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Freies Blatt.
Nr. »8.
zeichen meid«! würden, »vären wir von ihren Stilübunge» verschont »»d tarob
„ gewiß sehr erfreut.
Ba-atn gegen die Juden.» An» Prag >>1neidt uia» unS: Seil Xurzem
klickeiiit hier eine radicale Wochenschrift„R eo d vi S l o st", zn deinen Eharakleri
sirnng die kurze Bemerkung diene» nüize, daß tieies Blatt das Leiborgan des
Herrn Baiaty ist Xc5n Wi^nder, irciin schon in der zlveileu Nnmmer dieses frei
sinnigen >?- Preßerzeugniffes gegen die Anden zu Felde gezogen wird. Nachdem
eingangs eines Artikels, der de» AnliiemitiSmus im Wiener Parlamente und in
Bobinen- behandelt, die Wiener Antifeniite» über den grünen tilee gelobt worden,
stellt sich der Berfaffer auf den S!andpunkr, daß er für feine Person keinen
AniüemniSmus treib», und anerkennt mir wohlwollender Herablaffnng, daß
anch unler den Arier», io mancher ,schlechte Xerl" stecke. Nun kommt aber die
logische Nutzanwendung. „iDfait wendet rin," sahn der Lrtikelschreiber fort, „alle
Anden in Böhmen seien so schlecht, wie sic von den grnndsätzlick>en Antisemiken
gcdiilbcrr werden. Al>'o gut! Sind Alle so, dann sind >r>ir gegen Alle." Tas
libeialc Mäntelchen, dar der Verfasser unrgebängt, macht dieses Bekeuntniß nur
»m so vciwersticker. Natürlich bekommen-die znin Deutschthum sich bekennende»
Anden Böhmens noch einen ivecielle» Hieb; sie werden „Heuchler" und
„Amphibie»" genannt, die das tschechische Volk anSbeuten nnd den so gewonnene»
Neichrlknm benüven, um deutsche Schulen zn bauen. Wie es scheint, würde das'
Ba^aln'sch» ^rgan den Juden eher verzeihen, wen» sie Räuberbanden organisiren
nmrden, als daß sie — liorril-ile iliet» — für tenlsch« Schulen Cpfer bringen.
•ÜOtrot, xrnpp uni) Stkinlen. > Ein Parükk Boulevardblatt verösienllichte
einen Briek, welchen die Firma Loewe im Fahre 1886 an den dainaligen
iranzöfi'ckien Xriegsminister »«eneral ^8 o n l a n g e r ri.tnete und in dem sie ein
CnVrt auf Lieferung^xon Maschinen zur Eewchrfabricaiio» machte. Tie ani,
iemili-eben Blätter in Teulichland und Oesterreich suchen aus diesem Briefe für
ihre Hevzweeke Capital zu schlagen. Shne hier aus eine Erörterung der Grenze»,
welche Patriotismus der gc''chäsllichen Fieiheit der Wasfenfabrikcn ziehe» sollte,
- »aber einzngebcn, sei blos consialirt, daß Friedrich Xrupp im Fahre I8»!8
lein Jahr nach dem Luxemburger Handel, zwei Fahre vor dem denlsch-französi-
ickien Xliege» an Napoleon I I. geschrieben, ihin eine Saninilung von
Aeukmungen der in seinen Werkstätten auSgeführtcu Tbjecte übersendet und
ipeei-'ll ans die Gnßsiahlkanone», die eg» au'eriigt, aufnrerksam gemacht bät. Auch
die Firma Stciülen in Mülhanie», deren Anhabcp „Arier" find, trat in
Beziehungen zu Frankreich, dem sie nach der Stettiner „Sslsee-Zeitung" Cv-
ivebrc mi> sonstiges Xriegsmaterial I»eierte. Wenn also eine Veriündigunz gegen
das p.mioliicke Empfinden porlfigl, io haben stch dieselbe nicht nur die Firm»
Loewe. wildern auch die Firinen Xriipp nnd Steinlen zu ^Schulden kommen
lauen
• (fine Entdeckung der J@rtn-,6ottn".) Tie durch den Anden Kurauda ge¬
gründeten nnd berühmt gewordenen „Grenzboten" haben schon wieder eine
Entdeckung gemacht und dabei auch wieder einmal ihr eigenes antisemitisches
Herz emdeckt. Tic „Grcnzboten" cifer» über das überflüssige Bernrengen sran
höfischer Worte mit der dkulichen Spracht, und besonders gegen daS vordringliche
Anbringru iranzösischer Firmenschilder in der GeschästSwelt. TaS ist nun aller¬
