Page
2
DIE L O G E N S C H W E S T E R
such einer Tagung oder eines Werbevortrages durch die regelmäßige Lektüre unserer Zeitung geschehen: Denn blättern
wir einmal die bisher erschienenen Nummern durch (die hoffentlich recht viele Schwestern in unserer schönen Mappe
gesammelt haben?) so wird der Weg sichtbar, den wir in den letzten zwei Jahren gingen. Unterwegs verloren wir wohl
einmal den freien Ausblick, mühten uns viel um Kleinigkeiten, die uns im Fortschreiten hinderten; nun aber ist doch
— so will uns scheinen — eine gewisse Strecke zurückgelegt, ein kleines Stück zu unserem Ziel hin, immer mehr das
Band zu werden, das die Schwestern, die unter oft so verschiedenen örtlichen Bedin¬
gungen sich zum gleichen Ziel im gleichen Geist zusammenfinden, zu einem größeren
s a m m e 1 n w i 11.
Wenn wir hiermit unsere bisherige Leistung der Prüfung ausdrücklich vorlegen, so hoffen wir auf den guten
Willen unsere Schwierigkeiten zu verstehen, und uns in Zukunft, so wie bisher schon und noch weit darüber hinaus,
1. • _’_ „ •:!_11_ A + ict '711 1111 + f> 1“«+ i i + 7011 Dp>W 1 ß Wll’ Wnllpil WH f'll <Sf>ll fÜTlPITl illimpr
zeugung ist, aalt wir nichts uDersturzen aurien, nmn wciucn, immci hul auvici uns vuuicmucu, ui» wn
aus ei "eil er Kraft, ideell und materiell, eben leisten können. Die Schwester, die mit uns am langsamen, aber
organischen Aufbau unseres — ihres — Blattes arbeiten will, also jede Schwester, bitten wir darum:
„Sehnsucht ins Ferne, Künftige zu beschwichtigen,
B e s c li ä f t i g e dich hier und heut im Tüchtige n.“ Dora E d i n g e r.
VOR DEN WAHLEN
Wir bringen diesen Artikel, der uns
während der Drucklegung des Blattes
zugegangen ist, ohne uns heute zu
seinem Inhalt äußern zu können.
Schriftleitung.
Zum zweiten Male, seit unser Verband besteht, und zum
ersten Male unter dem Statut, das wir uns gegeben haben,
schicken wir Schwestern uns an, durch einen Wahlakt einer
der unsrigen ein besonderes Maß von Anerkennung zu
zollen, indem wir sie dem Engen Vorstand zugesellen, der
kleinen Zahl auserlesener Frauen, welche die Spitze der
Organisation bilden, die wir uns geschaffen haben.
Ls erscheint zeitgemäß und erwünscht, allen, die sich mit
der Struktur unserer Organisation nicht befaßt haben, ein¬
mal den völlig demokratischen Aufbau dieser Organisation
aufzuzeigen und die Bedeutung der Wahlen zum Engeren
Vorstand ins rechte Licht zu rücken.
Die Keimzelle sozusagen ist die einzelne Schwestern¬
vereinigung, deren gesamte Menge den Verband dar¬
stellt. Jede Schwesternvereinigung ist in der „D ele¬
giert e n t a g u ng“ nach ihrer Mitgliederzahl stimmberech¬
tigt vertreten. Ohne Bestätigung cl^r Delegiertentagung
können Beschlüsse von Teiltagungcn (Erweiterter Vorstand,
Kommissionen usw.) keine bindende Kraft bekommen.
Der „Erweiterte V o r s t a n d“ besteht aus den
Distrikts- und Kommissionsvorsitzenden und den Mit¬
gliedern des Engeren Vorstandes und der zweiten Kassiererin.
Hier kommen Erfahrungen zur Auswirkung aus den ge¬
trennten spezialisierten Arbeitsgebieten * des. Verbandes
(Schwesternberatung, Erholungsfürsorge, Geistige Aus¬
schüsse). Hier zeigt sich auch, bei gleicher Lebensauffassung,
wie sie im Schwesterngedanken verankert ist, die Ver¬
schiedenheit der Bedürfnisse der einzelnen Teilgebiete des
Verbandes (Distrikte), die bedingt ist durch die geogra¬
phische Lage, die geistige Einstellung von Nord und Süd,
von Ost und West und durch die Kleinheit oder Größe der
einzelnen Schwesternvereinigung.
Hier hat jeder Distrikt seinen Platz und seine Stimme,
je nach seiner Größe; von hier aus gehen die Anregungen
an die Delegiertentagung. Hier im Erweiterten
Vorstand liegt in völlig gerechter Vertei¬
lung die Vertretung der einzelnen Distrikte
und Kommissionen.
