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legiert. — Ferner wurde beschlossen, eine Samm¬
lung für die durch die Pogrome betroffenen Ju¬
den zu veranstalten und ein Komitee wurde zu
diesem Zwecke eingesetzt. Als Dank für die Vor¬
träge des Herrn Jakob Reich spendete die Ver¬
sammlung 10 ölbäume.
Stuttgart. Die Zionistische Ortsgruppe hielt
am 16. ds. eine von 500 Juden besuchte Versamm-
hung ab, in der Herr Rechtsanwalt Dr. Rosen¬
feld, Karlsruhe, über das Thema „Der Zionis¬
mus und die deutschen Juden“ sprach. Die Aus¬
führungen des Redners fanden großen Beifall
und die Resolution wurde von mehreren hundert
Teilnehmern angenommen. 25 Teilnehmer mel¬
deten ihren Beitritt zur Ortsgruppe an.
Gunzenhausen. Am Sonntag, den 1. Dezember
abends hielt Herr Zahnarzt W o 1 f f vor einer
großen Zuhörerschaft einen Vortrag über „Was
wird im neuen Staate aus den jüdischen Kultus¬
gemeinden und was können wir heute schon zur
Lage tun?“ Redner schilderte die Zustände, die
zur Zeit des Judenedikts vom Jahre 1813 herrsch¬
ten und die Bestimmungen, welche die Ministe¬
rialentschließung im Jahre 1863 hervorbrachte. In
der jetzigen Zeit der Freiheit, des Gewissens und
der Gedanken sollten auch die Juden Volksge¬
meinschaften bilden und sich zusammenschließen,
um ihre eigenen Angelegenheiten und Interessen
unter sich beraten und zu erledigen. In Einig¬
keit sollten organisatorische Aufgaben gelöst und
wohltätige Werke der Nächstenliebe geschaffen
werden. Da in den allermeisten Ländern, wo Ju¬
den wohnen, Volksgemeinden entstanden oder in
die Wege geleitet seien, könne Bayern nicht ge¬
gen die allgemeine Entwicklung sein. In politi¬
scher Hinsicht würde man es besonders wohl¬
tuend empfinden, daß wir dadurch auf uns selbst
gestellt, mit unseren eigenen Angelegenheiten
auf Jahre hinaus beschäftigt seien. Herr Wolff
schilderte in warmen, begeisterten Worten, wie
er sich eine solche neue Gemeindeverfassung vor¬
stelle und legte einen selbstverfaßten Entwurf da¬
zu vor. Wenn dieser ideale Zustand eintreten
würde, wäre es vom jüdischen Volk mit Freuden
zu begrüßen. Der Vortrag, dem sich eine lebhafte
Diskussion anschloß, fand reichen Beifall und
mancher Zuhörer wurde zu tiefem Nachdenken
über die Lösung des jüdischen Problems veran¬
laßt. E. S.
Nationalfondsspenden. Zu Gunsten des Natio¬
nalfonds gesammelt bei der Verlobung Amalie
Heller — Wilhelm Heller durch Erna Heller
M. 50.—.
Dr. Heinrich Schwab Garten. Der
Gesamt-Ausschuß der Ostjuden pflanzt auf den
Namen des Herrn Jakob Reich als Dank 3 Bäume
— 18 M. — Der Gesamt-Ausschuß der Ostjuden
Münchens pflanzt auf den Namen des Herrn Dr.
Eli Straus als Dank 1 Baum = 6 M.
Jüdischer Wanderbund „Blau-Weiß“ München.
Sonntag, den 29. Dez. 18. 1. Zug: 8.45 Isartal¬
bahnhof, 90 Pfg. 2. Zug: 8 Uhr Bogenhauser¬
brücke, 5 Pfg. 3. u. 4. Zug: 19.30 oder 12 Uhr
Endpunkt Linie 6 (Talkirchen), 30 Pfg. 1. Gruppe:
9 Uhr Giesingerbahnhof, 40 Pfg. 2. Gruppe: 8 Uhr
Hauptbahnhof, 50 Pfg. 3. Gruppe: 10—12 Uhr
Stadtheim. 4. Gruppe: Fahrt fällt aus.
Jüdischer Wanderbund Nürnberg. Sonntag, den
29. Dez. 18. Jungens: 8.45 Nordostbahnhof Endp.
Linie 3 — mit Bahn 9.10 nach Entrenau—Nenn¬
hof — Günthersbühl —Behringsdorf— Erlenstegen.
Mädels: Ferienfahrt.
Ahavas Zion. Samstag, den 28. Dez. pünkt¬
lich 7.30 Uhr abends im kleinen Saal des Hotel
Union. Barerstr. 7, Rgb. 1 Stock, wird Herr Jakob
Reich über „Die Zionistische Aufgabe“ sprechen.
Alle unsere Mitglieder, Freunde und deren An¬
gehörige sind eingeladen. — Zur Kostendeckung
50 Pfg. Eintritt.
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Theatinerstraße 49, Entresol (Korsethaus Lewandowskl.
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