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Pränunu nüon für Prag
oder durch Luchhaudcl
des ?u-uild Aiislanücs:
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1 Thl. S Szr.
prüdriiummrr. Prag, 3. November 1864.
Ccnttalorgim für ullc zeilgemäßcn Interessen
.. - ' des Zndcnthmncs.
prännm.'raüon mit
." poürcrsendung : '
4 Tht. UITzr.
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L THI. 10Szr.
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Erfchkint jeden Donnerstag. — Nedaktionsbttreau: Fleischmarkt tlr. Lonsc. 702—1, 1. Ltock.
Agenturen: In Wien bei Herzfeld und Bauer; in Brünn bei B. Epstein.
Wr die.Leser!.
Indem wir die Probenummer unseres neuen
Blattes der Öffentlichkeit übergeben, können wir eines
Gefühles von Bangigkeit . uns nicht erwehren. —
Stünden uns magische Kräfte zu Gebote, und ver¬
möchten r ir in diesem Momente das G'sühl und Be¬
wußtsein der Ausgabe, die wir uns gestellt, so in der
Seele des Lesers zu wecken, wie es uns selbst in aller
Lebhaftigkeit vorschwebt, so würde er uns gewiß eine
menschliche Schwäche zu Gute halten. Denn diese
Aufgabe — wir dürfen es wohl in aller Bescheidenheit
sagen — ist keine gewöhnliche, ja wir haben wohl
selbst das Recht, sie neu und originell zu nennen. —
Denn nicht uns den breit getretenen Pfaden land¬
läufiger Pnblieistik wollen n '.r' einherschreiten —
unser Blatt wird es verschmähen, eine bloße (. hronik
nichtiger, wiewohl zur Bedeutung sroschartig sich aus¬
blähender Ephemeriden zu sein — Alles zu meiden,
was die Umrisse gewerbsmäßiger Schablone zur Schau
tragt, ist vielmehr unsere feste und entschiedene Absicht.
Wir wollen demnach ein Journal gründen, wel¬
ches daS Iudeuthum nicht bloß nach Innen, sondern
auch nach Außen, in der politischen Welt, würdig ver¬
tritt; wir wollen ihm aber auch Elemente znführcn—
und hierin liegt vorzugsweise das Neue, daher auch
Gewagte des Unternehmens — die bisher als den
jüdischen Interessen fremdartig arm eschen wurden, von
denen wir aber nichts destoweniger die trefflichste För¬
derung unseres Hauptzweckes, nämlich Lehre und
Leben im Juden thume zu vermitteln, uns
versprechen; — eines Zweckes, zu dem immer dr.ngen-
der und n .hnender die fortschreitende Zeit den wahr¬
haften Freund des Iudenthumes hindrängt. .
Wird ein solckes Streben Anerken¬
nung — wird es Förderung und Unter¬
st ützung'sin den? —
In so lange nicht unsere Erfahrung nnS ein
entschiedenes „Nein!" aus diese Frage ertheilt, in so
lange werden wir uns nicht in unserem Glauben und
in unserer Ueberzengung beirren lassen, daß das In¬
der hum, namentlich in Oesterreich, insbesondere aber
Btzl>mens, ein solches Organ braucht; — ein Organ,
das in Ermanglung jeder andern Centra-
lisation, den Gedankenaustausch vermit¬
telt; ein Organ, welches ein genaues
Barometer für die Strömung der Ideen
repräsentirt; ein Organ endlich, welches
ohne Zorn und v orurtheilsv olle Befan¬
genheit das, was der Lateiner so treff¬
lich durch sein sine ira et stuäio bezeich¬
net, Alles zur Geltung zu bringen strebt,
was wahrhaft berechtigt, was demIu-
denthrune wie der Zeit — vor Allem aber
was der Stellung des Iudenthums im
Abcndlande gemä;; ist.
Von diesem V rhaben soll und wird uns nicht
zurückschrecken das Achselzucken allzugrübelndcr Be¬
denklichkeit; — nicht schrecken werden uns die hämischen
Anfechtungen gemeiner Tagwerker im Bereiche der
Journalistik; — nicht schr.cken endlich soll und wird
uns selbst das Schicksal unseres jüngsten Vorgängers
rn Prag, der „Zcitstimme."
Denn, wiewohl wir nicht umhin können, diesem
Blatte und seinem Redakteur an diesem Orte das
redlich verdiente Lob zu ertheilen, das Gute nicht blos
aufrichtig gewollt, sondern auch mit Gesä ick und Takt
angestrebt und verfochten zu haben — wir erinnern
nur an die in der „Zeitstimme" angeregte Lehrer¬
konferenz, welche so eben, in dem Momente, da wir
dieses schreiben, eine une wartet günstige Wendung
genommen — so war doch dessen Kreis zu eng ge¬
zogen, die Mittel zu knapp, die Unterstützung zu ge¬
ring, um etwas zu schaffen und zu bieten, was
wirklich der Zeit und ihren großen Bedürfnissen ent¬
sprochen hätte.
Sckllüßlicb sei es uns rar noch erlaubt, ans
unserem ausführlichen Programm, dem wir durch unser
Eirknlär eine weitere Verbreitung gegeben, den letzten
Absatz hieher zu stellen:
„In Verbindung also mit den ersten schriftst llcri-
schen Capacitäten, nicht blos des Jndenthnmes,
deren Mitwirkung wir zum Theile bereits gewonnen
haben, theils noch zu gewinnen hoffen, und die wir
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