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GemeindeZeitung
für die israelitischen Gemeinden Württembergs
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Israelitische verlagoaustalt B. m. b. fj.
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Stadtrabblaer vr. «leger, Stuttgart
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I. Jahrgang
Stuttgart, 15. September 1?24
Nr. 6
Amtliche Bekamitmachungen.
Israelitischer Oberral. Stuttgart. 27. VII. 24.
Au- dem Bericht über die Wirksamkeit und
Betätigung des Württembergischen LandeSver-
bandeS für israelitische Wohlfahrtspflege (L.J.W.
e.B.), der in den letzten Nummern der Israe¬
litischen Gemeindezeitung veröffentlicht worden
ist, hat sich die Notwendigkeit der Erhaltung
des Württembergischen Landesverbands erneut
ergeben. ES ist darum wünschenswert, daß alle
Gemeinden des Landes an der Erhaltung des
Landesverbandes für die Wohlfahrtspflege täti¬
gen Anteil rrehmen.
Bedauerlicherweise hat eine nicht unwesentliche
Anzahl der. Landesgemeinden dem L.J.W. die
erforderliche ^Unterstützung bis jetzt nicht gewährt.
Es liegt dringend im Jntereffe der israelitischen
Gesamtheit, j daß der Landesverband, als die
Zusammenfäffung aller israelitischen Wohlfahrts¬
einrichtungen des Landes, auch von allen Ge¬
meinden des Landes die verdiente Förderung
und Unterstützung erhält. Der Oberrat emp¬
fiehlt deshalb, dem L.J.W. einen Jahresbeitrag
auS den Steuermitteln der. Gemeinden (§ 12
Abs. 2 der Verfassung vom 18. März 1924) zu
bewilligen usid ihn unter diejenigen Vereine auf¬
zunehmen, für welche Thoraspenden unter dem
Namen „^gstäas hachevraus" gegeben werden.
gez i. V. Hirsch.
Aus dem Schriftsatz der Juden.
Psalm 81. Ei« Sieb für de« Rrujahrstag.
1. Laßt unS zum Herren beten
Beim Halle der Trompeten
Und bei der Harfe Klang!
Der Paukenhall erdröhne^
Und hell die Zither töne,X>
Laut brause der Gesang!
2. Laßt die Posaunen schallen
Durch unsrer Tempel Hallen
Zum Preis dem neuen Jahr,
Wie es der Väter Sitte,
Wie es in unsrer Mitte
Von jeher üblich war!
3. Denkt an die frohe Kunde,
Die zur Erlösungsstunde
Der Herr uns einst entbot:
„Ich werde dich erretten.
Ich sprenge deine Ketten
Und ende deine Not."
4. Gott sah dein banges Zittern —
In allen Ungewittern
Hat er dir Schutz gewährt.
Er strafte dein Vergehen,
Er sah dein Jrregehen —
Ach, hättest du gehört!
5. Gott wollte dich erhören.
Er hat ja das Begehren
Stets Israel erfüllt —
Wie durftest du verehren
An heidnischen Altären
Ein fremdes Götzenbild?
6. Du ylichest jenen Toren,
Die ihren Gott verloren
Durch eigne schwere Schuld —
Wärst du Gott treu geblieben.
Nie endete sein Lieben,
Nie seine Vaterhuld.
7. Dein Haffer müßte neigen
Sein Haupt vor dir und schweigen.
Da seine Macht zerstört ....
Gott wollte dir bereiten
Des Lebens Süßigkeiten —
Ach, hättest du gehört!
Pfalm. 143. Bußgesang.
1. Ich steh vor dir, ich fleh zu dir —
ör' deinen Knecht!
ch schau auf dich, ich bau auf dich.
Du bist gerecht.
2. Herr, gehe nicht in das Gericht
Zu streng mit mir.
Denn nichts, was lebt, was ringend strebt.
Besteht vor dir.
3. Des Feindes Schritt mein Herz zertritt —
Sieh meine Non—
Er bricht den Stab, er gräbt mein Grab,
Als wär' ich tot.