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GEMEINDE BLATT
der Deütsch-Israelitischeh Gemeinde zu Hambmrir
Das Gcmcindcblatt erscheint Mitte jeden Monats / Bezugspreis: 0,45 Jill vierteljährlich einschl. liettellifeld / Anzeigenpreis: IR* PI. für die achtgespallene Millimct« r
Verlag! und Geschäftsstelle: M. LcBmann, Hamburg 36. AMC-StraBc 57. / K-rnvprcchrr: 34 87 7».
Nummer 10
Hamburg, 16. Oktober 1936
12. Jahrgang
Jüdi
dische Winterhilfe Hamburg 1936-37
1
Der Herr Reichsbeauftragte für das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes hat auch für dieses Jahr angeordnet,
daß die jüdische Bevölkerung durch Sammlungen in ihrem Kreise die Betreuung ihrer HilfsDedür.ftigerf durch¬
führt. Die Leitung der Jüdischen Winterhilfe 1956 37 ist wieder der Zentralwohlfdhrtsstelle der Juden in
Deutschland übertragen worden. Diese erlaßt in Gemeinschaft mit den judischen Zentralorganisationen
folgenden '•■■'-. . '
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kleiner wird
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„Zum zweitenmal gehen wir auf uns selbst gestellt.in den Kampf gegen Wintersnot und Käha
Die luden Deutschlands sind,dem Ruf, der vor Jahresfrist an sie erging, gefolgt So konnten wir
allen Hilfsbedürftigen unserer Gemeinschaft in schwerer Wintersnot hilfreich zur Seite stehen
Ubier 83000 Menschen hat die Jüdische Winterhilfe in den Großgemeinden und in den kleinen
Orten betreut. Überall wurde sie nicht nur als Mittel zur Linderung der Wirtscha'lsnot, sonde
stets auch alp der Beweis der Einheit der Judenheit Deutschlands empfunden
Wi • werden In diesem Winter vor schwereren Aufgaben noch stehen als im letzten Jahre, weil
die Not gestiegen ist und die Zahl der Menschen, die noch helfen können, knme
Aber die Not hatte in.unserer Geschichte immer eine.er
* Kraft Es kommt darauf an, daß wir aus ihr einen Segen machen.
Einte Gemeinschaft, die nicht von der Verbundenheit aller ihrer Glieder getragen wird, ist ver¬
loren. Wir wissen, daß die Forderung der Jüdischen Winterhilfe auch in die.sem Jahre von
allen Juden in Deutschland gehört werden wird "
In Hamburg obliegt die Leitung der Jüdischen'Winterhilfe der Deutsch-Israelitischen Gemeinde
Die Jüdische Winterhilfe erfaßt alle, die Juden im Sinne des Reichsbürgergesetzes vom 15 September 1935 und
seiner Durchführungsverordnung vom 14. November 1935 sind Für die Höhe der Beitragspflicht hat dar Herr
Reichsbeauftragte für das Winterhilfswerk des Deutschen Volkes -die an anderer 'Stelle des Gemeindeblaties
veröffentlichten Richtlinien erlassen. ' ,
Dias« Richtlinien stellen Mindestbeträge dar. Wir richten aber an alle den gleichen Appell wie die Leitung
des Winterhilfswerkes des Deutschen Volkes in Hamburg, die gleichen Betrage wie im verigen
Winter zu spenden und auch darüber,hinaus nach Kräften für unsere Hilfsbedürftigen Opfer zu bringen.
Da der Kreis der Notleidenden ständig wächst und die Zahl der 1 Spender durch Auswanderung fort¬
dauernd kleiner wird, können wir nur dann die schweren uns gestellten Aufgaben erfüllen, wenn die Spenden
noch reichlicher als im vorigen Jahre fließen. ' .
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Die Größe unsener Aufgaben bedingt die Anspannung aller Kräfte. Ein jeder tragt die Verantwortung dafür,
daß unsern notleidenden Brüdern und Schwestern in ihrer Bedrängnis 'ausreichende Hilfe zuteil wird. Erfüllt
von V e r a n t w o r t u n g s b e w u ß t s e i n , wollen wir .unsere Pflicht tun, um die Jüdische Winterhilfe
Hamburg 1936 1937 zueinemvollenErfolgezu bringen.
Gefl. Zahlungen erbeten an Jüdische Winterhilfe Hamburg: M.M. Warburg & Co. Simon Hirschland Hamburger
Sparcasse von 1 827, Konto 80/1441 / Postscheckamt: Hamburg 15 054 Kasse: Rothenbaumchaussee 58
VORSTAND DER D E UTS C H - I S RAE LITIS C H E N GEMEINDE
DAVID i