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DIE LOGEN-
SCHWESTER
Kassel, 15. Februar 1933
6. Jahrgang Nr. 2
Mitteilungsblatt des Schwesternverbandes der U.O.B.B.Logen
Für die Redaktion verantwortlich: DR. DORA EDINGER, Frankfurt am Main, Gärtnerweg 55
Manuskripte sind an die Redaktion zu senden « Redaktionsschluß am 1. jeden Monats • Erscheinungstag am 15. jeden Monats
Bestellungen nehmen alle Postämter entgegen • Bezugspreis und Bestellgeld 46 Reichspfennig für das Vierteljahr
ADRESSEN DES VORSTANDES:
AnnaLew/, Stettin, Elisabethstraße 10, I. Vorsitzende
Johanna Baer, Frankfurt a. M., Finkenhofstraße 40, Leiterin des Ver¬
bandsbüros, Kassiererin (für Geldsendungen: „Frankfurter Sparkasse
von 1822, Postscheckkonto Frankfurt a. M. 1511 für Konto 8213/X
Johanna Baer, Schwesternverband UOBB")
Dr. Frieda Sichel-Gotthelft, Kassel, Malsburgstr. 12, II. Vorsitz.
MargareteWachsmann, Breslau, Carmerstraße 19, stellvertretende
II. Vorsitzende und korresp. Schriftführerin
Cilly Neu ha us, Mülheim (Ruhr), Leibnizstr. 10, Protokoll. Schriftführ. Adele Rieser, Karlsruhe, Friedensstraße 8, II. Kassiererin
Bertha Falkenberg, Berlin N 54, Lottumstraße 22, stellvertr. Protokoll. Else Zedner, Geschäftsführerin (Verbandsbüro:.Frankfurt a. M., Meiern
und korresp. Schriftführerin
straße 22)
Die Adressen der Kommissionen stehen am Schluß des redaktionellen Teiles
Der Sinn der (Bemeinschaft
Denn so erst — hier — erfahren wir den Wert,
In dem der Einzelne Gemeinschaft ehrt.
Aus jedem Einzelnen von uns erwachse neues Leben,
Um Form und Sinn und Inhalt ihr zu geben.
Es ist der Geist, der die Verbindung schafft,
Es ist der Geist, der Brücken schlägt, wenn eine
Tiefe klafft,
Es ist der Geist des Naheseins der Menschen in
der Welt,
Wohl ringen sich aus jedes Menschen Brust,
Tage des Glücks, des Frohsinns und der Lust,
Wohl schleichet sich in jedes Menschen Tage,
Fülle des Leids und Stunden voller Plage;
Und immer wieder braucht der Mensch den Men-
Es ist der Geist, der Wort und Sinn der Schwestern¬
schaft erhellt.
Er ist es, der der Einsamkeit entflieht,
Der Aug in Aug und Mensch im Menschen sieht;
Wenn solches Streben unser Pfad uns führt,
Dann werden wir vom andern Ich berührt.
Und dieses Ich — es wachse in den Tiefen,
Aus der uns Sti .men der Gemeinschaft riefen,
Es führe uns zugleich auch zu der Höhe,
Von woher Gottes Hauch entgegenwehe;
sehen —
Und immer wieder braucht der Ein den Andern,
Ein ewig Spiel — ein unaufhörlich Wandern —
Ob er geboren — ob zurück zur Erde —
Niemals — allein — vollbringt ein Mensch das
„Werde“.
Hannah Schiff, Karlsruhe.
Sinn der Gemeinschaft — so sollen nicht nur diese Verse, nicht nur diese Nummer — so soll jede Nummer
unserer Zeitschrift überschrieben sein: jede Mitarbeiterin, aber auch jede Leserin soll so an unserer „Logen-
schwesier“ teilhaben: daß sie ein immer tauglicheres Mittel werde, unseren Gemeinschaftsgeist zu fördern: wir
glaubten, als vor nun fünf Jahren die zukunftsfrohen Worte unserer Ernestine Eschelbacher die erste Nummer
der „Logenschwester“ einleiteten, daß eine schönere Zukunft uns bevorstände — statt dessen hat jeder Jahr¬
gang immer schwerere Daseinsbedingungen dokumentarisch festgehalten —, was sich im Bewußtsein der ein¬
zelnen kaum merklich änderte — in diesen Blättern ist es enthalten!
Doch läßt sich aus ihnenauchder feste Wille herauslesen, sich diesem schweren Leben gewachsen zu zeigen: woder
einzelne müde und hoffnungslos resignieren würde, da beweist unsere Gemeinschaft ihr Lebensrecht: wir bit¬
ten herzlich jede Schwester, uns weiterhin treu zu bleiben, denn nur durch die Mithilfe aller werden wir unsere
Aufgabe erfüllen können, den Sinn unserer Gemeinschaft lebendig zu erhalten.
Die Schriftleiterin.
Gedenket bei frohen und traurigen Anlässen unser Ernestine Esohelbacher-Stiftung • Postscheck Berlin 7000
Logenschwestern! Beachtet die in Eurer Zeitung erscheinenden Anzeigen
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