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Statute»
des Provinzial- rei'p. Bezirks-Vereins
für die irr. Lehrer der Großh. Hcfl. Provinz Obrrheffe»,
zum Unterstützungs-Verein/für hilfsbedürftige isr. Lehrer rc.
in Deutschland.
§ 1. Die anwesenden Lehrer bilden nach Maßgabe des Sta¬
tuts des allgemeine» isr. Lehrer- rc. Unterstützungs-
' r Vereins für Deutschland einen Provinzial- resp. Be-
, zirks-Verein. - ' .. ■ !
5; 2. Die Versammlung wählt ein Comite auf die Dauer ^
von 3 Jahren; nach Ablauf dieser Zeit findet eine ;
Neuwahl statt, wobei die ausscheidenden Mitglieder !
wieder wählbar find. . ^ j
K 3. Das Comite besteht aus drei Mtgliedern, die unter !
stch einen züm.Vorsitzenden «nennen. !
ß 4. Das Comite hat die-Obliegenheit, das Interests seiner l
Mitglieder überhaupt, wie den Provinzial - Verein bei !
dem Hauptverein insbesondere zu vertreten. i
§ 5. Der Eintritt in den Hauptverein, sowie der Austritt >
aus demselben ist bei dem—Comite. des Provinzial-
Vereins anzumelden.*) ,
ß 6. Ist ein Mitglied des Vereins, oder besten Wittwe
oder Waise der Unterstützung bedürftig, so ist dies
unter Vorlage der betretenden Zeugniste dem Pro¬
vinzial - Comite anzuzeigen, von welchem alsdann die
nöthigen Schritte, bei dem Haupt - Comite geschehen
werden.
§. 7. Falls es dem Comite für zweckmäßig erscheint, wird
eine-Versammlung ausgeschrieben.
§ 8a. Die Mitglieder des Provinzial - Vereins zahlen ihren
jährlichen Beitrag zur Hauptvereinskaffe an den Vor¬
sitzenden des Provinzial - Comites. b. Dieser Beitrag
muß längstens vier LLochen vordem vom Haupt-
Comit« bestimmten Termine entrichtet sein. Nach Ab¬
lauf dieser Frist soll der Säumige von dem Comite
nochmals zur Zahlung ermahnt werden. Bleibt aber
auch diese erfolglos, so ist dem Haupt-Comite davon
Anzeige zu machen.
§ g. Die Vereinslchrifteu werden von dem Haupt-Comitä
an den Borsitzensen des Provinzial-Comite's gesandt.
Dieser übernimmt alsdann mit den beiden andern
Mitgliedern des ComitL's die Versendung an die ein-
zelnen Mitglieder. Der Betrag dieser Schriften muß
nebst den etwa nicht verkauften Büchern ebenfalls vier
Wochen vor dem vom Haupt Comits bestimmten Ter¬
mine an den Vorsitzenden des Provinzial-Berein» über¬
mittelt werden, welcher alsdann die Einsendung an
das Haupt Comitö übernimmt.
**) JBäre es nicht gut, hier beizuseycn: Jeder zum Hauptvereine
neu beitretende Lehrer der Pravin in Älägliev des Provinzial - Bereins?
(Bemerk. d. Schriftführers.)
Von der Constituiruag der Provinzial-Comite's, resp.
Provinzial-Vereins für die Provinz Oberhesten, ist dem
Haupt-Comite Anzeige zu machen.
Die Mitglieder ertheilen hiermit den vorstehenden Sta¬
tuten ihre Genehmigung.
Nidda,, den 7. August 1865.
Für richtige Ausfertigung
Der Schriftführer: -
H. Jsaac.
Zu Mitgliedern des Comite's wurden-gewählt:
1. Lehrer Mayer aus Gießen als Vorsitzender,
2. Lehrer Wertheimer, aus Heldendergen,
3. Lehrer Jsaac aus Alsfeld.
Der Vorsitzende macht noch Mittheilung von dem In¬
halte eines Schreibens des Lehrers Herrn Strauß in Gla¬
denbach , der als Mitglied zum llnterstützungs - Verein bei¬
lritt und sich mit den Beschlüssen der Versammlung einver¬
standen erklärt. Es wird hierauf zur Besprechung einiger
von Herrn Morgenstern aufgestellten Vorschläge wegen Ab¬
änderung der Statuten des Hauptoereins *J geschritten und
zwar mtt folgendem Resultate:
IV. Mitgliedschaft betreffend:
ad 1. über Zulassung der Cantoren, wird ausgiebig
debattirt und schließlich durch Abstimmung mit einer Stimme.
Mehrheit belasten.
ad 2. Die Bestimmung, daß die Ehrenmitglied-
schaft erworben werden könne durch Zahlung von fl. 20
als einmalige Spende ist wohl nicht zu verwerfen, doch fin¬
det man die Uebernahme der Pflichten activer Mitglieder
(pr. Jahr Thlr. 2) für Ehrenmitglieder zu hoch. In Er¬
wägung, daß diese keinerlei Genuß aus dem Vereine ziehen,
sondern nur zu besten Förderung beitragen, dürfte Tha-
ler 1 *= ff. 1 . 45 kr. pr. a. genug sein. Es würde als¬
dann guch auf mehr Ehrenmitglieder gerechnet werden kön¬
nen u»ü der Verein dadurch entschädigt.
6. Die Ausnahme neuer Mitglieder sollte nicht zu
leicht genommen werden. Der Satz ad 6 wäre ganz zu
streichen und dafür ohngefähr zu setzen:
a) Jeder, der Mitglied des Vereins werden will, hat
ein von der Behörde beglaubigtes Gesundheitszeugniß
beizubringrn.
b) Der Eintretende hat außer seinem jährlichen Beitrage
ein nach seinem Alter zu bemestendeS Eintrittsgeld zu
entrichten und zwar ohngefähr fo:
rom 25. oder früher, bis zum 30. Lebensjahre fl. 5.
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30. bis
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35.
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60.
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„ 35.
Nach zurückgelegtem 60. Lebensjahre sollte Niemand
zum Eintritte mehr berechttgt sein.
(Schluß folgt.)
’*) Der nächsten Generalversammlung, die allein die Statuten »er»
ändern kann, zur Berücksichtigung empfohlen. (Red.)