Seite
Qlass&'lDels
Stuttqart z Mittnachtbau
1
DAS HAUS-
FÜR
DEN HERRN
und Di.ilit zic-lu-ii. -(Iini'idi rn Körltc* drehten.
Schuhe *tri<kru. X I» II und cle-rgl. Noch (las
\\ «lix'iiliaii» in l ntrrw aldcn. don’ii Leiter Pe*ta-
lo//i war. kotiulr -id> von d« in Grundsatz der
'■'clh'terhaltnn;.' der Waisen durch Arbeit nicht
freim.Kh.-n. Die Märten dieser W ai'c-m-r/iehiing
Mini dnr=h traditionelle Bindungen bis weit ins
l<». J ,lii li. ii(l. i t hinein gc-hlit-beit. hatte das
W aisrrihaus in Paderborn it*-th im Jahre ISrJ
einen Knecht von t>0 ~ l '■ Jahren als Hausvater,
dessi n I laii|>tei/irhung'inittel ein dicker Stock
gevet-srn iM.
11a- erste I indelli.iii'. voll (lein wir wissen,
wurde in: Jahre 's' von detn Lr/prie'ter der
Kathedrale in Mailand gegründet. In Deutsch¬
land hören wii erst um die Wende des |V und
U. Jahrhundert' von l indel-. \rmen- und Wai-
senlhol'ern. Die ; üdi'(hrn Waisenhäuser sind
erst viel sj.äter entstanden. I> hat freilich auch
initiier jüdische Waisen gegeben aller sie wurden
eben hei \ erw andten oder in fremden Kamilien
erzogen. I *a' erste jüdische Waisenhaus in
I ieutsdiland war das hiirther Waisenhaus. gc-
gründet l'fie llitii folgten ähnliche Häuser in
Hamburg I'Mi. Breslau Is0>. das vierte in der
Heilte war dann das LHIinger Waisenhaus, dein
unsere heutige leier gilt.
Da» Sindiiiiii .der Akten dieses Hauses ergibt
die erfn uliihe I at-ache. dal*. utibc S(hw c-ri von
jeder l ( b l ' , f,-rillig. vom ersten lag seiner
Gründung an die Hmk'icht auf die /u erziehen¬
den Kindei in v :>■ (Irrster Linie stand. Was
frommt den Kindern, wie können sie gefördert
und fürs Lehen brauchbar gemacht werden, das
waren die I r egen, um die sich alle Beratungen,
alle Beschlüsse und alle Arbeit der \nrstünde.
Di",Lasse und \ii'tull'|eiler drehten. Wohl
hall! :■:.h öfters die Sorgen eines vielköpfigen
I laush.ör. s an (|jie Pforten der Anstalt gepocht,
aber deuried,. die Kinder sollten in ihrer Ver¬
pflegung und in ihrer Lr/iehung nichts davon
v ersj.ii i eti dürfen. Das i't bis auf den heutigen
lag g> 'diebett. I> sind dieselben Kräfte tätig,
die vom ersten lag an am Werke waren: die
Kräfte der helfenden und verstehenden Liebe.
Isr. XraiikeolliilerstSMs-lfereln E.V.
Sonntag, den 3. April, 10 Ti Uhr,
im Gemeindehaus, Hospitalstr. 36,
80. GeneralTersammlanö
TAGESORDNUNG:
Bericht des Vorstands
Rechenschaftsbericht des Schatzmeisters
Wir laden unsere verehrlichen Mitglieder höf-
lichst ein und bitten um zahlreiche Beteiligung.
Der Vorstand.
@abbatbfteie Tätigkeit
wünscht bilanzsichere Buchhalterin, perfekt
in allen Büroarbeiten.
Offerten erbeten unter W. 254 an die
Hemeindezeitung.
B.A.V.
Freitag, den 1. April, JQd. Jugendheim, abend« 8' • Uhr,
Freitagabend - Feier
Leitung: Rabbiner Dr. Auerbach
*
Dienstag, den 5. April, Stuttgart-Loge, abends 0 Vdr.
spricht
Dr. med. dent. Paul Wolpe
Aber „Jüdische Aerzte im Mittelalter"
*
Dienstag, den 12. April, Ort nnd Zeit wie oben, spricht
Gustav Seckbach
Ober „Vom östlichen Judentum"
— 4 —
der Geduld, der selbstlosen Hingabe, der Ge¬
rechtigkeit. aber auch der Festigkeit und Kon¬
sequenz. Denn der junge Mensdi spürt sich nicht
allein in der Liebe, er spürt sich ebensowohl in
der Strenge geborgen. Nur die Formen dieser
Grundmotive haben gewechselt, die Wege und
die erzieherischen Mafinahinen sind andere ge¬
worden. je nach den wechselnden Zeitanschau-
ii ngen und nach den h ortschritten der Erziehungs-
w issonschaftcn.
