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Bieses Blatt erscheint monatlich und geht den Mit- !I! Luschristen: Ifltninj, lhindenburgstrahe sllr. 44
gliedern unentgeltlich >u. » Erscheinungsort Mainz. III schristleitung: Babdiner vr. 8. Leoi, Mainz
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Bericht über die Sitzung des Oberrats
am 23. Januar 1927.
Aiiivescnd: der Verbandsvorsitzendv Kommerzienrat Mayer,Maiitz;
die Oberratsmitplieder: Iustizrat Goldschnudt^ Offenbach;
RechtsatNvalt Joseph, Tarmftadt trnd Stellvertreter
Hachenburger, Darmstadt; Rabbiner Dr. Italiener; 5trämer,
Friedberg und Stellvertreter Engel, Friedberg; Rabbiner
Dr. Levi; Rvsentyal, Oppenheim und Stellvertreter
Oppenheimer, Gau-Bickelheim; Lehrer Simou, Tarmftadt;
Stellvertreter <-teru, Alzey; die stellvertretenden Lberrats-
mitglieder: Goldschmidt , Altenstädt; Tuchler, Alzey;
Justizrat Marx, Bingen; Oppenheimer, Fränkisch-Krum-
bach; Rechtsanwalt Rothenberger, Gießen, sowie Rechts¬
anwalt Goldschmidt, Worms.
Entschuldigt: Rechtsanwalt Dr. Baum, Rabbiner Dr. Dienemaun,
Hirsch, Groß-Gerau, Lehrer Kahn, Alsfeld; Kommerzienrat
Kroitenberger, Mainz, Dr. med. t4ickelsburg, Worms; Rab¬
biner Tr. Sander, Gießen; Simon, Bingen und Lehrer
Sulzbacher, Groß-Bieberau.
1. Der Herr Vorsitzende begrüßt die Erschienenen und
berichtet über das Scheitern der geplanten Reichs¬
verbandsgründung und die nunmehrigen Bestrebungen
des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes und die des
Bayrischen Landesverbandes. Nach eingehender Aus¬
sprache wird einstimmig beschlossen, der Einladung des
Bayrischen Verbandes zur Beteiligung an einer zu grün¬
denden Konferenzgemeinschaft von Landesverbänden Folge
zu geben. Es wird hierbei als wünschenswert bezeichnet,
daß diese Konserenzgemeinschaft zu einer der sämtlichen
deutschen Landesverbände auswachse. Zufolge Mehrheits¬
beschlusses ist den Reichsministerien des Innern und der
Justiz zur Kenntnis zu bringen, daß der diesseitige Ver¬
band, wie der Bayrische Landesverband, den D.I.G.B.
als Gesamtorganisation der Deutschen Juden nicht anzu-
erkennen vermag.
2. Herr Oppenheimer, Gau-Bickelheim, wünscht, daß
Wallertheim als Sitz eines Lehrers, Schochet und Vor¬
beters bestimmt werde; einen namhaften Beitrag stellt er
hierfür in Aussicht und weist darauf hin, daß Wohnung
bereitstehe.
3. Von den Anträgen und Berichten der Schul¬
kommission wird Kenntnis genommen. Auf Grund der¬
selben wird beschlossen:
o)Die Mittel des Verbandes in erster Linie für Unter¬
richt und erst in zweiter Linie zur Förderung des ge¬
meindlichen Gottesdienstes zu verwenden.
1>) in Bezirksversammlungen mit den Beteiligten Abgren¬
zung der Bezirke der Lehrer und Beitragsleistungen zu
den Besoldungen der Wanderlehrer zu vereinbaren.
<•) Wo Lehrkräfte nicht vorhanden sind, die Neubesetzung
von Stellen zu bewirken oder durch den Schulausschuß
weitere Wanderlehrer bestellen zu lassen.
Es werden bewilligt:
->)Der Gemeinde Glauberg als zinsloses Darlehen, zur
Rückzahlung nach 5 Jahren in jährlichen Raten von
30 RM, 230 RM,
>') Als eine Remuneration für Unterrichtserteilung RM. 100,
v) Zur Verfügung des Schulausschusses für Aufbesserung
von Lehrerbesoldungen und als Entgelt für noch zu be¬
stellende Wanderlehrer für die Zeit bis zum 31. März
dieses Jahres RM. 4000.- ,
außer den für diesen Zeitraum bereits bewilligten Ge¬
hältern von RM. 1800.—.
4. Zu den Kosten eines Friedhofszaunes in Düdels¬
heim und den Synagogenrenovationen in Viernheim und
Groß-Karben können Beiträge vorläufig nicht geleistet
werden.
3. Es werden zur Kenntnis genommen:
v) die Beitrittserklärungen der Religionsgemeinden Klein-
krotzenburg, Altenbuseck, Großenbuseck und Reiskirchen.
l>) die vorgenommene Verteilung von 1200 RM. Reichs¬
geldern für das besetzte Gebiet,
c) Beschwerde gegen eine Gemeindeverwaltung wegen
mißbräuchlicher Benützung ihrer Synagoge.
«0 Beschwerde gegen einen Schochet; Prüfung dieser Be¬
schwerde wird in die Wege geleitet.