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Israelitische Wochenschrift.
tiefung unserer Volksbildung zur Begründung
sftung aufgefordert. Die hierfür eingehenden
Bestandteil des Vermögens der Gesellschaft
Volksbildung bilden und vom Vorstand
E 0^0:16, unter obigem Namen zu ver-
msschließlich zur Begründung und Erwei-
bibliotheken in unbemittelten Gemeinden benutzt
)eken. die nach freier, unbeeinflußter Wahl der
rvaltungen die besten Wer-ke unserer volkstümlichen
nthalteu, find ein' Bildungsmittel von der weit-
,,\ Bedeutung für große Teile unseres Volkes. Den
und unbemittelten Gemeinden diese Bildungseinrichtung,
^ur Zeit 'noch vielfach entbehren müssen, zu gewähren,
einrich Rickerts Ideal gerade in seinen letzten Lebens-
tn. So soll sein Name in dem von ihm begründeten Werk
eben. Beiträge werden an den Unterzeichneten Schatzmeister
Gesellschaft, Herrn Verlagsbuchh'ändler Rudolf Moste,
/rlin SW. 19, Jerusalemerstr. 48/49, erbeten. Quittung
olgt außer in der Tagespreste in dem Organ der Gesellschaft
r Verbreitung von Volksbildung „Der Bildungs-Verein'',
r. W. Abegg, Kommerzien- und Admiralitätsrat a. D., Berlin,
r. Ahlmann, Bankier, Kiel. Professor Dr. Andries, Köln a. Rh.
eheimer Kommerzienrat Arnhold, Berlin. R. Bahn, Kom-
erzienrat, Sorau N.-L. Rechtsanwalt Dr. E. Ball, Berlin.
Generaldirektor Ballin, Hamburg. Dr. Barth, M. d. R. u. A.,
lin. Generalsekretär Dr. W. Beumer, Düsseldorf, M. d. R.
^ Dr. W. Blum, Heidelberg. Dr. V. Böhmer, Geheimer
^ungsrat und Professor, Dresden. Dr. Bürklin, General-
ant, M. d. R., Karlsruhe i. B. Büsing, Geheimer Finanz-
^epräsident d. R.,A Schwerin i. M., Prinz Heinrich zu
Carolath, Standes- und Majoratsherr, M. d. R. u.
SchloßAuMA.rstz.Llausnitzer, Lehrer, Vorsitzender
'?Vichsfelde bei Berlin. Dr.
® en °ff en Wn?%. d. A., Charlottenburg.
GehMr Dr- Diel-s, Professor,
Liuse
3 . SörocI/ Berlin. Max V M
Verlagsll'uchhändler, Berlin. Dr. ^
Nordhei>I>, Kaufmann, Hamburg, dr. a. «„ß
d. R., »Berlin. Dr. Arthur Pfun,.s^M,^rrunBrat. B >
Professor, Geheimer ^ (34«*"' sJU'
RichURoesicke, M. d. R., Berlr-"
DirektoiI «. D., Ai. d. R., a>«ii'N>»rs. A re»'-
Berlin. I Dr. med, g. b.'feinen. ^
Lehrer,»Berlin. A. Träaer, Jnst.zmt, R. d ^ u. . ....
Rechtsanwalt **
Meiner
Weiß, Mechtsanwal- Ä
Rabbin/er. München.
