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An die hebräische Sprache.
von Moritz Scherbel-Gumbinnen.
Heil'ge Klänge; Aus dem Nebelschleier
Grauer Vorzeit tönt ihr fort in freier
Ungebundener Kraft durch r^aum und Zeit;
Da, wohin auch Israel verschlagen,
Nahmt ihr auf fein Jubeln und fein Klagen,.
Hülltet fie ins gottgeweihte Kleid.
Als am Lhoreb unter Gottesflammen
Erd' und Himmel trafen einst zufammen
Und die Menschheit ihren Gott erhielt;
warst du's, spräche, die es zu verkünden,
Die noch heute überall zu finden,
wo der Jude sich als Jude fühlt.
wie die Mutter fest versteht zu halten
Ihren Liebling, wenn um ihn gestalten
Schrecken sich, die fchwer ihn dann bedroh'n;
Hauchtest du im Sturme schwerer Zeiten
Trost uns ein, und wußtest uns zu leiten
Festen Schritts den weg der Religion.
Darum, wie das Kind im füßen Fühlen
pflegt die Mutter, wenn ihr Haupt umspielen
Silberlocken als des Alters Zier,
Sollst auch du im Alter in uns finden
Deine Söhne, die sich fest verbinden,
weiter dich zu pflegen nach Gebühr.