der Sache nichts." Nun ^gidl
es aUeldingS Leute, ivelche über die Borgänge in'Nauen und über ihr Jnsaiumeil.
treiien mit der Entrevue in .stiel ander» drüke» als die Weiien in der sinke»
Balingane. Uelvr ,'olche Leule gehl ina» aber vornehin hinweg, indem man sie
einiach zu Inden und die lieigebende Eiregung zu einem bloßew 2Nanövl-r der
„Judcnpresse" strinpe'lt. A»'o wieder nur die JudenL In der „T stden> scheu
Rundschau" leie» wir wonwörilich: „Mau wird-gut-ilmn, dein übrigens
ganz lnrzen Besuche :^es Ezrrs ,ü .stiel leine be'onde.e volitisthe Bedeuumg
brizumesien: er stellt sich lediglich alS die nolbgedrungene und ohne «siefahr
'danerndcr Enifremdung und Perstiliimung nicht langer n»szn'chicbeude Erfüllung
einer .Höilüttleit dar, welche nuier. geliönte» Häuvler» selbst bei leiu^sivegs
freundscha'ilichen. ,'stii„n„»ge„ rmd uar,„ereil «Besichten nicht leicht außer- Acht
gelassen zu iverdeu vflegle. lliid genide als ob der Ezar noch ei» llebrigeS haue
lhuu wollen, um in eine Deutung 'eines Besuche» als^einer ansdniNliche»
J-re»ndschäil-:tuntgebung »»inöglich zu mache», emiandie er ganz zu derselbe»
Jeil de» «'stößjnrste» Eonstanlitt, nin de,» be, de», iranzösistlie» Revanletieicste
in '.>!a„e>I Ivoilendeu Präsidenten der sranzosiiche» 'Iiepublit de» A»->dr»ch seiner
uilich!
durch
'ungen'
Groß
»r a l 'S
fseundschaftliche» Gesiuuunge» zu iiberbringen. Tas war doch gewiß-d
War (■> doch voranszn'ehe», daß es bei'den, Teste in Naue», »»weit de,
de» sttieg io» l>>7^7l grsttianenen »eui'ch französischen «-'renze, zu stundge
des ungeziigeusteu Te»l>che»l»asses.tonune» ivrrd--, und daß ein rili'i'cher
fnist sich von der ''a»alis,t> rrlnvlen Rkcnge uimupeiu ließ, toi'uie doch >
Beweis da'ü-.- geuoiumeu iverde», das; der Ezau mit deii gegen das Deutsche
üirich gefüllte,eu 'raiizösischeu Leideniästisleii '„„ivaibisire." E:- ,>, uns »»i iögiich,
zivn'che» dreier Ai,s'ai'f»,ig und den, Tenor der deui'cheg und eneirei chiiän-"
„Judeiinreffe" über die Ereignisse in stn'l und '.«iaiirki einen tNegenfatz z» eoilstaiirc»
„nd'>'o ivird n'ol'I.das Biäilche» mit eem »nversalichi deutschen Jüngling H >i Wol'
alS Säiriitleiier zuletzt auch noch ei» „Jndenbiait" 'ein
,'Wird zur ^Nachäiimuug c,upfol'lc>»:' Das lüeüge Anli'emileu 'agbl.il
drnitl in sei,,er Svnuiagnummcr a» möginbu auhsälinzer Stelle einen Briet al>,
de» der Ausschuß de» BTählerr>ereiuS-der v,!rei»iglen Ehrist-'n im V Bez riGalS
Brgieilichrcibe» ;» eniem hruniundzinaiizig läuldeu Almosen zu Gnnneu des
„Teuifcheii Boltsblan" a» den'eil „löbliche Schriilleituiig" iandle 'B.hirnm das
uuabhällgige Trgau de-1 Gernianen aliS Solee derlei Bririe au die grafe''«loile
hängt, ivürheu gelrölmtiche Steik'l.iche nicht leicht emsel'en, ineliil be'agies Schreibe»
»ich! einen ganz merkwürdigeu äulj>'emiliich meiiichcuireundli.ts-'ii Sä'lu; bmie
„Es inürde unS treuelt," tags» da.die Brieischreiber, „wenn die'e I>ei»e Sveude
auch andere chrißlichc Bereiue veranlasse» würde, in gleichem Sinuc vorz lgrlien."
Nun wcrdcn's doch auch die barlköiigsteu vernehiiien und >'eiii fäubelliü in deh
Sart greife», wenn Herr Bergani getegenltiäl iviedeö einmal um „Subve llioueu"
'chnorr-eu geht. Ja, ia, die Peisimifleu lagen: aller Uulerichicd >u der B oral der
vcrichiedeucu '«ietn'cheu bestellt einzig und aUcrn darin, daß die «'sruucsäve de»
Eine» »och bei tau'eud "'ulden Widerstand bieten, während die eines Ilildöreu
schau mil fünf Gulden i» die Blüche gehcuf Herr,Ber>zaui iviirde dei mach zu
den Fünfundzwanzig Gulden Männer» gehöre», den» >'o 'ehr er geg'u S,ü>
venliouirinig wid Berlaui der össeiiilicheu l.äieiiiiiiig eifert, einer Sn» me von
flinnmdzwänzig ltzulde», welche die schöne E«qe»schast beum, ihm ang, bole» zu
kein, kau» er nun einmal nicht ividersteheu. -
, Tie jilSislltc» Müßiggänger.) Ju Hetzziveitens eoustalirt da» 2 iair des
«'laliziaiieeS Bergani: ,;Es ßiht im Land--' läUizien- einige Jndnstr ezweig-