der Nc»"°n°lbank^erl>n. , eN»rtraai
ra,,ld,,^<V. 15. F°b'uar^ (V^r
Pr°fefs°r C°h°n «^Mard ^
4
Abend,
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Lehre auf den sittlichen Fortschritt und auf die Kultur
wobei er unbedingt an der Originalität der Offenbarung fest-''
hielt. - Der Redner ging davon aus, daß auch der resorma-
torische Glaubensbegriff und jeder weitere Fortschritt im
Protestantismus im Grunde genommen eng mit^dem jüdischen
Prophetismus Zusammenhänge und ohne diesen^ nichtVmöglich
sei, und daß die moderne Kultur der jüdischen Religion nicht
entraten könne. Der Zusammenhang zwischen Religion und
Politik und damit auch mit der Kultur überhaupt hat sich im
Judentum namentlich in der Ausprägung der Grundzüge der
Freiheit und Gleichheit gezeigt, ebenso auf sozialem Gebiet in
der Sonntagsruhe für Herrn wie Gesinde. Die Nächstenliebe
war dem Judentum nichts weniger als fremd, und statt des
bloßen Evangeliums der Armen sei der soziale Rechtsgedanke
staatlich durchgebildet worden. Auch das „Auge um Auge,
Zahn um Zahn" bedeutet kein bloßes Vergeltungsprinzip,
sondern einem großen rechtlichen Fortschritt, der Herr, der seinen
Sklaven körperlich schädigte, verlor dadurch das Besitzrecht am
Sklaven; es wurde damit also eine rechtliche Gleichstellung
auch für den Sklaven eingeführt. Als das höchste Verdienst
des/Judentums um die Sittlichkeit bezeichnete der Vortragende
die 1 ©< 3^11119 des Begriffs der Menschheit im Sinnbild des
Messias, das heißt in dem Blick auf das Emst, das die Mensch¬
heit vereinigt. Dieser Messianismus, der auch die sittliche
Fqrderung der Abschaffung des Krieges in sich begreife, stehe
im Degensatz zu dem Machtstaat, dem Staat des Egoismus;
er bedeute die Einheit der Menschheit. Der wesentliche Unter¬
schied zwischen Christentum und Judentum sei darin zu finden,
.das der messianische Glaube an die Zukunft davon ausgehe,
das das Reich Gottes auf Erden zu erreichen sei, die christliche
Mgion auf das Jenseits und auf die Erlösung durch Christus
v^weise. Nach der jüdischen Lehre müsse der Mensch seine
hlösung selbst vollbringen. Eine Religion mit so tiefen
Hllturgedanken, so meinte der Redner in seinen Endbetrachtungen,
me nicht vom Schauplatz der Kultur verschwinden, und er
loß mit einer Mahnung gegen den Abfall vom Judentum,
t den religiösen Fortschritt gefährde und nur die Reaktion
i der Kirche und in der Politik fördere.
Frankfurt a. jtt., 18. Februar. (Aus dem Literatur-
Zer ein.) Am 26. Januar sprach im Verein für jüdische Ge¬
richte und Literatur Rabbiner Dr. Porges aus Leipzig. Er
verbreitete sich auf Grund der neueren Veröffentlichungen in
Präsident. en Etudes juives über die Verhältnisse der Juden in Frank-
Kmmierzienrat eich im l 3. Jahrhundert. Bei der engen Verbindung, der die
deutschen Juden mit den französischen damals standen, kann
/man. wohl annehmen, daß die Verhältnisse in Deutschland die
gleichen waren. Im 12. Jahrhundert waren die Juden in
Frankreich sehr günstig gestellt; aber noch hatte Ludwig VII.
die Augen nicht geschloffen, als sein Sohn Philipp August mit
Erpressungen gegen die Juden vorging. Trotzdem sie sich der
größten Redlichkeit im Handel befleißigten, konnten sie den bös¬
willigsten Beschuldigungen nicht entgehen. Zum VermögLLZ-
verfall trugen nicht nur die Vertreibungen, sondern
häufigen Annullierungen der Judenschulden bei. Den
stoß versetzte der habgierige Philipp der Schöne dem 2^
der Juden durch die Verbannung von 1306; damit
er aber auch dem Nationalwohlstand eine empfindlich
?Herr
^ ~b?e Bedeüu'k gung. Was den ihnen zum Vorwurf gemachten Wuche
Frankfurt-Loge einen Vortrag ^ {j f 0 wurde er von Christen, Lombarden und Cahar^
tums für die Kultur. Er M ^ligiorl gleicher Weise betrieben und war nichts alsein durch!
^Zeitung" berichtet, dre 3 und lc schaftlichen Verhältnisse des Mittelalters hervorgerufen»
? und politischen Gefichtspun iüdisö"— Am 9. Februar hielt Herr Rabbiner Doktor aus 1
k— hes Judentums UNV * - cn—_ t.. -r.r±... er». rA
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einen Vortrag, über den wir in der nächsten Nummer bi