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DIE LOGENSCHWESTER
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1284. Berlin: Hausd. mittl. Alt., Ia Zeugn., org. sehr tücht.,
kaufm. u. in Krankenpfl, erf., s. Ilausdamenposten,
am liebsten in Heim.
1294. Halle: Stütze od. Gesellsch., beste Ref., 30 J.
1297. Magdeburg: Sehr tücht. Hausdame, 30 ,[.
1313. Königsberg: Hausdame mittl. Alters, rit.
1332. Dessau: Stütze in nicht rit. Familie.
1336. Frankfurt a. M.: Stütze, perf. im Kochen, am liebsten
bei einz. Herrn od. Dame.
1356. Deutsch-Krone: Sehr tücht. Stütze, gute Zeugn., 30 J.
1374. Magdeburg: 34jiihr. Logentocht. s. mehrmonatl. ländl.
Aufenth., übern. Bureau- u. Hausarb., Zuschuß wird
gegeben, evtl, zu Arzt.
Haustöchter suchen Stellung.
1293. Magdeburg: 22jähr. Logentochter, in Ilaush. u. Gesell.
vorgeb., rel., als Haust, z. gesellsch. u. Wirtseh. Ausb.
1300. Magdeburg: Haust., nicht rit., war als Sekretärin tätig,
kann in. Kindern umgehen.
1310. Lieh (Oberhessen): 18jähr. Haust, in rit. Ilaush. nach
Frankfurt a. M.
1311. Breslau: Logent., engl. Kenntn., war schon i. Buchhdi.
tätig, sucht Stelle als Kontoristin od. Verkäuferin.
1320. Bad Neuenahr: Haust, aus best. Farn., in Haush. bew.
1325. Pforzheim: Stelle als Stütze od. zu Kind., kann nähen,
koenen, Obersekundareife, kann Kind, in Franz, u.
Latein gilt nachhelfen, .18 J.
1327. Stuttgart: Haust., in all. Zweigen d. Ilaush. bew.
1339. Nürnberg: Haust, aus best. Farn., heit. Wes., wünscht
Aufnahme in lib. Haush., Ilelf. u. zu gesellsch. Ausb.
1353. Preuß.-Friedland: Sprechstundenhilfe b. freier Station
u. Familienanschluß.
1357. Landau: Höh. Schule u. Handelsschule, perf. Engl. u.
Franz., kann kochen, nähen, Haush. führen u. mit
Kindern umgehen, 22 J.
1370. Bamberg: Assistentin zu Arzt ocl. in Farn, zu Kindern.
1376. Frankfurt a. M.: Studentin med. sucht ab 15. August f.
2—3 Mon. Tätigkeit als Stütze m. Nachhilfeunterricht,
Bureautät. ocl. Reisebegl. Kl. Vergüt., evtl, au pair.
Pensions- und Zimmerangebote.
1190. Stettin: Nicht rit. g. Pens. f. Schülerinnen u. j. Mäclch.
1197. Mannheim: Pensionäre(innen) jed. Alters find. Aufm,
Erlern, d. Ilaush., geist. Anregung auf jedem Gebiet.
1(98. Norderney: Tn schön. Heim werd. f. 6,50 M. pro Tag
j, Mädch. aufgen. Gelegenh. z. wirtsch. u. gesellsch.
Ausbildung.
1225. Wiesbaden: Logenschw. nimmt in feingef. Haush. 1—2
Pensionär, auf. Gelegenh., sich hausw. u. gesellsch.
auszub. Zur Kur dort weilende Logenangeh. erhalt,
prima Unterkunft mit u. ohne Pension.
1267. Fürth: Bei Logenschw. f. j. Mädch. str. rit. gute VerpfL,
energ. Nachhilfe in Sprachen u. Musik.
1301. Dresden: Schülerinnen v. 6 J. ab find, liebev. Aufm,
nicht rit., 150 M. Pens. exkl. Schulgeld.
