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DIE LOGENSCHWESTER
und Beratung geklärt, werden die Probleme in unserer
jüdischen Frauenwelt einen bleibenden Kindruck hinter¬
lassen, wird die Tagung bestimmend ein wirken auf die
weitverzweigten Gebiete der Hilfe und der Fürsorge. Als
Rüdeblick auf ein Vierteljahrhundert beginnt die Tagung.
Möge sie den Ausgang und die Grundlage schaffen für eine
Zukunft voll gesegneter Arbeit, würdig der Vergangenheit.
Ernestine E s c h e 1 b a c h e r.
AUS DEN KOMMISSIONEN
ZENTRALE DER KOMMISSIONEN FÜR SCHWESTERN-
BERATUNG, FRANKFURT A. M.
^RJHA SCHLESINGER, BRENTANOSTRASSE 6
^Richtlinien für den Verkehr mit der Zentrale,
fcui Gesuch gehören:
fce der Zugehörigkeit zur Loge,
|lauf und Zeugnisabschriften,
le Inhaltsang. f. Inserat in d. „Logenschwester“.
Piken oder adressierte Freikuverts.
Fielen vorzüglich empfohlenen Bewerberinnen ist
Ihen, daß die Arbeitgeber zunächst die Angebote
(Ttrale abwarten, ehe sie sich an andere Stellen
Pciche Adressen von Zimmern und Pensionen stehen
Zentrale in allen Städten bei Logenmitgliedern zur
Verfügung.
w 4. Wegen Raummangels erscheinen die Annoncen sehr ge¬
kürzt und nur einmalig; nur auf bes. Gesuch wiederholt.
Die Zentrale bearbeitete im Mai 90 Fälle. Sie vermittelte
53, mit anderen Logenfrauenvereinen 29. Zur höheren Be¬
rufsausbildung empfohlen 12.
Von staatlich geprüften Bewerberinnen wurden erledigt:
.Ba. 13, 25, 10, 22, 18, 24, 11, 23, 19. — B. 46, B. 85, B. 65, B. 94,
B. 34, B. 83, B. 43, B. 17, B. 9, B. 88, B. 73, B. 92, B. 59, B. 64,
B. 19, B. 103, B. 55.
Stellengesuche für staatlich geprüfte Bewerberinnen.
B. 109. Frankfurt a. M.: Französin zu gr. Kindern, im Haus¬
halt u. Geschäft sehr erfahren.
B. 110. Nürnberg: Erzieh., 22 J. alt, engl. u. franz. Sprach-
kenntnisse, musik., hausli. ausgebildet.
B. 112. Mannheim: Kinderg., Volontärin, f. Kindergarten
v. 12. Juli bis 12. August.
B. 113. Teplitz-Schönau: Kinderg. m. sehr gr. Pra l jj
Zeugn. f. Kinderheim, f. Juli u. August.
B. 115. Landau i. Pfalz: 23jähr. Jugend Leiterin, gr?y
u. B f ureaukenntnissc. S
B. 116. Lanclau i. Pfalz: 22jähr. Kindergärtn. m. H*'
Schulbildung, rachkenntnissen, privat.
B. 117. Rockenhausen: Kunstgewerbl., tüclit. u. erf. audä
liäusl. Arbeiten. L
B. 120. Eßlingen: Haushaltungslehrerin, streng orthodl
B. 122. Bamberg: Arztassistentin od. z. Erzieh, v. Kindm
B. 124. Breslau u. Berlin: Im Buchhandel tät. gew. eik’j
Bureaukraft, engl. u. franz. Sprachkenntnisse.
B. 125. Breslau: 37jähr. Lehrerin, im In- u. Ausland an
vatschulen, m. gr. Praxis.
B. 126. Rheda: 32jähr. Kindergartenleit., im Ilaush. ausgj
B. 128. Frankfurt a. M.: Zahnmediz. währ. Universitäts*
f. 2—5 Mon. au pair zu Kindern.
Stellenangebote für Berufstätige.
249. Dresden: Töchterpension, akadem. Lehrkraft.
250. Berlin:, Perf. Wirtschaftsleiterin, streng orthodox.
252. Breslau: Anstaltsbeamtin mit Praxis.
255. Schlesien: Wirtschaftspraktikantin gesucht.
259. Harz: Wirtschaftshilfe gesucht.
264. Dresden: Zuverl. Kindergärtnerin priv. gesucht.
271. Montessori: Kindergärtnerin gesucht.
273. Mannheim: Kindergärtn. od. Säuglingspfl. ges., privc|
274. Wiesbaden: Leiterin f. Kindertagheini gesucht.
276. Beuthen O.-S.: Kindergartenleit. m. gr. Praxis gesijj
Erledigte Fälle.
947, 1269, 1281, 1290, 1295, 1299, 1311, 1315, 1328, 132^
1538a u. b, 1341, 1344, 1351, 1354, 1559, 1363, 1373.
Hausdamen und Stützen suchen Stellung.