Es ist notwendig, dieses zu betonen, wegen der verschie¬
dentlich abgelehnten aber immer wieder auftauchenden
Wünsche einzelner Distrikte, im „Engeren Vorstand ver¬
treten zu sein“.
Man kann nicht annehmen, daß diese Bestrebungen aus
einem Mangel an demokratischer oder schwesterlicher Ge¬
sinnung her rühren, sondern es scheint, daß sie aus der feh¬
lenden Erkenntnis kommen, daß der Engere Vorstand
in keiner besonderen Bindung ’ zu irgendeinem Distrikt
stehen soll und stehen kann. Das war der Sinn und das
Ziel des auf der Mannheimer Tagung gefaßten Beschlusses,
daß eine Distriktsvorsitzende nicht gleichzeitig Mitglied des
Engeren Vorstandes sein soll. Auch im Protokoll der Sitzung
^an—m— —■— b—— a—n ——mm
BNEI BRITH UND DIE JÜDISCHEN
UNIVERSITÄTSSTUDENTEN
Von EstelleM. Sternberger,
Exekutiv-Sekrotärin d. „National Council of Jewish Women“.
Wir freuen uns, hier zum erstenmal
den Beitrag einer amerikanischen
Schwester zu bringon. Mrs. Stern¬
berger, Sekretärin des „National Coun¬
cil of Jewish Women“, wurde auf der
Hamburger Konferenz auch zur Sekre¬
tärin des neuen jüdischen Weltfrauen¬
bundes gewählt. Wir hoffen, bald weitere
Beiträge aus Amerika bringen zu
können. Die Schriftleitung.
Eines der großen Probleme, das sich uns in allen Ländern
entgegenstellt, ist, unter den jungen Männern und Frauen,
die den Vorteil einer Hochschul- oder Univcrsitätsbildung
genossen haben, die fälligsten Köpfe für die jüdische Sache
zu gewinnen. Di“ amerikanischen Juden haben dieses Pro¬
blem besonders ins Ange gefaßt und einen Plan entworfen,
von dem anzunehmen ist, daß er von großem Erfolg für die
jüdische Allgemeinheit sein wird. Das Unternehmen, von
dem ich erzähle, ist die Gründung der „Hillel Foundation“
des U. O. B. B. Die „Hillel Foundation“, die an verschiedenen
Universitäten unseres Landes gegründet wurde, sucht den
jüdischen Studenten Gelegenheit zur religiösen und geistigen
Aussprache zu geben. Sie ermöglicht ihnen, mit ihren jüdi¬
schen Studienkollegen zusammenzukommen und sich gegen¬
seitig kennen zu lernen. Sie hat für das Arbeitsgebiet der
betreffenden Universität einen Vertreter eingesetzt, der ver¬
möge seiner besonderen Ausbildung und Erziehung geeignet
ist, Führer des jüdischen Wirkens zu sein, so daß sich den
Studenten Gelegenheit bietet zum Studieren und Dis¬
kutieren religiöser, geschichtlicher und sozialer Probleme
unseres Volkes. Sie hat unter den nicht jüdischen Studenten
an der Universität und unter ihrer Fakultät ein großes
Interesse und mehr Achtung für Judentum und unser Volk
erweckt.
Diese Bewegung entspringt eigentlich der Tatsache, daß
die jüdischen jungen Männer und Frauen während ihrer
Universitätszeit eine große Veränderung in ihrer geistigen
Einstellung gegenüber der jüdischen Geschichte und unserer
Religion erfahren. Und diese Bestrebung ist deshalb an¬
gebahnt worden, um die Tradition der Vergangenheit und
ihre Literatur, von der modernen Warte aus gesehen, dar¬
zustellen. Sie sucht den jüdischen Studenten darauf hin¬
zuweisen, daß Judentum und jüdische Geschichte viel Klar¬
heit über modernes Leben verschaffen und so begeistert sie
die jüdische Jugend im Wunsch, ihrem Volk und der jüdi¬
schen Gemeinschaft zu dienen.
Nicht eine Richtung im Judentum wird einer andern be¬
sonders vorgezogen. Gebührende Achtung wird dem Stand¬
punkt der Orthodoxie sowohl wie auch der Reform zu¬
gebilligt. Die Aufmerksamkeit konzentriert sich einzig und
allein auf das Judentum selbst, ohne irgendwelche Kritik
dabei zu üben. Dem zugrunde liegt die Absicht, jeden jüdi¬
schen Studenten dazu zu bringen, den besonderen Sinn des
Judentums und der jüdischen Gemeinschaft zu erkennen, so
wird ihm überaus reichlich Gelegenheit geboten, mit seinen
jüdischen Kollegen gemeinsam jüdische Fragen zu lösen, der
Not zu steuern und jüdische Tätigkeit zu entwickeln.
LogenschwesternI Beachtet die in Eurer Zeitung erscheinenden Anzeigen!
X