Seite
208
tet unsere Konferenz und scheint eine totale Auflösung der¬
selben nicht mehr lange auf sich warten zu lassen; denn
der ZersetzungSprozeß wüthet schon in ihr in seiner ganzen
Gewalt. Besuchten doch auch da- letzte Mol von den
20—22 oberhesfischeu Lehrern nur 7—8 unsere Konferenz
zu Neustadt, obgleich dieselbe wohlweislich rrDD o'nm'J—
also zu einer Zeit abgehalten wurde, wo Keiner durch Be-
ruf-geschäfte an der Theilnahme behindert wurde. Folgern
wir daraus den richtigen Schluß, daß dieselbe, falls sie
auf Schultagen abgehalten worden wäre, von kaum der
Halste der betr. Theilnehmer besucht worden wäre. Gehen
wst rmn aber auch etwa- näher auf das Wesen unserer
Zusammenkünfte ein. Es handelt sich bei uv- nur um
Erledigung von Vereinsangelegenheiten, nur um äußere
Sicherstellung, nur um Erschwingung pekuniärer Mittel
zur äußeren Befferstellung unseres Standes. Das ist Alles
schlechte Besuch unserer' oberhesfischen Konferenzen rührt
lediglich daher, weil sie für dm Betheiligtm zu wmig
geistig Anziehmdes und eigentlich Belehrmdes dietm, «eil
seit ihrem Bestände, meiner Wissms, noch keine zeitge¬
mäße pädagogische Frage zur Verhandlung gekommm und
weil somit der Suppe das Salz fehlt. Solange diesem
Uebelstande nicht von allm Seitm kräftige Abhilfe geschieht,
so lange unsere Konfermz des geistigen Kittes ermangelt,
werden auch die einzelnen Theile nicht recht zusammenhal-
tm, wird sie nur kümmerlich und nur noch kurze Zeit, das ist
vorauszusehm, ihr Dasein fristm könnm und schließlich ge¬
zwungen sein, sich aufzulösm.
Wie ist aber denn diesem Uebelstande abzuhelfm?
Es muß anders werdm, das ist klar und es kann
anders werdm, das ist ebmso klyr. Es muß anders wer¬
dm; denn wäre es nicht eine wahre Beschämung für Ober¬
recht gut und auch nothwendigend muß, aus schon > hessm'sLehrer, wenn sie nicht dafür Sorge tragen wollten,
angegebmm Gründm, einm integrirenden Bestandtheil : ihrm jährlichen Zusammenkünften, vielleicht für Manche ein
unserer Konferenzen- bildm. Aber dürfm wir darum ganz j Sonnentag — eine sichere Unterlage zu geben, wmn sic sich
und gar vom bildenden Zweck derselben absehm? Kann j selber ein „Armuthszeugniß" ausstellen müßten. Es kann
und darf „äußere Hebung" der alleinige Gegenstand unserer ! aber auch anders werdm und zwar zunächst durch An-
Belprechurgm sein? Haben das Lehrfach zind die Püdago- j regung unseres ehrenwcrtbm Vorsitzenden, durch eine Ver-
gik insbesondere und die Wisienschaft im Allgemeinen kein > fahren, wie wir es wiederholt ausg?prochm und dann durch
Recht aus unseren engeren Anschluß, kein Recht, die Forde- i gegenseitige Anregung zur Reg- und Strebsamkeit der Mit-
rnng an uns zu stellen: „suchet mich zy erforschen; denn 1 glieder selbst, durch pünktliches und gewissenhaftes Einlie-
wer mich findet, hat Lebeif gesunden." Aucki für den !
Lthrer grlt das Dichterwort: „Grün ist des Lebens goldner 1
Baum" und soll ja, wie schon erwähnt,. die Konfermz eine j
fern der vom Vorsitzenden oder auch von Mitgliedern in
Vorschlag gebrachten Referate, dadurch, daß wir, gleich
Anderen, pädagogische Fragen erörtem. Denn immer und
immer wieder bedarf es Erörterung der Echulangelegen-
heiten, müsien wir selbst uns erst klar werden, über das,
was wir thun und Unterlasten sollen. Es gibt ja roch,
wie auch. der geehrte Redaktmr d. Z. neulich be¬
merkte, ganz besonders in der jüdischen Schule so Viele,
die im Dusiklen und Trüben fischen, daß es uns an dem
nöthigm Stoff zur Tiseuision wohl niemals mangeln dürste.
