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Trauungsreden.
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Abraham und Karah — eine Musterehr.
l^ehrtes Brautpaar! Die mannigfachen Schicksale
Abrahams und Sarah erzählt uns der Theil der Schrift,
der uns in diesen Wochen im Gotteshause vorgelesen wird :
und derProphet ermahnt uns: Schauet aus Abraham, aus Sarah,
eure Ahnen, lernet von diesem Paare, aus dem das Volk
Israel entsprossen ist, erwählt ihr edles Bild zum Muster
bei der (Gestaltung Euer Lebens. Die Geschichte unseres
Bolkes beginnt nicht mit den Schicksalen eines Mannes
allein, nicht mit dem Geschick eines Weibes allein, sondern
mit der Schilderung einer Ehe beginnt sie, eines in Liebe
vereinten Paares: sie lebten in der Fremde und sühltcn sich
nicht einsam, sie wallten von Ort zu Ort und vermißten
nicht die Heimat, sie waren getrost in der Gesahr und fest
in der Priisnug und fraget! wir: wie haben nur diese beiden
Mcnscheit, die in eine srcmde Welt geschleudert wurden, die
Freudigkeit uiib den Muth bewahrt, so antwortet die Schrift:
sie hatten einander lieb ihr Lebenlang, da hatten sie einen
Stern in der Nacht, einen Ouell in der Wüste, da waren
sie iticht fremd und heimatlos, sie hatten Muth und Freudig-
feit und das trauteste Heim in ihrer Liebe. Ein liebendes Paar,
ein in Liebe alt gewordenes nnb sung gebliebenes, eröffnet den
Reigen in der Reihe von Bildern, die wir die Geschichte
Israels nenneit und wir sollen nach der Mahnung des
Propheten uusern Blick richten aus Abraham und Sarah,
aus diese alte Zeit, aus die Jugend des Menschengeschlechts,
und zumal die Jugend soll es thun, daß sie jung bleibe, daß
sie die Frische des Gesühls sich wahre.
lLasuatreden. 1