l'nd die Kinder sind andere- geworden. Wenn
in früherer Zeit in der Hauptsache verwaiste
Kinder in unser Haus kamen. Kinder aus länd¬
lichen. einfachen, aber ärmlichen Verhältnissen,
so bekommen wir jetzt fast ausschließlich Kinder
aus Städten mit ihrem differenzierten Kultur¬
leben. mit ihren vielseitigen wirtschaftlichen
Nöten, mit ihrer neuen Struktur, welche alle
Gesc-Ilscfiaftsschichteu unter Druck setzt und die
lebensschw achcn Ieile der Gesellschaft zugrunde
richtct. Gewiß auch viele- Kinder, die heute bei
uns sind, entbehren der natürlichen Erzieher und
suchen bei uns einen Ersatz für die Heimat, die
ihnen ein hartes Geschick versagt hat. Immer
sind in unserem Hause auch ehelose Kinder ge¬
wesen. Nur ihre Zahl ist gewachsen. Es sind
jetzt fast immer 20 Prozent. Diese unerw ünsch¬
ten und unwillkommenen Kinder befinden sich
auf der düsteren Schattenseite des Lebens. Wir
haben es immer als unsere schönste Aufgabe an¬
gesehen. wertvolle Eigenwerte in ihnen lebendig
/ii machen, sie mit Selbstbew ufitsein und Mut zu
erfüllen und so ein Gegengewicht zu schaffen für
den Mangel der einen Eiternhälfte.
Dann kommen heute Kinder zu uns. die bei
ihren natürlichen Erziehern vernachlässigt wor¬
den sind. Auch die jüdische Familie ist heute-
vielfach nicht mehr die unbestrittene Aufbau-
gc-ntc-inschaft der he ran wachsenden Generation.
W irtscha ft liehe Not. LAigebundenheit. Hem¬
mungslosigkeit haben auch in iiusern Familien
vielfach große sittliche Schäden ungerichtet und
so in iinsern Ehen und Familien große Wunden
gerissen. In solcher Umgehung sind ungünstige
Anlagen gefördert worden und die guten konn¬
ten nicht zur Entwicklung kommen. In unserem
Hause sollten sie die Umwelt finden, die ihnen
die soziale Schichtung unserer Zeit versagt hat.
Und dann haben wir immer auch eine Anzahl
Kinder, die Erziehungsschwierigkciten aufweisen.
Es sind das Kinder mit Bewegungsunruhe,
Mangel an Konzentration, an Ertragensfähigkeit.
Kinder mit ungehemmten Triebkräften, asozia¬
lem Verhalten, also Kinder, deren seelischer
Mechanismus nicht inehr ganz normal verläuft.
Jedes gut geleitete .Normalheim kann eine kleine
Isr. Minnervereln Iflr KraikeniiDeile
iaad LeifflenbeslalM e.(.
NEfipK-an
Samstag, den 23. April, abends 8 1 /« Uhr,
im Restaurant Blodi, Calwerstrafie 4
57. Generalversammlung
TAGESORDNUNG:
Bericht des Vorstandes
Rechenschaftsbericht des Kassiers
Verschiedenes
Zahlreiche Beteiligung erbeten
Der Ausschuß
5>><ni SRaaac «rieb «»Ile
(IlllCDC J&CUfiOtl bei mäßigen Preise gebeten
SI1I»eee, unter 3tr. tt. L »» an ble <8eweinbe|eüimg
Tüchtige Näherin und Flickerin
empfiehlt sich prai Snaniben.
Offerten erbeten unter A. 0.2 'S nn ble (Bemrinbegeitung
Am 12. März dieses Jahres ist unser verdienter
Generalvertreter Herr Martin Dreifuß,
Bankier, gestorben. Die Generalagentur wird
von der
5 icma ItlacÜH, tDceifuß
S tutt gart , Jloteiühlste .99
in unveränderter Weise weitergeführt.
