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Organ zur 2Univbr dr5 21nti|Vmitirmu»;
Cischeilil au jedem 2oimtnijc.
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II.. Jnljnjaufl.
An Me freunde der Abrnehridee.
Ciin Fahr ist ;ur Neige, hinabgclancht i» das Meer der Ber
.zangenhcit, und in undurchdringliche Schleier gehüllt schreitet das
neue Fahr herauf. Es ist ei» weiser-und sinniger Brauch, daß
d>r ruhelose Wanderer Mensch dann und wann stehe» bleibt an,
Wege der Zeit und Rückschau hält ans die durchreiste Strecke.
Cnii ^prüfender Blick wird ihm jage», ob . sein Weg und seine
Gangart bisher die richtige war, ob er den Eonrs zu ändern, den
-chrilt zu beschleunigen oder zu verlangsamen habe, ob sein »leid
in der Hast sich nicht beschnuivl habe und ob die, welche sich als
Weggefährten ihm ängeschlosscn, sich auch als iren und fördernd
l'id zuverlässig bewährt haben.
Tic Kämpfer für Gerechtigkeit und Hnnianilül, die sich um
as Banner der Abwchridcc schaarcn, haben / gleichfalls Grund,
von Feit zu Zeit einen Rückblick zu Hallen, nnd sic können es mit
nein »nvetireitvaren Gefühle dev Befriedigung Ihn». Sie find
ue-ar spät nufgestanden, in der Meinung, daß die gute Sache sich
' Ufi gertheidige», die kräftige Ratnr selbst helfen werde. Als sich
ur die Rolhwendigkeit herausstelltc, der vergewaltigten, ver¬
tanen und mit Füßen getretenen Ratnr zu Hilfe zu eilen, und
; :c der von de» Anlisciniten anfgcrührte Schmutz bald alle Feuc
. lui'pritze» drohte, denen die Grundlagen des Rechtsstaates nnd
4 ■■ menschlichen Gesellschaft noch etwas galten, da stand mit
mmalc, wie aus dem Boden gezaubert, eine Aernlrnppe auf,
: idn dem unmenschlichen Treiben der Anlisciniten ein Ende zu
. üben entschlossen ist. Die Besten des Bolkes, Zierden der
eviifenichafl, Borbildcr aller Bürgcrtngenden, die Aristokratie des
"'eines, dlS Herzens und der Geburt stellte sich an die Spitze
' r Bewegung, und so ist cs kein Wunder, wenn die nrsprüng
u kleine Schau, sich bald zu einer.ansehnlichen Armee verstärkte.
ein beiläufiger Maßstab für die in de» Tiefen des Bolkes
nicr mehr gährende und wachsende Abneigung »nd Empörung
:i den Antisemitismus möge der Umstand dienen, daß der
• »er „Berein zur Abwehr des Antiscinilisinuö" heule nach
'. ijährigeni Bestände bereits f n n f t a u s c» d Mitglieder zählt,
i dem uncriiiüdelcii Eifer, chen nur die wahre Begeisterung
• Edle verleiht, ist dieser Berein bemüht, dem am Gifte des
isemilismus daniedrrlicgcnden Bolle das Gegengift zu reicheie.-
v höhnende', übcrmülhigc To», .welchen die Gegner anfangs der
'.lkdenschnptrnppe" gegenüber angeschlagen, ist gar bald in sein
.geutheil linlgcsprui'ge», nnd das Wnthgehenl, welches, sie seht
-.beben, so oft ihnen unser Berein durch eine seiner Actione» die j
aheude Brandmarke der sittlichen Bertommenheil ins Gesicht ;
>ck>, ning uns beweisen, daß wir auf dem einzig richtige» Wege .
ui. Die Gründung des „Freien Blattes", als eines geistigen !
