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periodischem Bifitali.'u der Staatsbehörde; die Schulgesetze
»ad der Lehrplan bedürfen der Bestätiqu-eg derselben.
Art. 45.
Besuch der allgemeinen OrtSschule.
Zn Orte», in welche» keine israel. Elementarschule
besteht, sind die tSracl. Kinder zum Besuch der allgemeinen
OrtSschule, und wo deren mehrere solcke bestehen, der von
der Schulbehörde hierzu bezrichitelen Schule, gleich den
Kindern der übrigen Einwobner, und zur Tdeilnrbme am
gesammtrn Unterricht mit Ausnghme der Religionslehre
anzuhalten. Die Israeliten sind--in diesem Falle in Hin¬
sicht auf Leistungen am Schulgeld, Sckulhausbaukostcn je.
den übrigen Ortseinwobnern gleich ;n behandeln. Wenn
jedvck bei einer OrtSschule durch den erstmaligen Hinzntritt
der Israel. Kinder die Anstellung eines weiteren Lehrers,
oder die Erweiterung d«S SchulgelaffeS nöthig wird, so
haben die israel. OrtSeinwohncr an een hiedurch entstan¬
denen Kosten einen angemessenen Lorano zu übernehmen, l
besten Betrag, in Ermangelung gütlicher Übereinkunft, von ^
der Regierungsbehörde - zu bestinuncu ist. DaS Schulgeld l
für die Armen wird nach der Borschrift des Art. 21. *) |
aufgebracht. ' , (Fortsetzung folgt.) j
-lecenfionen.
2 ) Vaterländisches Lehr -und Lesebuch für (
die Oberklaffen , evangelischer BelkSschulen d«S !
GroßherzogtdumS Hessen.- Bon Zoh. Schmitt. I
Darmstadt 1861. Druck und Verlag von Ehr.
Fr. Will. 462 Seiten. Preis 54 tr. !
Wenn dies Buch auch nicht gerade in das Bereich I
unserer DiSkustion zu fallen scheint, so können wir doch !
nickt umhin, unsere geschätzte Cellegen auf dasselbe aufmerk- i
sam zu macken. Der Verfasser ist ein Mann, der die >
Leit, raS gegenwärtige Volksleben mrd'seine Anforderungen >
kennt Don dieser Gruiidlage ausgebend behandelt er in !
dem trefflichen und lehrreichen Buche 'in 4 Abschnitten 1) !
die Vatcrlandskunde, 2) Erd- und Himmclskunde, 3) Na- j
turkuudc und 4)- den Nenscken. D^c cinrclnen Bilder sind !
lebruüvoll und anziehend,/in nchsterhaft pädagogischer j
Forni. -WirKönnen das Buch karüm solchen Lehrern, die !
einen ghlen wellkundlicken Unterrickf geben wollen, dringend ^
-> 2ikscr lautet: .Dte Uraäbrung der armen Israeliten ohne '
Uni echt .et zwiscven Bürgern oCu Betsixeta, liegt zunächst denjenigen 1
israel. l.nckenGemeinden,eb. welch,r cer Atn:e angebcrt. !
jedoch »ine solche jt rckengemeiubt, nach dem Ermessen der de- 1
treffenoris Liaatodebirde so unvermögend, daü st: seinevrnäbrungrkosten !
ganz, odjer cheilweije nickt ze bestreiten vermag, so bat die bürgerirck« 1
Gemeines, welcher der. arm/ Jerael-re angchör^ztvei Dritcheilc und die !
-ira-l. 'i-ntralkaffe ein Drittdeil de« Jeblenden zu übernebmen." !
empfehlen. ES wird anch außerhalb.der durch den Titel
bezeichnetcn Grenzen gute Dienste leisten, und insbesondere
für ForbildungSschulen, oder für einen gehobenen Unter-
richt wünschende Privatschülcr u. dzl. sehr zu empfehlen sei«.
1-3) NcbungSaufgaben zum Kopfrechnen i«
! Bürger und Landschulen re. v. Gg. A. Winter.
Zweite neu bearbeitete Auflage. (I. Heft, Preis
j 10 Ngr., 2. Heft, Preis 16 Ngr.) Leipzig,
j Verlgg v Zm. Tr. Wöller.
! Wer wtsten will, was es heißt, Methodiker fein, Künst-
I ler im Schulfache, der sehe sich diese.beide Büchelchen an;
! eS sind pädagogische Musterschriften. Von Stufe zu Stufe
' fortschreitend nach einheitlichem Plane, führen sie das Kind
! in die schwierigsten Funktionen des Rechnens ein. Da ist
überall Einsicht, Plan, bewußtes Fortfchreiteu. Wir em¬
pfehlen unseren Kollegen, die methodische Studien machen
wollen, das Merkchen auf 'Nachdrücklichste. Unser ReligionS-
uuo hebräischer Unterricht leidet noch viel an Unmethode.
Ein Streben zur methodischen Bearbeitung dieser Fächer
kann nur -durch methodische Fachstudien überhaupt ange¬
bahnt'werden. Und noch Etwas. Wer ein solches Büchelchen
ansieht, und dann keinen Respekt bekommt vor einem „metho¬
dischen Kopfe," vor einem „ächten Lehrer," nun -7- au vem
ist alles , oder Nichts verloren. Wir würden uns freuen,
durch den Besitz der dazu gehörigen Ucbungen zum ^Tafel¬
rech neu' in den Stand gesetzt zu sein, da» Ganze eingehend
zu besprechen, insbesondere da für uns eigentlich das Tafel -
und Kopfrechnen eine Einheit! bildet, und in dem Begriffe
„Denkvcchnen" anfgeht. - X.
Kein Schulbuch, und doch ein Buch für Lehrer, und
daher nicht ungeeignet in diesen Blättern besprochen zck
werden, sind:
„Zwei Novellen im Schulrocke," 1) „der FamuluS"
von Mauert, 2) „Sckullcben und Lebensschult"
von Ibas, in einem Bändchen bei Wuudcrmanu
in Münster. .
Dieses Merkchen bringt einmal manckcs Zntcreffante
aus dem Lchrerleben im schmucken Gewände der Novelle
vor vaü Publikum. Die Bcrfasicr haben manchen tiefen
Blick in das-Lchrerleben geworfen, uns die Lehrer- als wür-
d ge, Achtung gebietende Personen, ohne alle Bcimisckung
von Narrheit, Pedanterie und Carrikatur, also keinen Kom-
pert'schcn Arnsteiner, gezeichnet. Mag manchem! Lehrer das
Eine oder Andere der Art anklebcn, das muß aber der
Lrhrrrfreund, der. für Lehrer schreiben will, wohlweislich
mit Stillschweigen-übergehen. j *!
Bei der ersten Novelle fühlt man es leider! zu deutlich
heraus, daß ihr Vcrfaffcr zwei Zwecken - wahrsckeinlick,-—
dienen wollte, einen allgemein-ästhetischen uns einem spe-
!
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