Allianz lind Stuttgarter Verein
Versicherungs-Aktiengesellschaft
Landesdirektion fOr Württemberg und Baden
Abteilung Groß-Stuttgart
gehören zur Behandlung Ins
‘Pautiiipfitod! •
^Modern eingerichtetes Fußpflegeinstitut^y
Anzahl solcher Kinder ohne Bedenken aufneh¬
men. Die Zahl ist clabc-i nicht ziffernmäßig, son¬
dern einflufimäßig zu werten. Diese oft sehr gut
begabten Kinder erfordern gesteigerten Helfer
willen, denn ihre Aktivität und Selbststeuerung
zum rechten Ziel sind herabgemindert. Dem
Heini fällt hier die schwere Aufgabe zu. diese
Kinder zu ertüchtigen durch Erforschung der
Störungen und planmäßige Beseitigung der¬
selben.
Dann kommen Kinder zu uns. die geringe kör¬
perliche Störungen haben, wie Efiiiiilust. all
gemeine Schwächlichkeit und dergl. Unser ge¬
sundes Heim mit seinen luftigen Räumen, unsere
einfache natürliche Lebensweise- beseitigen oft
recht bald solche Anomalien.
Endlich haben wii eine größere Anzahl lern
schwacher Kinder im Hause. Es sind das oft
rechte Sorgenkinder. Unsere kleinen Schulklas¬
sen und unser vernünftiger natürlicher Unter¬
richt können diese Kinder weitgehend fördern.
Woher unsere Kinder auch kommen mögen,
welches auch der Grund ihrer Unterbringung bei
uns ist. alle sind sie uns willkommen, es sind
..unsere Kinder“, jedes wird freudig aufgenom-
men. denn es gilt auch für eine Anstalt, die einer
kleineren Gemeinschaft zu dienen hat. welche
nicht für jede Form von Kindernot ein beson¬
deres Heim gründen kann, es gilt auch für eine
solche Anstalt das. Wort Goethes: „Denn wir
können die Kinder nach unserem Sinn nicht for¬
men. so wie Gott sie uns gab. so muß man sie
haben und lieben, sie erziehen aufs beste und
jeglichen lassen gewähren.“
Was wir nun tun? Eigentlich nichts Besonderes.
Wir versuchen die so verschieden gearteten Kin¬
der, die aus so verschiedenen Lebenslagen zu uns
kommen, zu einer Gemeinschaft zusammen
zuschweißen, sie heimisch zu machen im Haus,
alles zu tun, daß sie sich wohl fühlen. Diesem
Zwecke dienen die gemütlich warmen Räume
unseres Hauses, die weiten Gartenanlagen, die
abwechslungsreiche Umgebung, der weite Him¬
mel. aber auch die aufgelockerte Tagesordnung,
die sich willig an den Wechsel der Tages- und
Jahreszeiten, der Tagesereignisse, der' religiösen
iurrrmii
^ Dr. med.
Frh. v. Gumppcnberg
prakt. homöop. Arzt
jetzt Feuerseeplatz 3 / Tel. 633Ol
. Alle Krankenkassen
Rcidisbnnd |öd fron! soldolen
Ortsgruppe Stuttgart
*
Wir laden die Mitglieder der Oemeinde zu dem am
Samstag, den 2. April, abends 8*/< Uhr, im großen Saal
des Oberen Museums (Kanzleisiraße / Lindenstraße)
stattfindenden
ecKiusen
Kameradsdialfsabciid
ergebenst ein.
Mitwirkende:
Frl. Fanny SommerhSuser-Relter (Violine); Fri. Susi
Strauss (Klavier); Opernsänger H. Horner (Arien und
Lieder); Humor.MSnnerqiiartette (Asdill, Ebsteln^alM,
Krßmer, Horladier, Ziegler); Tanzgirl-Truppe (Richter,
Schauer, Ebstein, Kahn, Friedmann, Kamm).
Conference: Arpad Kandor zKapelle Brantner
Verlosung / Tanz
Eintritt RM.l.—,fOr Jugendliche RM. — 50. Der Reiner¬
trag wird lür notleidende Kriegsteilnehmer verwendet.
Wir bitten um zahlreichen Besuch.
R. j. F., Stuttgart
CTacfHHIfftunOen , 0 ^?.
Bafragen unter O. W. 236 an bi« ..Israelitische Qcinrinbejfituitg"
Setten guter, foft neuer
6tet«too«-6tn|9lllael
ist für etnine Jahre an Private gegen gering« Gebühr
bei svrgsält. Debanblung de» IaOrumeniea ->> vermieten.
Anfragen e»b. u. Chiffre E. €. 247«. b.Iir.Demeinbe^tg.
7 loch des Jxiqes TTlüti und <Kast -
aBends in den Jilmpoiost
FILMPALAST CANNSTATT
Das Theater der Qualitäts-Tonfilme