1064. Dresden: Ia Zeugn. u. Empfehl., in frauenl. Haushai
1091. Magdeburg: Hausdame u. Stütze, sehr symp., 30 J
1180. Mainz: Sehr tücht. Ilausd. mittl. Alters, langj. Zeugnj
frauenlos. Haushalt. % 1
1206. Berlin: Ilausck, 33 J., musik. geb., in Kindererz. eriyl
prima Zeugn., auch als Gesellschafterin. ^1
1232. Wiesbaden: Ilausd. mittl. Alt., perf., um erstkl. Haush.
zu führ., war 18* J. in Farn., symp. Wes. u. Gest., zuverl.i
1246. Frankfurt a. M.: Genferin als Stütze oder zu Kindern.
1272. Breslau: Gesellsch., Reisebegl., Post, in frauenl, Ma~ill3M(
1276. Magdeburg: Ältere, sehr zuverlässige Hausdame.
STELLUNGNAHME ZU DEN RICHT¬
LINIEN FÜR UNSERE ARBEIT
Aus dem Briefwechsel, der durch die „Aussprache“ unserer
Zeitung allen Schwestern bekannt sein dürfte, ist die Frage
nach den Richtlinien für unsere Arbeit eine so ernste ge¬
worden, weil sie uns alle a n g e h t ! In nächster Zeit
wird voraussichtlich eine Zusammenkunft unseres geistigen
Komitees stattfinden. Wenn wir da versuchen werden, ge¬
meinsam Vorschläge für die Winterarbeit auszuarbeiten und
zusammenzustellen, so steht die Frage brennend vor uns
auf: „Von welchen Gesichtspunkten werden wir uns bei der
Zusammenstellung und Auswahl der Themen leiten lassen?“
Aus dem Briefwechsel zwischen Schw. Katzenstein und
Schw. Goldschmidt ist ersichtlich, daß sich Vertreterinnen
zweier Weltanschauungen gegenüberstehen; sollte aber nicht
im Dienste der gesamten Schwesternschaft jede persön¬
liche Einstellung möglichst ausgeschaltet werden? Be¬
gegnen sich viele verantwortliche Schwestern, auf Grund der
Verschiedenartigkeit ihrer Weltanschauungen, — nicht im
nächsten, so begegnen sie sich doch täglich in der Arbeit für
die Schwesternvereinigungen, und einzig und allein ihrer
Aufwärtsentwicklung wollen sie dienen.
In dem Brief von Schw. Katzenstein, in der „Logen¬
schwester“ vom 15. Februar, finden wir die, mit großer
Überzeugung ausgesprochenen, Worte: „Die jüdische Auf¬
fassung von der Bindung des Einzelnen an seinen Nächsten
und der Verbindung aller mit Gott, findet ihren mächtigen
Ausdruck nur in der hebräischen Sprache“ ... und gerade
diese Worte haben mir, und ich weiß es, einem großen Teil
unserer Schwestern, stark zu denken gegeben. Die U. O. B. B.-
Logen sind universell, und es heißt ausdrücklich: „Jeder
edeldenkende Israelit, der sich aus irgendeinem Grunde zur
Loge hingezogen fühlt, soll in ihr Platz finden ...“ und
dieser Grundsatz zeigt uns die Neutralität der Logen¬
tendenz, und wir Schwesternvereinigungen wollen und dür¬
fen aus diesem Universalgedanken keinen nationalen!
machen wollen. Jede Einseitigkeit soll in unseren Arbeiten!
vermieden werden, und wenn der „Erwerb von Wisseni
nicht allein erstrebenswert ist, so gehört m. E. die Anteil-i
nähme am Geschehen unserer Zeit, außer tieferen anderen*
Aufgaben, doch unbedingt mit zur Arbeit der Schwestern-^
Vereinigungen. Wir dürfen heute ohne Überhebung sagen,
daß wir deutschen Juden im weiten Siiiüe des Wortes eine
Heimat geistigen Lebens in der Judenheif der Welt sind.
Und diesem Platz, den wir uns erworben haben, können wir
seine Würde nur wahren, wenn wir unser Wissen erweitern
und mit hellem Verstand und seelischer Aufgeschlossenheit
die Zusammenhänge der sozialen und kulturellen Aufgaben
unserer Zeit beobachten und zu erkennen suchen. Wir
müssen mit Hingabe der Grossen Idee uns anschliessen:
- Dem.Wohle der Menschheit zu dienen.
, Das Ideal der Logenarbeit: „Zu wirken zum Guten, in
Stille und Einfachheit“ ist auch für unsere Schwestern¬
vereinigungen maßgebend. Wir wollen eine sabbattlieh^
Stätte von Wohlwollen, Schwesterlichkeit und Einigkeit seinJ
Es ist selbstverständlich, daß in unserer Gemeinschaft darauf
hingewirkt werden muß, daß sich alle Schwestern zu be¬
wußten Jüdinnen bekennen. Es sollte darum jeder Schwesler.
innerhalb der Vereinigungen Gelegenheit gegeben sein, ihr
jüdisches Wissen zu bereichern, damit sie in der Lage ist,
Anwürfen und Verleumdungen gegenübertreten zu können.
Es muß immer wieder darauf hingewiesen werden, daß es .
Gebräuche für uns Juden gibt, die uns das Zusammen¬
gehörigkeitsgefühl tief empfinden lassen, und die uns an die
Kraft der Form binden, und daß wir dieser Form in unseren
jüdischen Familien, unseren Kindern gegenüber, Ausdruck
geben müssen. Man soll auch von den jüdischen Frauen
sprechen, die als Vorkämpferinnen in der Frauenbeweguiirg
Ewigkeitswerte .geschaffen haben. So wollen wir das Geistige
und Sittliche, die jüdische Geistigkeit, fördern, aber unsere
Arbeit gilt immer dem geistigen, lebendigen Juden¬
tum. Nur alles Lebendige hat Hoffnung! Auch ohne be¬
sondere Kenntnis der hebräischen Sprache fühlen wir Juden