1312. Freiburg: In g. Haus w. Zim. mit u. ohne Pens, abgeg.
1318. Heidelberg: Logenschw. gibt prima Pension.
1319. München: Erstkl. rit. Pension, sehr schön. Zimmer.
1329-, Würzburg: Erstkl. Verpfl., glänzende Unterkunft.
1533. Berlin: Zimmer f. vorübergeh. u. ständ. Aufenthalt.
1334. Breslau: In nicht rit., gut gef. Haush., wo Jugend Vor¬
hand., find. j. Mäclch. ocl. j. Mann behagl. Zim. m. Pens.
1345. Frankfurt a. M.: Vom 15. Juli bis 15. August werden
j. Mädchen in sehr schön. Heim in Kurwaiden (Schweiz)
aufgenommen, 300 M., rit. *
1363. Berlin: Logenbr. u. -scliw., Pädag. u. Jugendführer,
nehmen in den gr. Ferien Schulpfl. in d. Alpen mit.
Fester Standort, Schwimmgelegenheit. Schleunigste
Meldung wegen Belegung der Pension.
1379. Leipzig: Für j. geb. Mäclch. s. schön. Zimmer abzugeb.
Frankfurt a. M.: Zim. in jed. Lage, f. alle Anspr. geeigm
Pensionen und Zimmer in Düsseldorf, Darmstadt, Koblenz,
Hannover, Hamburg, Würzburg, Heidelberg, Frankfurt am
Main, Freiburg, Berlin.
Tn Berlin liegen zahlreiche Angebote an Pensionen und
möblierten Zimmern für dauernd und vorübergehend vor.
Diesbezügliche Nachfragen direkt an Schw. Selma Michaelis,
Charlottenburg, Mommsenstraße 27.
Austausch.
1352. Berlin-Wilmersdorf: 19jähr. Logent. nach d. Schweiz
oder England.
1364. Köln: 16jähr. Logent. ab 1. August f. 5 Wochen in die
franz. Schweiz.
1365. Holland (Doetinchem): 18jähr. Studentin v. Juli bis
Sept., evtl, auch als Gesellsch., Reisebegl. zu Kindern.
Offene Stellen.
1277. Magdeburg: Ab Juli zu 2 Kindern, nicht rit., Kinder¬
wäsche muß übernommen werden.
1285. Cottbus: Französin od. franz. Schweizerin ges., welche
9jähr. Jung, franz. Kenntn. beibr., v. Juni b. August.
1323. Stolp (Pommern): Ruh., besch. Dame, etwa 35 .[., die
perf. kochen kann, ges. iMädehen vorh. Nicht rituell.
B aas-aHa—ggaBmca——————■
uns doch eins inf tiefsten, jüdischen Empfinden, denn es ist
der alte Geist, der uns alle beherrscht und beseelt, und im
Seimen nach der Erkenntnis liegt auch das Bekenntnis zur
jüdischen Gemeinschaft. Wer die Thora im Urtext kennen
lernen will, der wird es gewiß auch erreichen, denn Goethe
sagt schon: „Den Stoff sieht jedermann vor sich, den Gehalt •
findet nur der, der von sich etwas dazu zu tun hat.“ Wer g
die Macht der vorgeschriebenen Gebete nur in der hebräi- f'
sehen Sprache auf sich wirken fühlt, und darum seine Kennt- i
nisse der hebräischen Sprache auffrischen möchte, der soll 1
natürlich auch als Mitglied unserer Gemeinschaft hierzu
Gelegenheit finden. Tch kann es mir sehr gut vorstellen, daß
ebenso gut wie z. B. ein Diskussionskurs, auf Wunsch auch
ein Kurs der hebräischen Sprache stattfinden kann, (wie es
in vielen Schwestern Vereinigungen schon der Fall ist).
