Page
ffir. 20.
Jahrgang.
^'rag den 12. o)litolier 18(>^.
Central-Organ für alle zeitgemäßen Interessen des Iudenthnms.
^Ver leger, Eigenthümer und verantwortlicher Redakteur: A. <-5hrMNNN.
.Pränumerationöbetrag^aitzsjährig .4 fl., halbjährig l fl. >'a> kr., vierteljährig 8ü kr. mit Posnustildung und Zustellung in'tz
.Hand; für's Ausland ga-nzj. 2 Ihlr.. halbj. l Ihlr. (i)r. — Lrschcinl am 2. und 4. Donnerstag des Monats. —
Ädminislration (^eistgasse Nr. b«18—l. —Inserate werden billigst berechnet.
Ge^rter Herr Sict fEcur!
A V- -
«f „
Sie waren so freundlich, mir einen kleinen Raum für
einige Worte in Ihrem 1. Blatte zu gewähren und ich er¬
laube mir diesen zu folgender Erklärung zu benützen. —
Wenn ich hicher gegangen bin, um SNtzzicr Dcborah,
die an kein Lokale gebunden ist, einen großem Lesekreis zu
verschaffen, ist mi. der Schritt keineswegs leicht gcw..deu,
mein thcuercS Vaterland, so wie jene zu verlassen, die mir
bei Begründung eines Drgans für die Interessen der böh¬
mischen Iudenschaft an die Hand gegangen sind, und finde
ich nur darin c nige Beruhigung, das "Abendland einer Hand
übergeben zu haben, wo s Ibes so wie meine Herren Abo-
ncnten, welche, daS „Abendland" bis Ende d. I. auf meine
Rechnung von Ihnen zugemittelt'erhalten, nur gewinnen
können. — Indem ich midi hicmil von den freundlichen Le¬
sern Ihres Blattes beurlaube und ihnen für ihre bisherige
Unterstützung meinen wärmsten Dank sage, erlaube ich mir
> nur noch zu bemerken, daß die „Teborah" vom 19. dieses
i ab 1 ununterbrochen'am 1. und .9. Donnerstag eines jeden
Monats erscheinen, und von hier aus ihnen zugesendct wer¬
den wird, wogegen selbe um Einzahlung der Rückstände bis
Ende Dezbr. d. Jahres an die Buchdruckerci der Herren
Senders und Bra n d c is in Prag dringendst ersucht werden.
Wien den 4. Dktober 1865.
' Isaak Bloch. :
3urjiefalUcirit^fcarljtmt0.
Indem wir hicmit die Uebernahmc der Redaktion und
des Eigenlyums des „Abendland" zur allgemeinen Kcnntniß
bringen, nigcn wir die Erklärung bei, daß cs unser eifrig¬
stes Streben sein werde, diesem Blatte die Gunst aller jener
zu verschaffen, denen die geistigen Interessen des Indcu-
thums und das Wohl seiner-Bekenner nicht gleichgültig sind,
und die sich zugleich von einer guten Zeirsä)rift einen gün¬
stigen Einfluß auf die verschiedenen Zustände unserer Glau¬
bensgenossen versprechen. Ein solches Blatt darf nach unse¬
rer Ucbcrzeugung keine prononeirte abgeschlossene Parthei-
richtung im Iudcnlhumc vertreten, muß vielmehr das Gute.
Wahre, Lebenskräftige, in welchem Lager es sich auch finde,
zur Geltung und "Anerkennung zu bringen bestrebt sein.
Ohne gerade das übrigens selbstverständliche weil unerlä߬
liche und wesentliche "Attribut der Unpartheilidikeit in seiner
Firma zur Schau zu tragen, wird das „Abendland" in
W irklichkeit ein nnpartheiischcs Trgan sein, das jeder Mei-
uung, die mit Würde und Mäßigung anflrilt, das Recht
sich anszusprechcn gönnt, und jeden Gegenstand der Bespre¬
chung mit der Ziraft der unabhängigen Ucbcrzcugung und
der unerschütterlichen Wahrhaftigkeit vertritt. Durch Mannig¬
faltigkeit und Gediegenheit des Inhalts hoffen wir dem
Blaue nach und nach Eingang in weitern Kreisen zu vcr
schassen. Zki diesem Zwecke werden wir bestrebt sein, tüch¬
tige literarische Lirästc für unser Unternehmen zu gewinnen,
und haben uns bereits ans hiesiger Stadt die Herren:
Prof. "Adler, Simon Hock, I>r. Hübsch, Salomon Kohn,
David Mendel, 1>r. Roscnaucr, I>r. Stein, Ernst Wchli,
Pros. Wcsscli und andere hervorragende Persönlichkeiten ihre
freu.Gliche Unterstützung und Mitwirkung zugcsagt. Wir
können die Ucbcrzcnguug aussprcchen, daß auch viele aus¬
wärtige Eapaeitütcn unser Streben chatkräftig fördern wer¬
den, und nur der Umstand, daß wir uns erst vor wenigen
Tagen zur Uebernahmc des Blattes entschlossen, macht es
uns in dieser Beziehung unmöglich, Namen zn nennen.
Ucbrigens wird uns jede Arbeit, die den Stempel litera¬
rischer Reife an sich trügt, zu jeder Zeit willkommen sein.
In der Absicht jcdcrman etwas zn bicthcn, werden auch
wissenschaftliche und belletristische Arbeiten von jüdischem In¬
teresse einen mit der Dckonomic des Blattes verträglichen
Raum finden.
Wir schließen mit der Hoffnung, das „Abendland"
werde unter seiner neuen Leitung das Wohlwollen der
bisherigen Freunde dieses Blattes erhalten, und durch seine
Leistungen recht viele neue Freunde gewinnen.
Die Pränumcratiousbcdingungcn sind die früheren, nur
haben wir auch ein einvierreljäliriges Aboncmcnt cingcführt,
auch kann zn jeder Zeit ohne Abschluß eines B.uartals abo-
nirt werden.
Briefe, Zeitungen, Geldsendungen sind sraneo cinzusen-
dcn und zu adrcssircn:
Redaktion (oder Expedition) des „Abendland" in Prag,
Geist zassc 90S—I.
McKlländige «KGoitomcnteiKßcr, die noch von der
frühern Iledakiion ljerrnhren, sind an die Adresse: Änch-
drnarcrei der Herrn Senders und.Sörandcis in ^?rag,
Tiittergasse ^rr. 408—1. zu 8 Hroncn zn richten.
Es ist überflüssig zu bemerken, daß die bisherigen "Abo-
nentcn bis zum neuen Jahre 180«', das Blatt regelmäßig
erhalten.
D. Ehrmann.