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Die Vorbereitung zu den hohen Festtagen.
Predigt am Sabbath ראה
Andächtig versammelte Zuhörer! Wenn auch der all-
wöchentlich wiederkehrende Ruf: Es ist Sabbath heute! längst
bei Vielen unter uns seinen guten, allgewohnten Klang ver-
loren hat, wenn er auch Viele nicht mehr vermag ganz aus
dem Gewühle des alltäglichen Gebens und Treibens zu reißen,
um sie, auf Augenblicke wenigstens, ihrem Gott, sich selbst
näher zu führen, so wirkt doch der Ruf: Heute ist der Sabbath,
an welchem der neue Monat Ellul, der letzte der Monaie des
religiösen Jahres, verkündet wird, bei dem Einem und dem Andern
noch mächtig genug, um ihn aufzurütteln aus dem betäubenden
Treiben des geschäftlichen Gebens unb ihn hineinzuführen ins
Gotteshaus, um hier in Andacht sich zu erheben am Gottesdienst,
und sich zu erbauen am Gotteswort. Ter Monat Ellul hat seit
jeher des Israeliten Blick nach Innen gekehrt, es ist ja der
Monat, der uns eilenden Lames einer ganzen Reihe hoch-
heiliger und tiefernster Feste entgegenführt, es ist ja der
Monat, an welchen alltäglich schon des Schvfar's ergreifende
Stimme in unseren Tempeln ertönt, uns gleichsam mahnend,
zurückzuschauen auf eines ganzen Jahres zurückgelegte Bahn,
und unseren Blick aufwärts zu erheben zu dem, der uns Ziel
und Bestimmung anweist.
Es nahen die hohen Festtage, an denen der Herr mit
Dir zu Gerichte geht, willst Du, mein Bruder, nicht bei
Zeiten anfangen, mit Dir selbst zu Gericht zu gehen? Vier kurze
Wochen noch, und wir blicken zurück auf den Wandel eines
ganzen Jahres, .und der Richter in der eigenen Brust er-
wacht und fragt Dich: ״ נמה עסקת Wie hast Du die Tage
Festpredigten 18 W. 1