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DAS JÜDISCHE CENT RADBLATT.
Dr. JBf. JBT. F riedlander 9 Chaehme Hadoroth.
Geschichtsbilder aus der nachtalmudisehen Zeit (500-1500)
Nach den Quellen bearbeitet, Brünn 1880. Verlag von B.
Epstein. • •
Dr. M. Friedländer (1) der uns persönlich befreundete
Autor zählt seit einer Äeihe von Jahren zu den beliebtesten
populärwissenschaftlichen Darstellern jüdischer Geschichte.
Bin Buch, das mit seinem Namen geziert ist, bedarf keiner
weitern Empfehlung und wünschen wir, dass der un¬
ermüdliche Fleiss des Autors wenigstens dadurch belohnt
werde, dass dieses Buch in jedem echt jüdischen Hause
nicht nur vorhanden sei, sondern auch gelmn werde.
Schräm C. Wilh. Deutsche Literatur¬
geschichte nebst einer mnemotechnischen Anleitung zur
leichten Aneignung literarhistorischer Zahlen. Brünn
1881. Verlag von B. Epstein.
Der als Mnemotechniker bekannte Verfasser
hat durch die Veröffentlichung dieser Schrift den Dank
der studireuden Jugend verdient, in dem fortan das
Erlernen der in der That nicht leicht merkbaren historischen
Zahlen um ein bedeutendes erleichtert wird u. z. so, dass
an jedem Dichter das Charakteristische zugleich
mnemotechnisch die Jahreszahl angibt, Es ist im In¬
teresse der gesamten den Studien obliegenden Jugend
zu wünschen, dass das Buch zahlreichen Absatz habe.
Sal. Buber, Ziekah-Töb (Pesikta sutarta) Ein ag¬
rarischer Commentar zum ersten und zweiten Buche Mosis
von Rabbi Tobia ben Elieser (lebte im XI. Jahrhundert)
zum ersten Male herausgegeben nach einer jerusalemischen
Handschrift Vergleichungen der betreffenden Handschriften
aus den Bibliotheken in Florenz und St. Petersburg. Kritisch
bearbeitet mit einem Commentar und einer ausführlichen
Einleitung versehen. Druck und Verlag von Wittwe un d
Gebrüder Bomm.
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Der durch seine Ausgabe der Pesikta derab Kahana
hochverdiente Mann hat durch die Herausgabe dieses
Midrasch sich einen bleibenden Namen unter den Heraus¬
gebern älterer midraschischer Werke gesichert. Das Werk
dessen Composition zuerst von Zunz in seinem klassischen
Werke,, Die gottesdienstlichen Vorträge" erschlossen worden,
ist von Buber in mustergiltiger Weise mit Quellen¬
nachweis und einem ausführlichen Commentar heraus¬
gegeben worden. Buber zählt zu jenen Männern, (die
leider in unserer Zeit stets abnehmen) die aus wahrer
Liebe zum Judenthuine und zur Wissenschaft des Juden¬
thums ihre freie Zeit der Wissenschaft zuwenden.
(L) Iu dein in B. Epstein's Vorlage in Brünn erschienenen
Tascbenka'ender für Israeliten auf das Jahr 1881-18S2 findet sich
ein höchst beachteuswerther Aufsatz. Zur Geschichte des mähr.
Landesrabbinates von unserem ehrwürdigen Freunde Dr. M. H. Fr.
Der Midraseh Lekach Tob.auf Bereschit und,Schemot
war bis zu dieser Zeit noch nicht veröffentlicht, trotzdem
R. Tobia ben Elieser eine bekannte und geachtete
Persönlichkeit des !l. Jahrhunderts war. Die Frage über
dessen Geburtsort scheint uns trotzdem noch nicht end¬
gültig gelöst zu sein, ebenso wenig, wie weit die Inter¬
polationen in diesem Midrasch reichen(Siehe Buber,
Einleitung pagina ^). Dass dieser Midrasch Lekach tob
XrHftli KT!|TDÖ erhielt , stammt von demlrrthum den Na¬
men des ersten Herausgebers, der nämlich irregeführt durch
das vor jedem Versanfang gesetzte glaubte das auf
das Wort Kflp^DS schliessen zu dürfen. Sämtliche Codices
die B. bei der Herausgabe benutzt, sind von ihm mit
der grössten Gründlichkeit und Klarheit im Capitel 13
und 14 der Einleitung beschrieben. W T ir erfahren aus
denselben, dass der jerusalemische Codex von einer Hand ge¬
schrieben wurde u. z. im Jahre 1349. der Florentinische
hingegen von 2 verschiedenen Schreibern, die beide nicht
zu ängstlich mit der Anfertigung der Copie waren. Doch
ist bis zum Abschnitt Wajeze (X^l) (ne verbessernde
Hand nicht zu verkennen. Trotzdem ist die Florentiner'
Handschrift von Vortheil, weil sie fast sämtliche Oitate
vollständig anführt.
Doch das grösste Vergnügen würde ohne Zweifel Herrn
Buber durch ein ernstes Studium der Midrasch-Literatur
bereitet werden, da er ihr seine ganze Zeit widmet
und zu den Förderern wahrer Wissenschaft gehört:
wir rufen ihm aus vollen Herzen zu 12™"
into
Briefkasten der ReJaction
Ehrw. Bez. Rabb. S. Hahn. Erklaeruugen von Midraschim genug,
schwierige Massorahstellen wie Biographie des sei. Rabb. D. Deutsch
8ehr erwünscht. — Ehrw Dr. Frankl-Grün. Bitte um Forsetzung. —
Lic. theol. Dr. Wünsche. Besprechung des Midrasch Echa rabbati
in der nächsten Nummer. — Ehrw. Leo Finzy, Rabbiner in Sarajevo.
Danken herzlichst, bitten um ausführlicheMittheilungen, veröffentlichen
in der nächsten Nummer Ihren interessanten Brief.
Schiuss der Redaction am 25. Januar 1882.
iorrefponbenj 6er ^bminifirattott.
f§P Diejenigen p. t. Herren, die
bisher die ihnen zugesandten drei
Probenumniern nicht retour nirten,
wollen gefälligst die Pränumera-
tionsgebuhr ehestens and am leich¬
testen mittelst Postanweisungen ein¬
senden.
Druck und Verlag von J. Fleischmanns Buchhandlung in Belovar.
Verantwortlicher Redacteur Dr. M. Grünwald.