Page
326
Jsak empfing die Gattin in der neuen Heimath, da er מבוא
באר לחי ראי׳ וישב״־עם באר לחי ראי »kam vom Quell
Lachaj Roi — das Ehepaar wohnte bei dem Quell Lachaj Roi!'
Ein eigenartiger Quell, m. Th., von dem die Schrift sagt,
daß nicht an ihm, sondern mit ihm die Gatten wohnten —
der Quell zu dem Lebenden, der mich sieht! Die fromme
Sage läßt an diesem Quell schwinden allen Stolz und alle
Ueberhebungen, sie will, daß au diesem Quell deutlich wird
die Gotteshilfe der Bescheidenheit und Demuth! Glücklich die
Gatten, deren treuer Gefährte dieser Quell ist, der hinwegspült
alles Hemmende und Trennende, dessen Wellen rauschen und
murmeln in wundersamen Melodien die Erinnerung an all
das Glück, das sie einander bereitet, das sie einander erhoffen
und erstreben! Und dieser Quell, m. Th., hier ist er bei Ihnen,
von ihm her gelangen Sie in die neue Heimath des Ehele-
bens, es ist der Quell zum ewig Lebenden, der auf jedes seiner
Geschöpfe schaut, es ist — der Born der Religion!
In Gott und in seinem Glauben ruhet die Festigkeit allen
Erdenglückes, ruhet auch Ihr Eheglück. Lassen Sie nimmer
versiegen in Ihrem Hause diesen Quell, — dann werden
seine Wasser Sie allezeit laben und erfrischen, dann wird
Gottes Auge allezeit offen sein in Huld über dem Bunde
Ihrer Herzen, ihn zu schützen und zu schirmen, ihm Dauer
zu verleihen und beglückende Kraft! Denn Gott und sein
Glaube ist Ihren Eltern der schirmende Talisman des Glückes
gewesen von Jsak her. Nicht gewichen ist seine Kraft! So
weihen Sie denn vor ihm, in ihm heut und immerdar ein-
ander alles Fühlen Ihrer Herzen, all Ihr Sein und Wesen
im heiligsten Lebensbunde! Amen.
XIV
Gedtichtnißrede
auf einen Stifter von WolMätigkeitsanstatten.
Gehalten zu Breslau von Dr. A. Leivin, Rabb. in Koschmin.
״Glücklicher preise ich die Todten, die zur Ruhe einge-
gangen sind, als die Lebenden, welche noch leben."
Andächtig Versamnielte! Diese Worte des weisen Königs,
sie widersprechen all dem, was wir zu denken, was wir zu
thun gewohnt süld. Da feiern wir freudig die Tage, an