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GemelndeZettung
für die israelitLschen Gemeinden Württembergs
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I. Jahrgang Stuttgart. 15. februar 1?25 Nr. 11
Amtliche Bekanntmachungen.
Israelitischer Oberrat.
In der Sitzung der Israelitischen Landesversammlung
am 28/30. Juni 1924 wurden gemäß Verfassung § 90
folgende Wahlen vorgenommen:
1. Die Mitglieder des Oberrats. (8 66)
Regierungsrat Dr. Nördlinger, Präsident, zugleich richter¬
liches Mitglied Stuttgart
Stadtrabbiner Dr. Rieger, theologisches Mitgl.
LouiS Hirsch, stellvertretender Präsident, „
Isidor Flegenheimer Heilbronn
Leopold Levi Stuttgart
Dr. Gunzenhauser ,
Moses Herz Hall
2. Der Beschwerdeausschuß. <875)
der Präsident der L. B. Julius Rothschild, Stuttgart
4 wettere Mitglieder:
a) Dr. Hayum
Tübingen
d) Siegfried Kahn
Cannstatt
c) Salomon Ottenheimer
Göppingen
d) Dr. Heinrich Wolf
Stuttgart
Stellvertreter:
für aj Dr. Lepmann
Stuttgart
* b) Dr. Würzbnrger
Heilbronn
„ c) Dr. Gumbel
« d) Leopold Kahn
Stuttgart
3. Der Rechnungsprüfungsau
sschuß. (8 93)
Ordentliche Mttglieder:
a) Dr. Lepmann
Stuttgart
b) Franz Moos
Buchau
c) Berthold Stein
Crailsheim
Stellvertreter:
für a) Ministerialrat Dr. Hirsch
Stuttgart
„ b) Hermann Kahn
Baifingen
„ c) Salomon Ottenheimer
Göppingen
4. Das 3. Mitglied des Besetzungsausschusses
(8 *7)
Ordentliches Mitglied: Dr. Gumbel
Herlbronn
Stellvertreter: Dr. Würzburger
'
Der Besetzungsausschuß besteht also aus:
1. dem Präsidenten der L. B. Julius Rochschild Stuttgart
2. d. Präsidenten des Oberrats: Regierungsrat Dr. Nörd-
linger Stuttgart
3. Dr. Gumbel Heilbronn
5. Disziplinargerichte.
I. für Rabbiner (8 55,2 a-c)
a) Vorsitzender: Landgerichtsdirektor Stern Stuttgart
d) Mitglieder:
| Dr. Berlinger
Hall
Dr. Sttaßburger
Ulm
> Dr. Gumbel
Heilbronn
Londgerichtsrat Kaulla '
Stuttgart
Oberlehrer Rothschild
Eßlingen
, c) Dr. Rieger
Stuttgart
! Regierungsrat Dr. Nördlinger
Louis Hirsch
tt
II. für Religionslehrer l8 61,l zu b)~
a) Vorsitzender: Landgerichtsdirektor Stern Stuttgart
b) Mitglieder:
Religionslehrer Adler
Cannstatt
Oberlehrer Preßburger
Creglingen
Dr. Gumbel
Heilbronn
Landgerichtsrat Kaulla
Stuttgart
Dr: Berlinger
Hall
c) Dr. Rieger
Stuttgart
Regierungsrat Dr. Nördlinger
Louis Hirsch
"
Elternabend!
Es ist eine tiefbedauerliche Tatsache, daß der
Mehrzahl der jüdischen Eltern das rechte Ver¬
ständnis für die Bedeutung des Religionsunter¬
richtes abgeht. Es ist bezeichnend, daß sich inner-
halb drei Jahren kaum einmal Eltern wegen
der religiösen Unterweisung ihrer Kinder an den
Leiter des hiesigen Religionsschulwesens gewandt
oder von ihm Auskunft über deren sittliche und
geistige Veranlagung erbeten haben. Daß in einer
öffentlichen Versammlung der Religionsunterricht
von sachunkundiger und unbeteiligter Seite eine
ungerechtfertigte Beurteilung erfahren hat, darf
hierbei übergangen werden.
Es ist eben eine bittere Wahrheit, daß der
i, Religionsunterricht als Bildungselement und vor
' allem als Faktor der Charakterentfaltung von
den Eltern mit sträflicher Mißachtung behandelt
wird. Die Religionszensur hat einen sehr geringen
' Einfluß auf die Gesamtbeurteilung des Kindes
durch die Schule, sie besitzt für die Versetzung des
Schülers nur eine sehr bescheidene Bedeutung —
folglich ist der Religionsunterricht Nebensache!
! In Wirklichkeit sollte der ReligionSuntericht
und der mit ihm zusammenhängende Jugend-
gotteSdienst ganz anders bewertet werden. Er