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Transport 6121 Rt. 4 Gr.
821) - Joseph Cohn. 2 - — -
822) * Jacob Albrecht....... 5 - — -
823) r Samuel Fraustadt. 1 - — -
824) - vr. Sammler, Prediger . . - 5 - — -
825) - L. R. Prausnitzer . . . ,. . 10 - —
826) - Louis Löwe.. 5 - ^ -
827) - S. Brühl. 3 - — -
828) - ' M. London . .. 1 - ^
829) - D. M. Peiser. .. 2 - — -
830) - M. Cohn jun.. . 1 - —' - -
831) Hirsch Selig Krug. .... 1 - — --
832) « Moritz Schlesinger, Commis 1 - — -
Latus 6158 Rt. 4 Gr.
(Fortsetzung folgt.)
Theologische Bemerkungen.
Altona, im Marz.
Erlauben Sie mir, Herr Red., die Frage an Sie zu
richten, warum neulich in dem Bericht über die lettre»
tsarfatigues der Vorschlag sonntäglicher Predigten rc. so
wegwerfend beseitigt wurde? Ich kann Sie versichern, daß
eine solche Einrichtung in den größeren Gemeinden nicht nur zu
den empfehlungswürdigsten, sondern sogar zu den unentbehrlichsten
gehört. Es ist hier durchaus nicht die' Frage (wollen wir denn
eben so taub und blind gegen alle Geschichte und Erfah¬
rung sein, wie der Chor der Judenfeinde?), ob Israeliten
existiren sollen, welche die jüdischen Sabbat- und Feiertage
nicht beobachten; sondern umgekehrt, da eine bedeutende An¬
zahl von Israeliten und Israelitinnen leider einmal vorhan¬
den ist, in denen das religiöse Gefühl nicht stark genug
wirkt, um sie an diesem Tage von ihren Geschäften abzu¬
halten, so ist die Frage, was ist zu thun, wenn man diese
wichtigen Glieder nebst ihren Nachkommen nicht gänzlich
der Religion entfremden lassen^ will? Und eS dünkt mich,
es giebt kein einfacheres Mittel als das vorgeschlagene. Selbst
der größte Orthodox, wenn er nicht religiös denkt und nach
Jesaja's Vorschrift „das geknickte Rohr nicht abbreche», die
glimmende Heede nicht völlig auslöschen will" wird hierge¬
gen nichts einwenden, er müßte denn den hohen Grundsatz
2^2 min *n»Sn, „der Unterricht in der Religion ist
die wichtigste von allen Pflichten," gänzlich verkennen. Daß
hier von einer, ^auch nur scheinbaren Verlegung des Sab¬
bats nicht die Rede ist, versteht sich von selbst, und ließe sich
auch in der Anordnung vielfach bethätigen. Auch
könnte man den Predigern vorschreiben häufig über diesen
Punkt, so wie über das gesammte Cultuswesen erklärend zu
reden, und dabei allen protestantischen Aufklarungsdünkel
fern zu lassen. So würden die Strenggläubigen auch im
geringsten nicht beunruhigt, hörten vielmehr israelitische Re¬
ligionswahrheiten allseitig illustriren, und^ sähen beim Zusam¬
mentreffen mit wirklichen Feier- und Festtagen den allge¬
meinen Ritus mit der Predigt verbunden und ein um so
größeres Publikum an beiden Theil nehmen.
Denken sie sich den gewöhnlichen Alltagsgottesdienst
feierlich und würdevoll begangen, beim Schlußpsalm
(ov» Sw '») siele ein'Chor ein, mit oder ohne Instrumen¬
talbegleitung; hierauf folgten deutsche oder dort-fran¬
zösische - + — Gesänge, Gebete, eine salbungsvolle Predigt und
eine Collekte für die Armen; dabei jedesmal die jEmporen
voll betender Frauen, und Mädchen — müßte ein solcher
Anblick nicht unendlich viel heilsamer wirken, und wäre
darin das geringste gegen rabbinisch israelitischen Re-
ligions - Begriff? — Ja würden nicht selbst viele
Jünger llch noch weiter hinein gezogen fühlen in das ihnen
sonst srenw» ivchliche Leben? Denn noch heute, wie von je¬
her übt unsere Religion die Kraft aus, auch die Gedanken¬
losen allmälig zu erwärmen n»wS «3 nowS_ «Sw ipna.
Jeder Rabbine, der.einen beträchtlichen Theil seiner^Ge-
meinde in der erwähnten Lage vorsindet, und bei ehrlicher
Prüfung sich nicht schmeicheln kann, sie völlig zu bekehren,
müßte, wie ich glaube, an der Erfüllung dieses Vorschlages
arbeiten, dessen fernere Erörterung in dieser Zeitung ich . hier¬
mit baldigst herbeigeführt haben möchte.
Redacteur vr. L. Philippson. — Verlag von Baumgärtners Buchhandlung. — Druck von I. B- Hirfchfeld.
(Hierzu das literar. und Homilet. Beiblatt No. 10.)