Es darf aber nicht versäumt werden, an der Entwicklung
unserer Zeit, am lebendigen Leben teilzunehmen. Wir Frauen
müssen uns umschauen und müssen versuchen, auch das
Leben der Frauenwelt über die Grenzen unseres Landes
hinaus kennen zu lernen. Alle wichtigen Fragen unserer Zeit,
sei es auf sozialem oder kulturellem Gebiet, sollen in unseren
Gemeinschaften ebenso besprochen werden, wie es stets unser
Ideal bleiben wird, jüdische Größe und jüdische Ewigkeits¬
werte zusammen zu fassen. Wir Frauen müssen es erkennen,
daß Sein unser Ziel und Werden Sinn unseres Lebens
sein muß.
if. Es ist nicht meine Absicht, ein Arbeitsprogramm hier auf-
U züstellen. Ich wollte nur von mir aus klarstellen, daß die
Richtlinien, die der Arbeit in unseren Sdiwesternvereinigun-
j)| gen zugrunde gelegt werden, nie einseitig sein dürfen. Es
*c soll alles getan werden, um unseren Schwestern Gelegenheit
I zu geben, sich seelisch und geistig zu entwickeln, und uns als
I Schwester, als Frauen, als Freundinnen zu erkennen. So
i wenig ein Fluß in dem Lande münden muß, in dem er ent-
| springt, so wenig ist Geisteswille heimatgebunden. Wer Ver-
r stipidnis für die Forcierungen unserer Zeit hat, erkennt auch
t die Notwendigkeit, daß wir Logenfrauen an der kulturellen
[Weiterentwicklung unser Teil beitragen müssen. Zusammen¬
fassend möchte ich sagen: Wohltuen überall da, wo wir
Menschen in seelischer oder äußerer Not wissen, der Idee
unseres Judentums zu lebendigem Ausdruck zu verhelfen,
das ist das Feuer auf dem Altar, dem wir dienen wollen.
Ä n n e G r ü n t h a 1 , Düsseldorf,
Mitglied der Kommision für geistige Interessen.
Ich habe geglaubt, aus meiner Antwort an Schw. Gold-
scluhidt in der Februarnummer dieses Blattes ginge deutlich
hervor, daß es sich bei meinen Vorschlägen für die Winter¬
arbeit um ein Programm und nicht um das Programm
für unsere Schwesternvereinigungen handelt. Ich hatte er¬
wartet, daß viele Schwestern Programme ausarbeiten wür¬
den, jedenfalls fühlte ich mich zu dieser Aufstellung nicht
mir berechtigt, sondern verpflichtet.
Schw. Grünthal steht auf dem Standpunkt, daß bei diesen
Vorschlägen „persönliche Einstellung möglichst ausgeschaltet
bleiben sollte“. Eine solche Stellungnahme ist mir unver¬
ständlich. Eine jede Schwester kann doch nur Positives
leisten, wenn sie getreu ihrer Eigenart wirkt. Neutralität
heißt, nicht Übergehen der Gegensätze, sondern Tolerieren
jeder ernsthaften Anschauung', nachdem man sie kennt.
Universalität heißt nicht Unterdrückung jeglicher Eigenart,
sondern die Summe aller „Eigenarten“. Wesentlich ist der
Unterschied zwischen Eigenart und Einseitigkeit, clen Schw.
Grünthal nicht klar hervorhebt. Wenn sie von deutschen
Juden, ihrer Stellung und ihrer besonderen Verpflichtung
spricht, so erkennt sie ja auch die Eigenart einer bestimmten
Gruppe innerhalb der Gesamtheit der Judenheit an. Wenn
die Möglichkeit besteht, daß wir Juden auch ohne besondere
Kenntnisse des Hebräischen „uns eins fühlen im tiefsten
jüdischen Empfinden“, so danken wir das jenen, die ihren
Lebensinhalt und ihre Lebensaufgabe darin gesehen haben,
den in jüdischen Dingen Unwissenden jüdischen Geist zu