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DAS JÜDISCHE CENTRAL BLATT.
ihr beschäftige. Ich sagte mir, dass diess zwecklos sei, da ich
ja doch nicht in ein anderes Haus gehen könne, meine
Lösung vorzutragen. Er verharrte darauf, ich widerlegte
ihn; statt dessen machte ich die Erbsen für Samstag auf.
Endlich studirte er es selbst. Da ich aber sah, dass er
Zeit damit verlor, nahm ich dasselbe und fand bald, dass
es einen Ofen bedeutet. Ich machte bald ein hebräisches
Sonett. Freitag 10 Uhr Vormittag hatte ich die HTTl
und um 4 Uhr Nm. war das Sonett fertig. Sonntag darauf
fügte ich gleichsam als Einleitung folgende ital. Verse
hinzu:
Sebbene alla meto del quarto liistro
E d'vmbecllita nmbolo e tipo
L enimma sölverö, novellö Edipo,
D'un novello Sanson, detto pur Lustro,
Se cid gradite Voi, servi d' Imene
Cui gelosia fjiammai non turbi il bene.
und zum Schluss folgende französische Verse:
Cest ainsi <pte je Venten ds:
Ceti*' Snigme ainsi f expliqüe,
Mais ct*t bicn ä contretemps
Que V et udo on vous indique.
Le plus beau de tous le dieux
Sert cFttuve f is ) a Vous Messieurs.
(Wenn in der Mitte des 4 Lustrums ich, ein Muster der
Schwäche und Einfachheit, das Räthsel löste, ein neuer
Oedipus, von einem neuen Samson. Lustro zubenannt,
wenn Ihr es genehmigt, Diener des Hymen, deren Glück
die Schelsucht nie trübte).
Den Schluss bildeten die frz. Verse: So verstehe ich
es und so erkläre ich das Räthsel. Aber jetzt ist es nicht
zur rechten Zeit, dass ich den OfenEuch anzeige. Der
schönste der Götter dient Euch als Ofen.
(Fortsetzung lolgt.)
Das Aitfranzösisohe bei Raschi.
(Fortsetzung)
62.
Z u blDÜH bj? gehört XplE marca Grenze.
63.
Zu rrHlN 440 gehört JOHIK — otuga, eine der
Sehkraft vorteilhafte Pflanze — nfrz. roquette Hauke;
siehe Immanuel Low, Aramäische Pflanzennamen s. v.
m;
('*) Man sagte mir später, dass nicht etuve, sondern poele den
Ofen bedeutet.
64.
Zu "^nX^ist EMÖT^mtE? souhaidement wünschend?
im nfrz. hat sich bloss das Substantiv souhait Wunsch
und souhaiter wünschen, erhalten: siehe Kuhn's Zeit¬
schrift für vergl. Sprachforschung XXI. p, 453.
65.
Zu rp"G 5ir> Hl^ttf — »ahudo — nfrz. salut, Heil,
Gruss.
66.
zu rnM tsranx ar p^-
67.
zu □^""in "W 5 ^ f °igt ttr'H^s das mir uQ -
verständlich ist; wenn man aber statt das £ ein ^
setzen dürfte, so wäre die Erklärung einfach. Es ist
diess um so eher zulässig, als Raschi im Commentar aus¬
drücklich ^tEO hinzugefügt und der Rest des Wortes
wäre dann ^^TH ridais — nfrz. rideau urspr. Tuch,
dann Vorhang.
68.
zu m^jJDn an: ^ nbnx — orup — n fz.
horloge L'hr.
69.
Z8 114 TJ*T2 barner ist mir unverständlich.
70.
Zu CTT II 16 hinter X^XEwTX ^tanza im prov.
Zimmer.
71.
Zu H^r^D 1817 XTpD^D peschiera Fischerei.
72.
prov. dann folgt noch "H^p;} 0) — vivre leben, nähren
oder bibre, bevre nfz. boire aus lat. bibere.
(') Also schon eine künstliche Art Fischzucht, Anfang eines A-
quarium's.
(Fortsetzung folgt)
Briefkasten der Redaction.
Sig. Dr. Isaja Luzzatto Padova. Vivissime grazie pel catalogo —
Ehrw. A. Roth Siklos. Bitte um die Fortsetzung. — Dr. Fessler
Breslau. Herzlichen Dank.
Schluss der Redaction am 30. Mai.
Betsensionen werden aus Raummangel erst in Nr. 12 veröffentlicht.
Druck und Verlag von J. Fleischmanns Buchhandlung in Belovar. — Verantwortlicher Redacteur Dr. M. Grünwald.