Bermittlers zwischen allen Freunden der Abwehridee, die zu einer !
onlancn Bvlkokundgcbnng sich gestaltende Protestversain m
- - ' I
lung gegen die anarchische Lhätigkeil der Aiilisemilcn. iin tzand-,
tage, dsi d e p »t a t i v c P e l i l i o n des Präsidiums unseres Ber
eines beim Tberhaupte des Abgcokdiulenhanses 'sowie die gleich
zeitigen Fnterpellationcn Baron Lominarngä's und Tr. Sterns
sink, die Stationen eines im letzten Fähre durchlaufenen Wegfs,
mit dem unser Berein' vollauf zufrieden fein kann. S»-isr MIctp
ist dabei rein g,blieben, nnd die Weggenossen, die sich ihn^an
schlossen, können ihn nur sichre» in de».Augen der ge-bilöcteki Well..
Aber mchl bloß in Wien,' auch antcrwärls, auf allen tzinien
ist der stampf gegen die Ausgeburt' des Fahihundelts entbrannt.
Wir haben genugsam über die Thäligkeil unserer Schwestervereine
im Te'utschcn Reiche berichtet, ihnen hat sich in Berlin ein „Berein
zur Bekämpfung d er aee» he tzc" berge sellt, nnd in jüngster
Zeit konulen wir das Entstehen einer „Teulscken Gesell¬
schaft für ethische Eultnr" begrüßen, welche dem erkranktem
Organismus des'Bolkes durch positive Mittel an die. Hand gehen
'."i!l nnd seine Zweige h'.'simttch auch recht d-'d ü'"r u!:•'>■ uÜ-li..-
T e st erreich ansbrcilen ^ivird.
Ans didfcin kurzen Rückblick, schon mögen alle Unsere Fr.ennde
sehen, daß. das verflossene Fahr für.uns lein verlorenes war, daß
eine reiche Saal ausgestreul ward und aufgegangen ist, .und 5aß
wir allen Grund haben, mit Befriedigung auf die eben Imreb-
»icsiene Zeit zurückzinehen. Allerdings darf uns dies kein Grund
sein, vor lauter S^lbsigliiitgen in >.ee einmal angesirengun -traft
zu erlahtnen.. Erst ist bloß der Anfang -ezeuiächl, das Hanvlw.rk
bleibt »och ;» lhuii. Es bedaaf der stahlhancn, iiube..g''anien Aus
dauer, der regsten.wechselseitige» Thattglei! Aller, un> de, Schaden
weltzüinachen, de» der A»lisemilic->»ns der M-.»sichln.t züge-ingl.
Ter weitere Äbsall des Bolkes von den gelieitigteii.B'.'iu-'ivieu der
Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Beruunn mnä ve:./.Nel and da
Aufklärung rastlos in das Vaud getragen werden. Ei,> ..der
zelne muß sich zum Ausgangspunkle einer- Bewegung im v.u.ea
Fnsammenhange mit unserem Bcreine und unserem vubli'ecknsch ui
g?rganc machen, nur dann ist Aussicht aus Sieg u». Erf.l.'.
vorhanden.
Bor allem aber' müssen iw' allen F-reundeu der Anwebr' .toee
eine Biahüung fürs neue Fahr nn die Seele legen: Beilsinul d >o
Wesen des edlen Prineips nickik, übt leine Tuldfamkeit gegen du
Todfeinde der Tnldsamkeit, schließt nirgends und nieuturs-auit
den Äulisemilen -Eoniproinisse,' die der guten Sache nur schaden
köiincn, und laßt 'auch glicht de» Schein aufkommen, alsi wäre d.-e
was sie „FndeufragW nennen, eine ülechissrage, als-waren di.
Antisemsteu eine - politische Partei wie andere, mit den berechne,ten
Ansprüchen' einer' anderen Partei. Tie Berkennung dieser-.Wahr
Heiken lM sechtn, '»»endlichen Schädel, angcrichlel, sargt, d r; iw
neuen Fahre der Schaden sich nicht mehre!