Trage Jeder sein Scherstein auch zur „inneren Aufbesserung"
unseres Standes bei und sei Jeder der Rechte an seinem
Orte! Schaaren wir uns immer mehr um unser Panier und ar¬
beiten wir immer wackerer in unseren Schulen! Rur darf
uns der gute, der rechte Wille niemals fehlen; denkr „guter
Wille ist schon halbe That." So nur, wenn geistige, in¬
nere Hebemittel den materiellm erst dm rechten Werth und
die rechte Bedeutung beilegen, wenn Liebe zur Wahrheit
innerhalb und außerhalb unserer Konferenzen uns beseligt,
unsere Schritte festigt und fördert, wmn edler und hinge¬
hender Sinn uns vereinigt und diese unsere Zusammen¬
künfte erst recht stählen, wmn die Eonderintcresten durch
vmnünstige Aufopferung für die Gesammtinterestcn immer
mehr schwinden, dann, ober auch nur dann ist ein
gedeihliches Streben unserer Konferenz nicht mehr Hypothese,
sondern kann mit apodikttscher Gewißheit behauptet werden.
Die Kontkisenz wird uns dann, was sie sein soll: ein Forl-
bildungsinstitut für's praktische Lehrerleben. Wer dann noch
ohne gewichtigen Grund fern bleibt von diesen Mittelpunktm
geistigen Strebens und Lebens, hat sich selbst ein Armuths-
zeucu.sß ausgesiebt, bat verzichtet auf das edelste Mittel zur
Fortbildung, ist kein Monn, der die Bewegung, die in der fröien
_.. _ ,_ _ _ o .. .. ... , Versammlung den Rerv geistigen Fortschrittes erkannt bat, zu
Q Ho schließlich d s sich hieraus ergebende Rcsume auf: der j ickätzen wsist" Trais, 28. Okt. Plaut, Lehrer.
. praktische Fortbildungsschule" sein und bleiben. Ich gebe
zur Konsmmz, um zu lernen, um mich für mein Fach
rmmm mehr hmanzubilden; wo ich aber derartige geistige
Regsamkeit und Strebsamkeit nicht finde, wo sich mir die
Eonsermz Mcht als „Fonbildungsschule-' für die Praxis be¬
währt, bleibe ich ferne und mit — Recht. Zum Beweise, daß
auch in Eonfermzm Etwas' geschehen kann, wolle man nur
, die Referate der im „Jsr. Lehrer" s. Z. erschienenen rheinh., westf.
und (wohl auch eingeschlafenen? Red.) psälz. Eonferenzcn nach
lesm Ick mache für unsere Eonsermz von vornherein keinen An¬
spruch aus derartige Leistungen; denn „beim Kleinen fängt
man an u. s. w." —' Bei meinem Vorschlag, der Konfe¬
renz durch Einforderung—von Referaten mehr magnetische
Krast, mebr Reiz und Geist zu verleiben, erhielt ich zur
Antwort: der Mangel an Zeit läßt eine 'gründliche Be-
iprechung und Durchführung eiües Schriftstückes nicht zu.
Was den erstm Punkt betrifft, io erwarte ich: Wmn man
alle Jabr nur eine Haüptkonsermz zusammenberuft, io
läßt man diese 2 Tage ändaüern und nimmt dann am ersten
Tag die Tismsston über das Referat uüd am zweiten Tag Ver-
ei,§sragen und dgl. vor. -Was dm zweiten Punkt anlangt, i
ko antworte ich: je nachdem. Man richte sich auch hier ein, |
und in einem Tage kann man doch, schon Vieles bespre- !
chln. Was aber die 'alleinige Besprechung von äußeren !
Besserstellungen in Konstreuzen für Folgen bat, läßt sich '
aff der Unirigen genau Nachweisen, weil viele oder fast !
aße Lehrer immer lauer im 'Besuche derselben werdm, !
insbesondere, wenn, w:e es leider zumeist geht, die prok- !
tischen Fragen nickt weiter geführt, werdm, und uusern !
Consereuzku al'o jeder reale Erfolg fehlt. Stellen wir
_ gturp iKangtl an flau» trfditint >«8 Btryiftnll de« ffinlnnfS Mir »tn Etrtin i» Nr. 1. ___
f-.-.nr-. tr.nc** A,.M<miwn m Hjctm 3 t.ni m tftatnuitjitn, <jtUtt«HV.ug ert -JtetuJiicn. guv c... -wudjUur.Cel:
a rr-miir,tr V. >- 7 >s >tt- e in — Damcf-EcbnellprtgiNdmkk een I. fflnjtf ’ f fc»n in SNotnj.