Seite
MITTEILUNGSBLATT DES SCHWESTERNVERBANDES DER U.OLB.B. LOGEN
Für dla Redaktion verantwortlich: Dr. Dora Edinger, Frankfurt a. M., Bockenheimer Anlage 49.
Manuskripte sind an die Redaktion zu senden. — Redaktionssohluß am I.JedTn Monats. — Erscheint am 15 eines Jeden Monats
Bestellungen nehmen alle Postämter an. — Bezugspreis und Bestellgeld 2Ö Reichspfennig für das Vierteljahr
Nr. 9
Kassel, 15. September 1929
2. Jahrgang
Adressen des Vorstandes:
Vorstand: Ernestine Escheibacher, Berlin NW, Klopstockstraße 47,
1. Vorsitzende
Anna Lewy, Stettin, Elisabethstraße 10, 2. Vorsitzende
Dr. Frieda Sichel - Gotthelft, Kassel, Malsburgstraße 12, korresp.
Schriftführerin
Lilly Span j er - H erfo rd , Braunschweig, Wolfenbüttler Straße 2, Protokoll.
Schriftführerin
Margarete Wachsmann, Breslau, Carmerstraße 19, stellvertr. Schrift¬
führerin
Bertha Kochmann, Berlin SW 19, Seydelstraße 19a, Kassiererin, Postscheck¬
konto: Berlin 109777
Johanna Baer, Frankfurt a. M., Finkenhofstraße 40, Leiterin des Verbands¬
büros
(Verbandsbüro : Frankfurt a. M., Melemstr.22, ElseZedner, Geschäftsführerin)
Zentrale der Kommissionen für Schwesternberatung: 1. Vorsitzende: Martha Schlesinger, Frankfurt a. M., Brentanostraße 6
Kommission für Erholungsfürsorge: 1. Vorsitzende: Erna Merzbach. Magdeburg, Logenhaus, Breiter Weg 139 140
Kommission für Erholungsfürsorge für Kinder: 1. Vorsitzende: Charlotte Hirsch, Berlin W 50, Augsburger Straße 40
Kommission für Geistige Interessen: Stellvertretende Vorsitzende: Käthe Katzenstein, Kassel, Kaiserstraße 50
VOR DEN FEIERTAGEN
Von Cilly Ne uh aus, Mülheim (Ruhr).
Motto : Und sie alle sollen einen Bund bilden ...
(Aus dem Machsor für die hohen Feiertage.)
Wir stehen in der bedeutsamsten Zeitspanne des jüdischen
Jahres, in Erwartung der hohen Feiertage. Und wie be¬
deutsame Ereignisse ihre Schatten voraus werfen, so wird
durch einen „Schofarton“ schon vier Wochen vor
dem Rosch-Haschono auf das Kommen dieses Tages auf¬
merksam gemacht in unseren Gotteshäusern; vorbereitet
und gesammelt zur Erkenntnis dessen, was uns dieses Fest
geben will, soll der Jude in das neue Jahr eintreten.
Gerade diese Pause im Getriebe des I.ebens, die Auf¬
forderung zur Besinnlichkeit, die auf Friedlichkeit mit Gott
und den Menschen eingestellte Gemütsverfassung, in die uns
diese Tage versetzen, sind die unbewußten Seelenbildner
für den im jüdischen Ideenkreis verwurzelten Menschen.
Dies jährlich wiederkehrende Erlebnis des „Rosch-1 laschono“
und „jom-Kippurs“ erzieht den jüdischen Menschen zur
Innerlichkeit; die feierliche Stimmung, die ihn ins
Gotteshaus führt, unsere auf tiefsten Ernst gestimmten
Gebete können nicht ohne Eindruck auf das Gemüt blei¬
ben, sie klingen im Herzen nach, lind zaubern den Spiegel,
das Bild der jüdischen Seele.
Aber unsere hohen Feiertage sind nicht nur Feste des
Individuums, sondern Feste der Welt. „H a j a u m har ras
A u 1 o m“ — „heute ist der Geburtstag der Welt“ hören
wir am Rosch-Haschono, dem Feste des Schofar, dem Be¬
ginn des neuen Jahres, dem Feste, das Anfang mit Ende,
Weltschöpfung mit Welterlösung, mit Messiaszeit verbindet,
denn auch das „Schofar“ ist Schofar des Messias, des Brin¬
gers des ewigen lAiedens.
Und weiter ist R o s c h - II aschono T a g des
Gerichts — Weltgericht. Über Menschen und
Völker. Auch der nationale Egoismus, die Völker-
iinterdrückung, werden an ihm gerichtet; der natio¬
nale Egoismus, den man sogar eine Zeitlang für heilig
gehalten, der so viel Unglück angerichtet hat. Darin liegt
die Warnung für alle Nationen, in ihrer Politik die Moral
gelten zu lassen.
Das Gebet, daß alle Menschen einen Bund bilden,
daß der Ewige die Herrschaft der Gewalt von
der Erde entferne, ist das wiederholte, flehentliche
Bitten der Eeiertagsgebete. In allen erdenklichen Varia¬
tionen ist die Rede davon, daß der Mensch sich auf seine
Menschenwürde besinnen möge, dessen bewußt werde, daß
ein höherer Wille ihm Dasein und Form gegeben, und daß
er also dem Zweck gerecht werden müsse, zu dem ihn der
Schöpfer in die Welt gestellt habe. Hermann Cohen sagt
AUS -DEMINHALT:
Vor den Feiertagen. — Bericht über die 5. Welt¬
konferenz der Wizo. — Aussprache. — Zeit-
schriftensdiau. - Aus den Kommissionen. — Aus
dem Verbandsbiiro. — Aus den Vereinen. —
Bücherschaii.
i Vom 1. Oktober 1929 ab erscheint %
| „Die Logenschwester“ im Verlag der |
| Aktien-Gesellschaft für I
| KasselKölnische Straße IO |
1 Wir bitten , sämtlicheBeiträge, Briefe u.Einzahlungen an dieseFirma zu richten |
| Postscheckkonto: Fiankfuit a.M . Nr. 12049 I