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Die
GEMEINSCHAFT
Hefte für die religiöse Erstdrkung des Judentums
Nr. i
Berlin, 19. September 1915
Inhalt:
Unier Norden
Auerbach idhen
— Hrlrii — Beglückungtmagazine — Ans der Krühzcit det Hanich
Waitenhautet — Unter Gottetdientt — Freude im Leide —
Mitteilungen — Anzeigen.
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Unser Norden
Vor den Toren, abseits vom Kern des jüdischen Lebens in
Berlin, liegt unser Norden.
Abseits! Und es ist nicht leicht, den Strom geistigen jüdischen
Lebens zu uns hinauSzttlenken!
Abseits! Heißt doch ein Weg zu uns für die meisten - schon rein
örtlich - eine Wanderung ins Weite!
Aber auf unserem vorgeschobenen Posten ist auch geistiges, religiöses
Sehnen; hier regt sich, bewußt oder geahnt, freudiges Wollen, mitzubauen
am Erstarken des religiösen Lebens in unserer eigenen Mitte, in der
Gesamtgemeinde. —
All die einzelnen wachen Stimmen in unserem Kreise zu sammeln
und zu einen, alle hier, in denen das religiöse Sehnen noch schlummert,
zu wecken,
Jugend und Alter für unsere Glaubensgemeinschaft zu erwärmen
zur mitfühlenden und mitbauenden Teilnahme an unserem religiösen Leben,
in die Herzen freudigen Zukunftsglauben hineinzusingen an ein starkes
lebendiges Judentum —
das ist die Aufgabe dieser Blätter,
das ist unser Rauschhaschono-Wunsch,
das unsere Kauschhaschono-Hoffnung!
H P«lkmWr«.
Beten.
Von Rabb. Dr. Oortichalk.
Die Feiertage nahen. Hunderte strömen wieder in die Tempel und
verharren viele Stunden im Gebet. Zu welchem Zweck? Ein altes
jüdisches Wort drückt es aus. Gebet ist Gottesdienst des Herzens. Was