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Ho. 8__ gMouar (Kroatien) 15. jfr y r t i -m- 1882.
DAS
JÜDISCHE CENTRALBLATT.
(ZUGLEICH ARCHIV FÜR DIE GESCHICHTE DER JODEN IM KGR. KROATIEN).
Herausgegeben von Rabbiner Dr. M. Grünwald.
I. JÄHE GANG
Das jüdische Centraiblatt erseheint alle 14 Tage in V/ i bis 2 Bogen; Preis bei allen Buchhandlungen (in Belovnrhei J. Fleischmann)
pro Jahrgang 4 fl. Inserate werden mit 10 Kreuzern die 3 gespaltene Petitzeile berechnet und auschliesslieh entgegengenommen durch die
Annoncen-Expedition ron J. Fleischmann in Belovar. (Manuscripte werden nicht retouruirt).
INHALT.
I. Necrolog anf" Josef Löwy. — II. Dante's Vitanuova ein Beitrag
zur Zahlensymbolik des Mittelalters von Dr. Grünwald. — III.
Leben und Wirken von Maimuni von Ig. Münz Kempen. — IV. Das
Altfranzösische bei Raschi. — V. Autobiographie Luzzatto's.
Miscellen. I. Ehen werden im Himmel geschlossen von Lic.
Dr. Wünsche. — II. Tikkune Soferim von Jakob Reifmann. — III
Aus einem Briefe von Leopold Dukes. — IV. Aus einem Briefe
des Bez. Rabb. J. Grünwald in Mohäcs.
Recensionen. I. Index raisonne des livres de correspondance de
feu Samuel David Luzzatto de Trieste. — II. Immanuel Low, Dr.
Oberrabbiner Szegedin Aramäische Pdanzennamen. — III. Franz
Delitzsch. Christenthum und jüdische Presse. Erlangen 1882. Re¬
ligiöse Dichtungen von Dr. M. Grünwald.
Nachdruck nur mit VOLLER Quellenangabe gestattet.
JOSEF LÖWY,
geb. 1809, gest. 1. April 1882
in
Gross - Kanizsa.
„Wer den Besten seiner Zeit genug gethan, der hat
gelebt für alle Zeiten" diese Worte des Dichterfürsten
können auf Josef Löwy angewendet werden. Die 2
hervorragenden Eigenschaften, die die Zierde des Juden¬
thums bilden, Wolthätigkeit und glühende Liebe zur
Lehre des Judenthums, Studium und Förderung der
Wissenschaft um ihrer selbstwillen; Josef Löwy besass
sie in seltenen Grade. Und diess ist die sicherste Bürg¬
schaft, dass der Name Josef Löwy in der jüdischen
Literaturgeschichte und im Herzen aller, die ihn, sei es
persönlich, oder auchnur brieflich gekannt, in hochver-
rtemeh Andenken bleiben wird. Wir rufen unserem
nunmehr verewigten Mitarbeiter, dem Talmud zufolge,
die Worte zu Ql^t#2 ^ Ziehe hin in Frieden, du
der schon hinieden die Krone der Vollendung verdient hast.
Bezeichnend für den unermüdlichen Fleiss Josef Löwy 's
ist es, dass nicht nur in unserer Zeitschrift, sondern
auch im Ung. Israelit ein Aufsatz, datirt Ende März
ist. Über 300 grössere und kleinere Aufsätze, hat der
Verfasser in den verschiedensten Zeitschriften als in
Fürst's Orient, Löw's Ben Chananje, Stern's Hamechaker,
Rahmers Literaturblatt und im Jüdischen Centralblatt
veröffentlicht.
Seine selbständigen Arbeiten sind in Ch. D. Lippes
bibliographi schem Lexicon p. 302 zusammengestellt.
Wer sein Leben so würdig wie Josef Löwy aus¬
gefüllt, der hat ein Anrecht auf Unsterblichkeit, und
ich glaube, dass jeder den Wunsch gerechtfertigt finden
wird IHÖD ^rVHX VIDI möge unser Lebensende
ein so gesegnetes sein, wie das Josefs Löwy 's es war.
Dante s „Vita nuova."
Ein Beitrag zur Zahlensymbolik des Mittelalters.
von
Dr. Moritz Grünwald.
Wenn die Zahlen überhaupt eine bedeutende Rolle im
Altertum, im Mittelalter und der Neuzeit gespielt, wenn
sie als Träger von Gedanken und Kräften angesehen wurden,
so hab^n sie dennoch, abgesehen von Kabbala und Mystik
nirgends feste Wurzel fassen können, zum mindesten nicht
die Veranlassung zu rein poetischer Darstellung werden
können. Wol hat von Pythagores angefangen unter den