dings keine Rcnigkeil. sondern eine längst bekaiiute Unart deutscher Geschäfts
lenke, ivelche sich nicht nur in Frankinn am Main, wie die „Grenzboten"
meintii, sondern in allen größeren deutschen Siädten vom Sund und Belt bis
zur Adria findet. Tie Entdeckung der „Grenzboten" besteht darin, daß die
Anden diese Sprachverderbniß verschuldei:. Al>'o die Juden! Bermulhlich
ivaren es auch die Anden, welche im X VII .eahrbundert jene berühmte Sprach
inengerei verni'achten, und Anden, welche das Französische zur Sprache der
Tivlomatie und damit zur Sprache der feine» Kreise erhoben Wir werden uns
nicht im «'ieringsten ivuiidern, wenn in der »iichstcn Nummer der „Grenzboten"
die Eiildeckiing gemocht wäre, daß Richelieu und der lioi Soleil — Juden
ivaren. Er wäre dies nach der antisemitischen Logik nur eine ganz plausible
Set liißsolgerung ans den eben gegebenen Prämissen.
Was wird Fürst Meschtschrrskij jetzt sagen?) Ter vom Fülsten Mcscht
'.h-wskij redigirte „Gra'chdanin" schrieb anläßlich de» ProcesseS Ahlwaedt:
„Natürlich wird Ablwardt sreigkiproche» werden nnd direct aus'dein Gc-
'.iiigniß in den Reichstag gehe», um don seinen Abgeordnelcusitz einzniiehmeu.
Wa» werden die Jüdcheu jetzt sagen?" Was wird Fürst Meichijcherskij jetzt
sagen? Aller Wah'.icheinlichkeit nach ungefähr dasselbe »vic neulich das Präger
oifielöie Krenzerblätlche». ,
Briefkasten. '■
M. ft. in Trcblsch. Ahr Abouirenikut ist aus ein Iveiteres Fahr gut
geschrieben.
I. M. T."i» Hnsiathil. Ein solches Perzeichniß besteht laut Millheilung des
Sccretarials nicht.
Zur gefälligen Srachtung!
Mit dicscr Nuinmcr schließt — natürlich unbeschadet der aus
Weiteres eiitrichteten Abonnemcntzahlungcn — der erste Jahr-
Hann des „Freren Klatte»". '
Wir lade» daher alle Jene, deren Abonnement mit Ül. De-
ccm der 18!>2 zn Ende geht, höflichst ein, dasselbe recht
zeitig zu ernrnern, damit keine Unterbrechung in der Zusendung
erfolgt.
Alle Gesinnungsgenossen, alle Jene, denen es um den
Lieg unserer Abwehrbcstrebnugen ernst ist, bitten wir, für die
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Jahre mit 'allen Kräften zu sorgen. Ter überaus niedrige Preis
deö „Freien Slattes":
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halbjährig . . „ „ „ 1.25) „ 2 „ 5)0 „
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ermöglicht cs anch minder Bemittelten, nufer Blatt z» halten
und zu lesen nnd sich so in die ansgedehntrste Kenntnis; alles
dessen, was int freundlichen und feindliche» 2ager vorgeht, zn
sehen. Wer aber dennoch nicht in der 1?agc ist, das
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Blcrtt
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selbst zu abonniere», verlange es doch in allen Gast
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„Freies Blatt"
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wir«, I., Srilerstätte 10.
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Borrath reicht, durch unsere Administration um den hcrabgeseyle»
Preis von ö. W. fl. 1.— oder 2 Kronen zu beziehen.
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werden anch einzelne Nummern abgegeben.
Prodcnnmmcrn znr weiteren Lerbreitnng des „Freien Blattes" werden Gesinnungsgenossen ans Bcrlangen bereitwilligst zur Bersügnng gestellt.
* Herausgeber und verantwortlicher Redacteur: Ernst Bictor^enker. — Druck von Ch. Reißer & M. Werthner, Wien.
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