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■4*^ iklotmv (Kroatien) 20. ^Iot>em0er
1882.
DAS
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JUDISCHE CENTRALBLATT.
(ZUGLEICH AR CHI? FÜR DIE &ESCHICHTE M JUDEN IM KUR, KROATIEN).
Herausgegeben von Rabbiner in: "f. Orümmld.
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Das Jüdische Centralblatt erscheint alle 14 Tage in i*/ f bis 2 Bogen; Preis bei allen Buchhandlungen (in Belovar bei J. Fieischinanity
pro Jahrgang 4 fl. Inserate werden mit 10 Kreuxern die 8 geipaltene Petitzeile berechnet und aus» hliesslich entgegengenommen durch di*
Annoncen-Expedition TM /. .FZeJjcAmann in Btlvemr, (Mannscripte werden nicht retournirt).
INHALT.
I. Die neusten Forschungen der Aegyptologie in ihrem Verhäitniss
xur Bibelforschung, von Dr. M. Grünwald. — II. Grundprinzipien
der Ethik von A. Roth Bezirksrabbiner in Siklos. — III. Moderne
Bibelkritik. — IV. Notiz. — V. Miscellen.
Recensionen J. S.Bloch, Dr. Rabb. in Floridsdorf, Der Arbeiterstand
bei den Palästinensern, Griechen und Römern.— Libri Danielis, Ezrae et
Nehemiae. — Jahresbericht der Landesrabbinerschule in Budapest
für das Schuljahr 1881-1382. — Kaulen Franz Dr. Einleitung in.
die heilige Schrift des Alten und Neuen Testamentes.—Waernhaft Fr-
Les. Mar Figura Jerosolymac tempore Christi. — Alfred Schön¬
wald Goldene Worte. Blüthenlese rus den Schriften der Juden, aus
Bibel nnd Talmud. — Illüstrirter jüdischer Familienkalender für
5643 (1883) 5. Jahrgang herausgegeben von Julius Meyer. — G.
E. Saltini La biblia poliglotta medicea secondo il disegno e gli
apparechi di Gio. Baitista RaimonJi. — Gesammelte Schriften Leo¬
pold Kompert's. — Die Adria von A. v. Schweiger-Lerchenfaid. —
Pr J N. Sepp und Dr. Bernhard Sepp. Die Felsenkuppel eine
justinianische Sophienkirche uud die übrigen Tempel Jerusalem^.
— S. M. Schiller-Szinessi M. A. Ph. D. — Weisheit und Moral
von Marcus Weismann. — Lowe W. H. The Hebrew Studeht's
Commeutary. — E. G. King The Yalkut on Zac/>ariah.
Nachdruck nur mit VÖLLER Quellenangabe gestattet.
Die neuesten Forschungen der Aegyptologie
in ihrem Verhäitniss zur Bibelforschung^ 1 )
Auf den innigen Zusammenhang der Aegyptologie mit
der Bibelforschung haben von Anbeginne Cbampollion und
dessen Jünger hingewiesen: Georg Ebers aber hat das
Verdienst zuerst gründlich das Verhäitniss zur Genesis und
Exodus dargethan zu haben. (-) Aber nicht nur auf Genesis
( l ) Ernesto Schiaparelli, Relazione <su libro dei ftinerali. To-
rino. atamperia reale della ditta G. B. Paravia 1879.
Erne$to Schiaparelli II libro dei funerali degli antichi egiziani
tradotto e commentato. Parte prima. 1882 Torino Ermano Loescher.
Reale Acaderoia dei Lincei Anno CCLXXVII (1880—81).
(*) Ebers, Georg Moritz: 1) Aegypten und die Bücher Mosis
(Leipzig 1868) und 2) Durch Gosen znm Sinai, aus dem Wander¬
buch und der Bibliothek (das 1872).
und Exodus, sondern auf den ganzen Pentateuch erstreckt
sich der Einfluss der Aegypter; und der Nachweis, wie
die Israeliten sich Aegyptischc Sitten angeeignet und doch
wieder sich in entschiedenen Gegensatz gestellt: ist von
hohem sowol psychologischen als culturhistorischen und
religiösem Interesse. Einige Beiträge wollen wir hierzu
zu liefern versuchen, und swar aus den vorzüglichen Ar¬
beiten des hochbegabten E. Schiaprire Iii
Zu Abydos, das die eigentliche Nekropolis der Aegypter
war. ist die hebräische Bezeichnung jH^K für Hölle
zu vergleichen, denn wenn auch die Wurzel "T^X die
Bedeutung zu Grunde gehen hinlänglich bezeichnend für
Hölle ist, so ist es immerhin wahrscheinlich, dass wie das
Qe-kinnom ursprünglich localer Natur, später als Bezeich¬
nung für Hölle in Gebrauch kam, ein gleiches mit Abydos
il"OK der Fall war.
Der aramäische Ausdruck DH#p^ Xftbl? >v& ie Welt
der Wahrheit" ist eine interessante Analogie zur ägypti¬
schen suten an as-t ma „zur Wohnung der Wahrheit oder
Gerechtigkeit. a
Für die richtige Auffassung des Midrasch Bereschit
rabba in der Bibelstelle I. Buch Mosis 47, Vers 29
□•HSflÄS ^-HSpn begrabe mich nicht in Aegypten
das Jacob an seinen Sohn Josef richtet, zeugt die That-
sache, dass es im alten Aegypten Sitte war, angesehenen
Personen Statuen zu errichten und sie in den Rang von
Götteru zu erheben. ( 3 )
Seite 88 Anmerkung glaubt Sch. dass irrthümlicher
Weise statt 5 die Zahl 8 in der Theilung 7 und 1
niedergeschrieben wurde; ohne die Sache zu entscheiden,
wollen wir nur bemerken, dass beim Gottesdienst am
(*) Schiaparelli ibidem p. 14: Sappiamo d'altra parte che
tutti i sepolcri ragguardevoli dell antico Egitto contenevano delle
•tatne, rappresentante U defunto ( e quasi tutte le piü belle dell'
antico e medio impero . . . provengono delle tombe.